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350 Läufer kollabieren bei 31 Grad Hitze Chicago-Marathon nach Todesfall abgebrochen

08.10.2007 ·  Hitzerekord, Foto-Finish, Rennabbruch. Der 30. Chicago-Marathon geht als der heißeste, spannendste und kurioseste in die Geschichte ein. Überschattet wurde der Lauf von einem Todesfall.

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Hitzerekord, Schluss-Sprints, Foto-Finish, Rennabbruch. Der 30. Chicago-Marathon geht als der heißeste, spannendste und kurioseste in die Geschichte ein. Zudem erlebten die Zuschauer die knappste Entscheidung in der Marathon-Historie.

Bei Temperaturen bis 31 Grad triumphierten der Kenianer Patrick Ivuti und die Äthiopierin Berhane Adere. Die Organisatoren brachen den Lauf aus Sicherheitsgründen nach vier Stunden ab. „Zu viele haben sich regelrecht gequält. Es war einfach ein brutal heißer Tag“, sagte Renndirektor Carey Pinkowski.

„Es war unglaublich eng“

Patrick Ivuti setzte sich in 2:11:11 Stunden durch - mit fünf Hundertstel-Sekunden vor dem zweimaligen Marathon-Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko. „Ich habe noch nie solch ein Finish gesehen. Es war unglaublich eng, aber man konnte trotzdem erkennen, dass Ivuti knapp vorn war“, meinte Schiedsrichter Pat Savage. Die Siegerzeit war die langsamste seit 1995, Ivutis Erfolg der fünfte kenianische Sieg nacheinander in „Windy City“, das sich nach dem Regen- und Windrennen 2006 mit Temperaturen von vier Grad diesmal als Glutofen präsentierte.

„Ich hatte nicht so viele Probleme mit der Hitze. Und letztlich waren die Bedingungen ja für alle gleich“, betonte Ivuti. Sein Landsmann Daniel Njenga wurde in 2:12:45 Stunden Dritter. Titelverteidiger Robert Cheruiyot gehörte bis zur 35-Kilometer-Marke zur Spitzengruppe, fiel dann aber mit Magenproblemen zurück und kam nach 2:16:43 Stunden als Vierter an. Der Kenianer holte sich dennoch den Gesamtsieg der World-Marathon-Majors-Serie 2006/2007 und konnte sich über eine halbe Million Dollar Preisgeld freuen.

Pirtea hat zu früh gejubelt

Dramatisch und kurios war auch das Frauenfinale. Die Rumänin Adriana Pirtea lag bei ihrem starken Debüt auf Siegkurs, musste letztlich aber ihrer Unerfahrenheit und Unentschlossenheit Tribut zollen. Die 27-Jährige hatte sich sieben Kilometer vor dem Ziel von Vorjahressiegerin Berhane Adere abgesetzt, 2000 Meter vor dem Ende noch einen komfortablen 30-Sekunden-Vorsprung gehabt und den jubelnden Zuschauern bereits zugewinkt.

Kurz vor dem Ziel wurde Pirtea jedoch von ihrer 34-jährigen Kontrahentin überholt und war so geschockt, dass sie Aderes Endspurt nicht mehr kontern konnte. Die Titelverteidigerin gewann in 2:33:49 Stunden mit drei Sekunden vor Pirtea. „Bei Kilometer 40 habe ich gesehen, dass sie langsamer wurde. Da habe ich gewusst, dass ich sie noch einholen kann und habe das Letzte aus mir rausgeholt“, meinte Adere überglücklich, während Pirtea in Tränen ausbrach. Dritte wurde die Amerikanerin Kate O'Neill (2:36:15 Stunden). In der Gesamtwertung verbesserte sich Adere mit jetzt 55 Punkten auf den zweiten Platz. Es führt die Kenianerin Gete Wami mit 65 Zählern. Das Finale der WMM-Serie ist am 4. November beim New-York-Marathon.

Ein Toter bei 31 Grad Celsius

Aufgrund der Rekordhitze von 31 Grad Celsius hatten rund 10.000 der knapp 45.000 eingeschriebenen Läufer freiwillig auf einen Start in Chicago verzichtet. Nach einem Todesfall und 350 Einweisungen ins Krankenhaus wurde der Marathon abgebrochen. „Bei diesen Bedingungen kann es durchaus zu Hitzschlägen kommen. Deshalb halte ich die Entscheidung für vernünftig“, sagte Rennarzt Noel Nequin.

Läufer, die nach dreieinhalb Stunden noch nicht die Halbmarathon-Marke passiert hatten, mussten das Rennen aufgeben, weil der Kurs geschlossen wurde. An den Verpflegungsstellen waren die Helfer zuvor nicht mehr mit dem Auffüllen der Wasserbecher nachgekommen. Für einen 35-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er starb, nachdem er bei Kilometer 28 zusammengebrochen war.

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