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Schefflers Golf-Kolumne Geoff Ogilvy - stiller Star in Jeans und Flip-Flops

13.01.2009 ·  Adam Scott, seit jüngstem in Begleitung von Schauspielerin Kate Hudson, ist sein bester Freund. Doch Geoff Ogilvy mag es lieber ruhig. Das führt manchmal zu komischen Situationen, wie Wolfgang Scheffler in seiner wöchentlichen Golfkolumne weiß.

Von Wolfgang Scheffler
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Zum Saisonstart in der vergangenen Woche hat die amerikanische PGA Tour eine fetzige Werbekampagne lanciert, in der der künftige Kampf der Golfgenerationen gepriesen wird: die Jungen Sergio Garcia (29 Jahre), Camillo Villegas (27) und Anthony Kim (23) gegen die Alten Tiger Woods (33), Phil Mickelson (38), Ernie Els (39) und Vijay Singh, der am 22. Februar 46 Jahre alt wird.

Und wo bleibt Geoff Ogilvy, der am Sonntag auf der Hawaii-Insel Maui die Mercedes-Benz Championship gewann, eine „winners only“-Veranstaltung, bei der nur die Turniersieger der PGA Tour des Vorjahrs startberechtigt sind? „Ich bin irgendwo in der Mitte“, sagt der 31-jährige Australier „im Hintergrund“. Dem Golfprofi aus Melbourne käme es nie in den Sinn, sich über mangelnde Aufmerksamkeit zu beklagen. Im Gegenteil: „Ich bin froh, wenn ich nicht allzu oft über mich oder mein Spiel reden muss. Sergio, Camillo und Anthony sind jünger als ich und hatten einen ganz guten Lauf. Deshalb fühle ich mich nicht übergangen.“

Mann für spezielle Anlässe

Dabei hat Ogilvy im Gegensatz zu den hoch gelobten Jungstars bereits ein Major (US Open 2006) und zwei Turniere der World Golf Championship gewonnen, was außer ihm nur Woods und der Nordire Darren Clarke schafften - und auch mit dem souveränen Erfolg auf dem Plantation Course von Kapalua mit sechs Schlägen Vorsprung vor den Amerikanern Anthony Kim und Davis Love III bewies Ogilvy, dass er ein Mann für die speziellen Anlässe ist. Dennoch gibt er sich bescheiden: „Zu Tiger klafft noch eine Lücke.“

Auch wenn Woods, der frühestens nach der Geburt seines zweiten Kindes im Februar auf die Tour zurückkehren wird, der Spanier Garcia, Mickelson und der Ire Padraig Harrington, also die ersten vier der Weltrangliste, auf Hawaii fehlten, bot Ogilvy auf Maui eine beeindruckende Vorstellung. „Wenn Geoff gut spielt, sieht es so aus, als ob er nie einen schlechten Schlag machen könne“, behauptet sein Landsmann Adam Scott, sein bester Freund auf der Tour „ich glaube, deshalb spielt er bei den großen Turnieren so gut“.

Unrasiert und mit Jeans und Flip-Flops ins Ritz-Carlton Hotel

Aber im Gegensatz zum 28-jährigen Junggesellen Scott, der als der Frauenschwarm auf der Tour gilt und mit seiner neuen Begleiterin, der Schauspielerin Kate Hudson, auf Hawaii für einen Touch Glamour und Klatsch sorgte, ist Ogilvy ein ganz gar unauffälliger Typ. Nach Aussage seiner Frau Juli besitzt er nur Straßenschuhe, weil man sie eben haben müsse. Selbst zum Abendessen mit seiner elegant gekleideten Gattin und dem angeblich neuen Paar Hudson/Scott erschien Ogilvy im luxuriösen Ritz-Carlton Hotel auf Maui unrasiert („Ich habe meinen Elektrorasierer vergessen“) und in Jeans und Flip-Flops.

Für Spektakuläres sorgt er nur auf dem Platz. Auf dem Plantation Course hatte er das Feld der 32 Turniersieger drei Tage sicher im Griff, führte von der ersten Runde an und ging erstmals mit sechs Schlägen Vorsprung in eine Schlussrunde, ein vermeintlich sicheres Polster, dass ihn allerdings mehr beunruhigte als es ihm Selbstvertrauen einimpfte. So schrumpfte Ogilvys Vorsprung nach vier Bogeys schnell, nach acht Löchern lag er nur noch einen Schlag in Front, ehe er mit einem Eagle aus sechs, sieben Metern Entfernung am neunten Loch seine Nerven beruhigte.

„Wenn ich so jede Woche spielen würde, wäre es in Ordnung“

Was danach folgte, war einem Birdie-Feuerwerk, das den alten Abstand wieder herstellte, Am Ende feierte er seinen fünften Sieg auf der PGA Tour ganz souverän, kassierte 1,12 Millionen Preisgeld und einen Mercedes 500 SL. „Es war ein Traumstart für mich“, sagte Ogilvy, der Ende vergangenen Jahre bei einem dreimonatigen Heimaturlaub mit der Australian PGA Championship erstmals ein Turnier auf dem fünften Kontinent gewann.

In der Weltrangliste schob er sich auf den sechsten Platz vor. Doch zu großen Sprüchen ließ sich der Vater einer zweijährigen Tochter und eines einjährigen Sohnes dennoch nicht verleiten: „Wenn ich so jede Woche spielen würde, wäre es in Ordnung. Aber ich bin realistisch genug, dass dies nicht allzu oft passieren wird - aber hoffentlich häufiger als in der Vergangenheit.“

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Jahrgang 1948, Sportredakteur.

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