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Als Bundestrainer zurückgetreten Leipold zurück im Leben

Freistil-Bundestrainer Alexander Leipold hat überraschend sein Amt beim Deutschen Ringer-Bund aufgegeben. Als Grund gab er an, er wolle mehr Zeit für seine Familie haben.

© dpa Zurück ins normale Arbeitsleben: Ringer-Bundestrainer Leipold wechselt in die Industrie

Es war immer sein Traum gewesen, Bundestrainer zu werden. Doch nachdem er diesen Traum einige Jahre gelebt hatte, veränderten sich die Prioritäten. Nun will er „sein Leben zurück“. Ringer-Bundestrainer Alexander Leipold hat am Mittwoch unerwartet seinen Rücktritt bekannt gegeben und familiäre Gründe als Erklärung genannt. „Ich habe zwei Söhne, meine Frau ist voll berufstätig und ich kann nicht noch mehr Zeit in den Sport investieren“, sagte Leipold gegenüber FAZ.NET.

Achim Dreis Folgen:

Sein Vertrag mit dem Deutschen Ringer-Bund läuft zum 31. Dezember aus. Die Neufassung für die kommenden vier Jahre werde er nicht zurückschicken. So einfach geht das. Schon zum 2. Januar 2013 arbeitet der Dreiundvierzigjährige wieder als Einkäufer und Disponent im Hydraulikbereich. In Alzenau. Schöner Nebeneffekt: Der Arbeitsort ist nur fünf Minuten von seinem Wohnort Karlstein entfernt. Hätte er als Bundestrainer weitergemacht, wären die Wege weiter gewesen. Dass er zu den Wettkämpfen und Trainingslagern viel unterwegs sein musste – oft auch in ferne Länder – war dabei nicht das Problem. Vielmehr sei es um die Alltagsorganisation gegangen.

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Vom kommenden Jahr an hätte Leipold noch drei Tage pro Woche zum Trainingsbetrieb nach Schifferstadt gemusst. „Das wollte ich meiner Familie nicht zumuten.“ Seit 2005 war der frühere Weltklasse-Athlet beim Deutschen Ringerbund angestellt, zunächst als Nachwuchs-Bundestrainer, ehe er 2009 zum Cheftrainer der Freistilringer aufstieg. „Ich hatte eine Superzeit mit den Sportlern“, bilanziert Leipold und meint damit nicht nur die menschliche Ebene. Auch sportlich habe er junge Leute wie Tim Schleicher (23), Saba Javad Bolaghi (23) oder Nick Matuhin (22) vorangebracht. So gewann Bolaghi Bronze bei der Europameisterschaft 2011 in Dortmund.

Des Dopings beschuldigt

Gleichwohl blieben die deutschen Freistilringer bei der WM 2011 und bei Olympia 2012 ohne Medaillen. Letzter deutscher Freistil-Weltmeister war Leipold selbst – das war 1994. Bei den Olympischen Spielen in Sydney hatte er 2000 das Turnier gewonnen – wurde aber des Dopings beschuldigt und musste die Goldmedaille zurückgeben. Der Fall blieb umstritten, Leipold wurde später freigesprochen, bekam aber seine Medaille nicht zurück. Der Stachel sitzt tief beim Athleten Leipold, der stets seine Unschuld beteuerte.

Sein Ziel als Trainer waren nicht zuletzt deshalb die Olympischen Spiele von Rio 2016. Bis dahin sollten seine Jungs fit für die Weltklasse sein. Nun steigt er auf halbem Weg aus. Den Vorwurf, sie im Stich gelassen zu haben, will er aber nicht gelten lassen. „Ich werde dem Ringen treu bleiben“, kündigt er an, „und die Sportler aus dem Raum Aschaffenburg auch weiter betreuen.“ Nicht auszuschließen, dass er sich künftig im hessischen Ringerverband engagiert, zunächst will er aber die Prioritäten in seinem Leben neu sortieren. In der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe will er sich weiterhin engagieren. 2003 hatte er selbst nach einer übergangenen Viruserkrankung drei Schlaganfälle erlitten. „Ein Drittel der Betroffenen sterben, ein Drittel behält bleibende Schäden, ich hatte das Glück, wieder gesund zu werden“, sagt Leipold, der nicht zuletzt auch dank einer Meditationsphase bei chinesischen Shaolin-Mönchen ein demütiger Mensch ist. Nun schließt sich für ihn ein Kreis.

Quelle: FAZ.NET

 
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