29.04.2005 · Mit einem neuen Syndikatsnamen geht das erste deutsche Team in der 154jährigen Geschichte des America's Cup an den Start. Die bisherige „Fresh Seventeen“ trägt ab sofort den Titel des Hauptfinanziers und nennt sich „United Internet Team Germany“.
Als Willi Kuhweide am Freitag mittag beim Verein Seglerhaus am Wannsee in die Versammlung stürmte, kam Begeisterung auf, sogar Jubel. Der Segel-Olympiasieger von 1964 brachte, direkt aus Valencia kommend, die Empfangsbestätigung für die Anmeldung der ersten deutschen Kampagne um den America's Cup nach Berlin. Am Donnerstag abend um halb neun hatten Organisatoren der 32. Auflage dem Kommodore der Unternehmung den Eingang der Unterlagen quittiert.
So groß war die Freude, daß Veranstalter und Besucher der Pressekonferenz es dem reitenden Boten geradezu freudig nachsahen, daß er noch vom Team "Fresh Seventeen" sprach; zeigt der Lapsus doch, daß die ehrgeizigsten der deutschen Segler einen Blitzstart hingelegt haben. Erst am vergangenen Sonntag trafen sich erstmals Uwe Sasse, der Manager der Kampagne, und der Unternehmer und Freizeitsegler Ralph Dommermuth, der mit seinem Unternehmen United Internet und den Marken "GMX", "web.de" und "1&1" die Kampagne sponsern wird, die 2007 vor der spanischen Mittelmeerküste mit Verteidiger "Alinghi" um den America's Cup kämpfen will.
"Am Geld wird es nicht scheitern"
Am Mittwoch waren sich die Parteien einig, und Dommermuth persönlich übernahm die Hälfte der Aktien des Syndikats und den Vorsitz des Aufsichtsrats. Zudem wird sein Unternehmen als Hauptsponsor wichtigen finanziellen Input geben und fünfzig Prozent der Werbeflächen an Bord belegen. Damit einher ging die Umbenennung der Kampagne in "United Internet Team Germany". Sie wird in wenigen Wochen bereits rund 80 Menschen beschäftigen; bis auf sechs Profi-Segler unter der Führung des Dänen Jesper Banks ausschließlich Deutsche. Kuhweide, ebenfalls blitzschnell gestartet, erfuhr in Valencia, daß ein elftes Team die Regatten der Herausforderer bestreiten will; es stammt aus Schanghai. Bereits in der kommenden Woche soll der Kauf von zwei gebrauchten Booten vollzogen sein und ein Sichtungstraining auf dem Mittelmeer beginnen. Ein neues Boot soll in Kiel gebaut und in einem Jahr rennfertig sein. Ob das Team bei der ersten Vorregatta des Jahres Mitte Juni starten wird, sei, sagte Banks, noch nicht entschieden.
Dommermuth bezeichnete sein Engagement als "auch eine unternehmerische Herausforderung". Neben dem Kauf der Aktien habe er dem Projekt weitreichende finanzielle Zusagen gemacht, sagte er: "Am Geld wird es nicht scheitern." Das Budget von Teilnehmern am America's Cup wird auf 40 bis 100 Millionen Euro geschätzt. Ein zweiter Sponsor für das Team sei nicht notwendig, aber willkommen, sagte Dommermuth. Er kündigte an, auf den Internetplattformen von "GMX" und "web.de", die rechnerisch jeden zweiten Deutschen erreichen, neuen Inhalt anzubieten: America's Cup.