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America's Cup Lernen für die nächste Lektion

14.02.2010 ·  BMW Oracle Racing hängte Alinghi beim America's Cup ab - und will noch viel besser werden. Schon am Sonntag kann der Wettstreit entschieden werden - wenn das Wetter mitspielt. Bislang ist der für 10 Uhr vorgesehene Start auf unbefristete Zeit verschoben.

Von Michael Ashelm, Valencia
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Am Tag danach ruht der Betrieb auf dem Wasser. Wolkenverhangener Himmel, kalt und regnerisch, Windböen peitschen über die Küste. Valencia befindet sich im Griff eines eisigen Winterausläufers. An eine Trainingsausfahrt ist nicht zu denken. Und so bleiben die Yachten sicherheitshalber vertäut - von den Seglern ist am Samstag auch nicht viel zu sehen.

Still steht der America's Cup dennoch nicht. Es geht weiter. Die Erkenntnisse des ersten Rennens vom Freitag müssen schnell verarbeitet werden. Hinter den hohen Zäunen der beiden Segelcamps zerbrechen sich viele Experten die Köpfe, wie die eigene Rennmaschine für den nächsten Einsatz optimiert oder gar repariert werden kann. „Es gibt keinen Grund, frustriert zu sein. Wir werden weiterhin alles geben“, sagte Ernesto Bertarelli, Besitzer und Steuermann von Alinghi. „Der Cup ist nicht vorbei.“ Die Enttäuschung und Anstrengung war dem Milliardär allerdings ins Gesicht geschrieben.

Für die Schweizer hat der Segelwettbewerb eine unheilvolle Wendung genommen, nachdem der Titelverteidiger zum Auftakt am Freitag vom Herausforderer BMW Oracle Racing deklassiert worden war. Die Amerikaner fuhren nach 40 Seemeilen (74 Kilometer) mit ihrem Trimaran mit einem Vorsprung von 15:28 Minuten ins Ziel, obwohl sie nach einem Fahrfehler in der Startphase zuerst fast zwei Minuten auf den Gegner verloren hatten. Doch die grau-schwarze Powermaschine unter Flagge des Golden Gate Yacht Club in San Francisco zog unerbittlich an Alinghi vorbei und bescherte dem Team vom Genfer See die bisher bitterste Niederlage seit dem Einstieg in den America's Cup vor acht Jahren.

„Ich weiß nur, dass wir am schnellsten gestartet sind“

„Sie haben gezeigt, wie schnell sie ihr Boot machen können“, sagte Alinghi-Taktiker Brad Butterworth. Anders als Bertarelli verfiel der Neuseeländer nach der Packung durch die Amerikaner eher in Schwermut, als er auf die Frage nach möglichen Schwächen des Schweizer Katamaran-Designs feststellte: „Ich weiß nur, dass wir am schnellsten gestartet sind, dann vorne gelegen haben, aber schließlich mit großem Rückstand ins Ziel gekommen sind.“

Ernüchterung herrscht im Lager der erfolgsverwöhnten Alinghi-Leute wohl vor allem darüber, dass die Amerikaner (anders als gedacht) ihr Dreirumpfboot auch bei schwächeren Winden, wie sie am Freitag vorherrschten, mächtig in Schwung bringen können. Das 68 Meter hohe und 660 Quadratmeter große Flügelsegel, das wie eine Flugzeugtragfläche funktioniert, könnte dabei zur Wunderwaffe in diesem Cup werden. Bei Windspitzen um zehn Knoten (19 Kilometer die Stunde) kam BMW Oracle Racing auf eine dreimal so hohe Bootsgeschwindigkeit.

Die großen Sieger des ersten Tages geben sich trotzdem vorsichtig. „Ich bin sehr glücklich“, sagte der junge Steuermann James Spithill, betonte allerdings, dass sein Team noch „viel lernen“ müsse. Das angestrebte Leistungsniveau sei noch nicht erreicht. Aufgrund des Zeitdrucks im Vorfeld der Regatta fehlt beiden Crews das letzte Stück Erfahrung mit den hochtechnisierten Tempomaschinen. Zudem ist das Material wie immer beim Cup auf Gewichtsersparnis ausgelegt und damit hochgradig bruchgefährdet.

Ein Krachen an der falschen Stelle - und alles ist vorbei. Teambesitzer Larry Ellison nahm die Herausforderung mit einem Augenzwinkern. „Diese Art von Segeln ist viel härter, als ein Software-Unternehmen zu führen“, sagte der Oracle-Gründer und viertreichste Mann der Welt. Käme es an diesem Sonntag zum zweiten Rennen, was aufgrund der Verschiebung des für 10 Uhr vorgesehenen Starts unwahrscheinlich erscheint, und gewönne sein Team wieder, würde sich für den Amerikaner ein langgehegter Traum erfüllen.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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