27.01.2010 · Vom 8. Februar an soll vor Valencia auf Mehrrumpfbooten in maximal drei Rennen der sportliche Sieger ermittelt werden. Doch die Atmosphäre vor dem Start zum 33. America's Cup wird immer gereizter. Es gibt noch viele offene Fragen.
Von Michael Ashelm, ValenciaDie Atmosphäre vor dem Start zum 33. America's Cup wird immer gereizter. Nachdem die Rennen vor Valencia zwischen den beiden zerstrittenen Rivalen von Alinghi (Schweiz) und BMW Oracle Racing (Vereinigte Staaten) nur durch einen Gerichtsbeschluss zustande gekommen sind, gehen die Teams weiter munter aufeinander los.
„Sie sind nicht fair und arbeiten mit linken Tricks“, sagte Russell Coutts, Chef des amerikanischen Segelteams. Es gehört dem Software-Milliardär Larry Ellison. Die Schweizer ihrerseits verhöhnen auf ihrer Internetseite den Gegner mit Karikaturen und stellen Coutts als Lügner dar. „Seit über zwei Jahren werden wir von denen unter Druck gesetzt. Es ist eine ständige Bedrohung“, sagte Alinghi-Besitzer Ernesto Bertarelli.
Vom 8. Februar an soll vor Valencia auf spektakulären Mehrrumpfbooten in maximal drei Rennen der sportliche Sieger ermittelt werden. Dafür haben beide Seiten ihre Teams mit mehreren hundert Millionen Euro hochgerüstet. Live gezeigt wird die Regatta erstmals kostenlos im Internet auf der America's-Cup-Seite. Hintergrund für die scharfen Attacken sind neue juristische Vorstöße beider Kontrahenten. Der Schweizer Titelverteidiger wehrt sich vor Gericht gegen die Klage des Herausforderers, bei der es um die Interpretation einer Regel geht, die den Bau der Yachten ausschließlich im Herkunftsland des jeweiligen Starters vorschreibt.
Die Amerikaner bezichtigen Alinghi der Verwendung illegaler Segel für ihren Katamaran, weil diese angeblich nicht in der Schweiz hergestellt worden seien. Gleichzeitig zweifelt Alinghi am Trimaran der Amerikaner. Der sei französischen Ursprungs und habe einen aus Deutschland stammenden Motor an Bord (für Segeltrimmung und Hydrauliksysteme).
Vor dem ersten Startschuss ist ebenfalls noch nicht geklärt, ob für die Rennen ein Windlimit gesetzt wird. Die Schweizer, deren Boot vor allem bei leichterem Wind Vorteile haben soll, wollen die Grenze zum Segeln auf 15 Knoten (28 Kilometer pro Stunde) festlegen; gemessen auf 60 Meter Masthöhe. Coutts kontert: „Das ist lächerlich. 15 Knoten in 60 Meter Höhe bedeuten elf Knoten auf Wasserhöhe. Bei dieser Windstärke segeln selbst Kinder in der Optimistenklasse.“