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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Magath-Kommentar Grandios gescheitert

 ·  Mangelnde Geduld mit Felix Magath kann man dem VfL Wolfsburg wirklich nicht vorwerfen. Er ist grandios gescheitert, da gibt es keine Ausreden. Das muss aber nicht bedeuten, dass Magath ein schlechter Trainer ist.

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© dpa Aus und vorbei: Felix Magath wird beim VfL Wolfsburg entlassen

Der VfL Wolfsburg hat nun doch noch die Reißleine gezogen. Zu wenig Geduld mit Felix Magath ist dem Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligaklubs, der vom VW-Konzern prominent besetzt ist, wirklich nicht vorzuwerfen. Ob Magath als Aufseher einem Trainer die Bilanz von 13 Siegen und 16 Niederlagen und im Schnitt 1,29 Punkten in 34 Bundesligaspielen hätte durchgehen lassen, wie sie der VfL in der vergangenen Saison ablieferte?

Einem Trainer, der verpflichten konnte, wen er wollte, einem Trainer, der feuern konnte, wen er wollte, einem Trainer, der so viel ausgeben durfte, wie nur ganz wenige Kollegen in der Liga. Magath ist grandios gescheitert, da gibt es keine Ausreden. Keiner zwang ihn, seinen Kader in den letzten anderthalb Jahren ständig durcheinanderzuwerfen. Sein Appell, ihm mehr Zeit zuzugestehen, wirkte hohl durch den Vergleich der Bilanzen der Aufsteiger Düsseldorf und Frankfurt, die im vergangenen Sommer ebenfalls ihre Teams neu zusammenstellten.

Magath hatte in Wolfsburg mehr Macht als jeder andere Bundesligatrainer. Und er hat sie konsequent eingesetzt. Er demontierte Stars wie Diego, Helmes, Kjaer und Kahlenberg - versetzte sie zu den Amateuren, schickte sie zu anderen Vereinen - und er holte sie wieder zurück. Sein Schlingerkurs erwies sich nicht als das Beste für den VfL Wolfsburg. Um mit einer Mannschaft, deren Marktwert geschätzte 110 Millionen Euro beträgt, in acht Bundesligaspielen einen Sieg und zwei Unentschieden zu holen, bedarf es keines Startrainers.

Magaths Arbeitsprinzip beruht auf den Eckpfeilern Druck und Härte. Er betont seine Distanz zu den Profis, Emotionen würden nur die Analyse verwässern. In Wolfsburg ging das schief, was nicht unbedingt bedeutet, dass Magath ein schlechter Trainer ist. Immerhin bewahrte er den VfL im ersten Vierteljahr seiner Tätigkeit vor dem Abstieg.

Löw ist für seine Profis genau der Richtige

Aber ganz sicher war er auf Dauer nicht der richtige Trainer. Denn seine Arbeitsweise war nicht dazu angetan, die spielerische Substanz seiner Spieler in den Matches zum Vorschein zu bringen. Und es stellt sich die Frage angesichts der veränderten Persönlichkeitsstrukturen der Fußballprofis, ob es noch viele Teams gibt, zu denen Magath eine längere Zeit lang passt.

Mehr Druck und Härte, das forderten in den vergangenen Wochen sehr viele Experten von Bundestrainer Joachim Löw. Vergleicht man - bei allen dunklen Momenten - die Leistungen der Nationalspieler mit denen der Wolfsburger, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass Löw für seine Profis genau der Richtige ist. Mehr Entschlusskraft im Krisen-Coaching kann sich der Bundestrainer ja noch aneignen.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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