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America's Cup „Es ist eine Schande“

10.02.2010 ·  Zweiter Versuch, zweite Absage: Nun waren die Wellen zu hoch. Der America’s Cup im Segeln wird zur Hängepartie – und verschärft den Konfrontationskurs der beiden Teams.

Von Michael Ashelm, Valencia
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Der America’s Cup im Segeln wird zur Hängepartie – und verschärft den Konfrontationskurs der beiden Teams. Am Mittwoch ist in Valencia zum zweiten Mal der Start zur 33. Ausgabe der Regatta zwischen dem Schweizer Titelverteidiger Alinghi und seinem Herausforderer BMW Oracle Racing abgesagt worden. Nach der Flaute vom Montag führten diesmal im Laufe des Tages stark auffrischender Wind in dem in etwa 25 Seemeilen (rund 46 Kilometer) entfernten Startgebiet, vor allem aber eine gegenläufig zur Strömung spitz zulaufende Welle von mehr als zwei Meter Höhe zu der Verschiebung. Der Steuermann der amerikanischen Crew, James Spithill, kritisierte die Entscheidung: „Es ist eine Schande, wir hätten wenigstens am Morgen segeln können. Wir waren bereit“, sagte der 30 Jahre alte Australier.

Bei Betrachtung der Fakten könnte das Motiv von Spithills Kritik indes Teil des Psychospiels zwischen den zerstrittenen Teams sein. Die Kompetenz des erfahrenen und unabhängigen, vom Internationalen Segler-Verband bezahlten Wettfahrtleiters Harold Bennett aus Neuseeland wollte der Steuermann nicht in Zweifel ziehen. „Wir vertrauen ihm voll.“

Die Gegenseite glaubte am Mittwoch an ein Täuschungsmanöver und nicht daran, dass die Amerikaner bei den Bedingungen wirklich gerne herausgesegelt wären. „Sie hätten es ja probieren können“, sagte ein wenig hämisch Rolf Vrolijk, Chefdesigner bei Alinghi, „wir wären ganz gespannt gewesen.“ Unter solchen Bedingungen sei das Risiko für Crew und Boot riesig. Gleiches gelte für den Gegner. „Da will jemand etwas so darstellen, dass der andere schlecht aussieht. Das kennen wir“, sagte Vrolijk.

Bennett fuhr, „bis alle grün im Gesicht waren“

Bennett hatte das in Frage kommende Regattagebiet am Mittag abgefahren, bis alle auf seinem Boot aufgrund der rauen See „grün“ im Gesicht gewesen seien. Am Freitag folgt nun der nächste Startversuch. Der Wettfahrtleiter geht aber wieder von „extremen Bedingungen“ aus, zumal offenbar ein winterlicher Temperatursturz bevorsteht. Daran wird auch deutlich, welch schwere Aufgabe Bennett zu leisten hat, muss er doch vielen Erwartungen, vor allem denen der rivalisierenden Teams, gerecht werden.

Die beiden von ihrer Materialstruktur höchst empfindlichen Boots-Boliden haben durch ihre jeweilige Konstruktionsart unterschiedliche Stärken, die Interessenlage der Crews ist deshalb ganz verschieden. Der Schweizer Katamaran ist wohl besser bei schwächeren Winden, der Trimaran der Amerikaner durch das höhere Gewicht bei satter Brise eher im Vorteil. Der Wettfahrtleiter ließ durchblicken, wie die Teams versuchen, seine Entscheidung zu beeinflussen. „Beide geben mir auch ihre Wetterdaten – und die stimmen nicht immer überein“, sagte Bennett. Er machte dabei einen gelassenen Eindruck – und will sich weiter auf sein eigenes Urteil verlassen.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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