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Alissa Klejbanowa Alte Gefühle, neu erlebt

 ·  Im Sommer erkrankte Alissa Klejbanowa an einem bösartigen Tumor im Lymphsystem. Nur wenige Monate später steht die Zweiundzwanzigjährige wieder auf dem Tennisplatz - und hat ihre Einstellung zum Sport geändert.

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© dpa Ein Erfolg, der größer ist als jeder zuvor: Alissa Klejbanowa besiegt den Krebs

Unter normalen Umständen würde die Tenniswelt in diesen Tagen über ihre weiblichen Stars sprechen: über Venus Williams, die eine Autoimmunerkrankung überwunden und am gestrigen Mittwoch in Key Biscayne ihr erstes Einzel seit mehr als einem halben Jahr gespielt hat; oder über ihre Schwester Serena, die sich auf der WTA-Tour immer rarer macht und in Miami erstmals seit den Australian Open im Januar aufschlägt; oder über Kim Clijsters, die nach einer Sprunggelenksverletzung ebenfalls seit Melbourne hat pausieren müssen.

Aber die Comebacks der ehemaligen Weltranglistenersten wurden im sonnigen Florida in den Schatten gestellt von einer Tennisdame, die es in ihrer Karriere zwar noch nicht höher gebracht hat als bis auf Position 20, aber einen viel größeren Kampf erfolgreich gewonnen hat. Alissa Klejbanowa hat eine Krebserkrankung hinter sich - und seit Dienstag den zweiten Teil ihrer Profikarriere vor sich.

„Diese Gefühle wieder zu spüren war wirklich großartig, das habe ich am meisten vermisst am Tennis“, sagte die Zweiundzwanzigjährige nach ihrem sowohl sportlich wie emotional wechselhaften Auftritt gegen die Schwedin Johanna Larsson in der ersten Runde von Key Biscayne. Am Ende gewann die Russin 2:6, 6:3 und 6:2, sie trifft in der zweiten Runde am Freitag auf ihre Landsfrau Maria Kirilenko.

Zehn Monate hatte Alissa Klejbanowa kein Match absolvieren können, seit jenem Tag im Mai vergangenen Jahres, als sie in der zweiten Runde des Turniers von Rom ausgeschieden war. Weil sie sich schon zuvor ständig erschöpft gefühlt und wiederkehrend an grippeähnlichen Symptomen gelitten hatte, suchte sie nach einigem Zögern einen Arzt auf.

„Als Profisportler hat man ja immer etwas: Schmerzen, Müdigkeit und Ähnliches“, beschrieb die Russin im Rückblick ihre Gedanken von einst. Die Diagnose war niederschmetternd: Sie war am Hodgkin-Lymphom erkrankt, einem bösartigen Tumor des Lymphsystems. „Ich wusste, dass mir eine harte Zeit bevorstand und dass dieser Kampf eine lange Zeit erforderte.“ Am 15. Juli, ihrem 22. Geburtstag, machte die Russin ihr Leiden öffentlich.

Alissa Klejbanowa ließ sich in Rom behandeln, der Heimatstadt ihres Lebensgefährten, des italienischen Volleyball-Profis Giacomo Rigoni. Im vergangenen Dezember endete ihre Chemotherapie, zwei Monate später stand sie wieder auf dem Tennisplatz und trainierte.

„Das erste Spiel ist ja immer schwierig“

Für das Turnier in Key Biscayne erhielt die Russin, die auf Weltranglistenplatz 248 abgestürzt ist, eine Wildcard - und nutzte sie. „Das erste Spiel ist ja immer schwierig. Aber diesmal hatte ich zunächst überhaupt keine Idee, was auf dem Platz vor sich ging“, sagte die zweimalige WTA-Turniersiegerin nach einem Sieg, „den ich nie vergessen werde“.

Früher galt Alissa Klejbanowa als eines der größten Tennistalente in ihrer Heimat. Sie war eine typische Vertreterin Russlands: hart arbeitend und stets diszipliniert. Mittlerweile hat sich ihre Einstellung gewandelt: „Ich betrachte Tennis jetzt anders. Es ist ja eigentlich mein Job, aber jetzt will ich jeden Ballwechsel genießen.“

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Jahrgang 1966, Sportredakteur.

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