Home
http://www.faz.net/-gtl-qzkq
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Leichtathletik-WM Williams läßt die Konkurrenz im Regen stehen

09.08.2005 ·  Das „Königspaar“ der Leichtathletik-WM kommt aus den Vereinigten Staaten. Einen Tag nach dem Triumphlauf ihres Landsmanns Justin Gatlin über 100 Meter stahl Lauryn Williams im Sprint der schnellsten Frauen den Favoritinnen die Show.

Artikel Bilder (12) Lesermeinungen (0)

Das „Königspaar“ von Helsinki kommt aus den Vereinigten Staaten. Einen Tag nach dem Triumphlauf ihres Landsmanns Justin Gatlin über 100 Meter stahl die kleine Amerikanerin Lauryn Williams im Sprint der schnellsten Frauen der Welt den großen Favoritinnen die Show und stürmte ein wenig unerwartet zur Goldmedaille.

Der Französin Christine Arron hatte dagegen einmal mehr bei einem Großereignis das Nachsehen. Die Europarekordlerin mußte sich hinter Veronica Campbell aus Jamaika mit Bronze begnügen.

Auf und Davon

Im Dauerregen von Helsinki stürmte Williams, die bei Olympia 2004 in Athen immerhin bereits Silber gewonnen hatte, vom Start weg dem hochkarätigen Feld auf und davon. Nach 10,93 Sekunden flog die 21 Jahre alte Micky-Maus-Liebhaberin über die Ziellinie, erst als ihr Name zuerst auf der großen Anzeigetafel auftauchte, konnte sie ihren Coup begreifen. Die Konkurrentinnen drehten zu spät auf: Die Olympia-Dritte Campbell folgte Williams in 10,95 zu Silber, für Arron blieb in 10,98 Rang drei. Olympiasiegerin Julija Nesterenko (Weißrußland) wurde in 11,13 Letzte.

„Es ist einfach wunderbar. Ich hatte einen guten Start und dann ein gutes Finish“, sagte die neue Weltmeisterin unmittelbar nach ihrem Lauf. Titelverteidigerin Torri Edwards war in Helsinki nicht am Start. Die Amerikanerin, die 2003 in Paris nachträglich Gold zugesprochen erhielt, weil Landsfrau Kelli White die Einnahme einer verbotenen Substanz nachgewiesen wurde, verbüßt derzeit eine Dopingsperre. Marion Jones, die Olympiasiegerin von 2000, hatte sich bei den US-Trials nicht für die WM qualifizieren können. Während die Weltjahresbeste und WM-Dritte Chandra Sturrup (Bahamas) trotz der besten Reaktionszeit nur Rang vier erreichte, entging Arron wenigstens einem totalen Fiasko. Nur bei der Europameisterschaft 1998 hatte sie Gold gewonnen, außerdem bei der WM 2003 mit der 4x100-Meter-Staffel. Ein großer Einzeltitel aber blieb ihr abermals versagt, nachdem sie fast im Startblock sitzen zu bleiben schien. „Ich habe den Sieg am Start verschenkt“, bekannte die 31jährige.

Arron blieb im Startblock sitzen

Am Ende konnte sich Arron wenigstens ein bißchen darüber freuen, im strömenden Regen nicht mit leeren Händen dazustehen. „Als mein Name nicht gleich auf der Anzeigetafel erschien, hatte ich schon Angst, daß ich wieder keine Medaille gewonnen habe.“ Mit der Einblendung der Drittplazierten wurde die Französin erlöst: „Ich habe fest daran geglaubt, hier zu gewinnen. Natürlich bin ich jetzt enttäuscht, aber wenigstens habe ich eine Medaille.“ Es war immerhin ihre erste als Einzelläuferin bei einer WM oder Olympia.

Nach zweimal Hallen-WM-Gold gewann die schwedische Hochspringerin Kajsa Bergqvist erstmals auch den Titel unter freiem Himmel. Die 28 Jahre alte Schwedin siegte bei den Weltmeisterschaften in Helsinki mit 2,02 Metren. Zweite wurde die 21 Jahre alte Chaunte Howard. Die Amerikanerin überquerte als Silbermedaillengewinnerin 2,00 Meter. Den schwedischen Triumph perfekt machte Emma Green, die 1,96 Meter überflog.

Noch im Vorjahr hatte Bergqvist einen Riß der Achillessehne erlitten und deshalb die Olympia-Teilnahme verpaßt. In Helsinki fehlten Titelverteidigerin Hestrie Cloete aus Südafrika und Olympiasiegerin Jelena Slesarenko aus Rußland.

10.000-Meter-Sieg an Bekele

Äthiopiens Langlauf-Volksheld Kenenisa Bekele verteidigte derweil seinen WM-Titel über 10.000 Meter im windig-kühlen Helsinki locker und kassierte als Gold-Zugabe 60.000 Dollar.

Aber auch die beiden deutschen Hammerwerfer haben sich am Montag abend gut verkauft. Markus Esser lag im Finale der 10. Leichtathletik-Weltmeisterschaften zunächst sogar in Führung, nach sechs Durchgängen landete der 25 Jahre alte Leverkusener mit 79,16 Meter auf einem respektablen vierten Platz. Kollege Holger Klose (Saarbrücken/74,80) wurde Elfter. Der Weißrusse Iwan Tichon verteidigte mit 83,89 Metren seinen Titel; Silber erkämpfte sein Landsmann Wadim Dewjatowski (82,60) vor dem Polen Szymon Ziolkowski (79,35).

Taktisch kluges Rennen

Die rund 35.000 Zuschauer im Olympiastadion von 1952 hatten zuvor ein taktisch kluges 10.000-Meter-Rennen des äthiopischen Trios erlebt. Am Ende holte sich der 23 Jahre alte Bekele in 27:08,33 Minuten sein zweites WM-Gold vor seinem Landsmann Sileshi Sihine (27:08,87) und dem Kenianer Moses Mosop (27:08,96). Auf einen Start über 5.000 Meter wird Bekele verzichten; damit vergibt der Olympiasieger auch die gute Chance, erstmals in der WM-Geschichte beide Langstrecken zu gewinnen. „Das ist ein sehr schweres Jahr für mich“, sagte Bekele, dessen Verlobte am 4. Januar bei einem gemeinsamen Waldlauf zusammengebrochen und wenig später gestorben war.

Frank Hensel, der Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), war am Montag morgen nach dem guten Auftaktwochenende trotz des trüben Himmels bei bester Laune: „Wir haben bei den Plazierungen besser abgeschnitten, als von den Meldelisten zu erwarten war. Wenn sich das fortsetzt, können wir uns auf die nächsten Tage freuen.“ Auch der Disput zwischen Speerwerferin Steffi Nerius und dem DLV soll beigelegt sein. „Die ganzen Probleme sind aus der Welt geschafft, wenn es überhaupt welche gegeben hat“, erklärte DLV-Präsident Clemens Prokop am Montag nach einem Gespräch mit der Olympia-Zweiten von 2004 im Athletendorf in Helsinki.

Prokop erklärt Streit für beendet

Bei ihrem Rundumschlag in einem kurz vor der WM publizierten Interview war der Leiter des Amtsgerichts in Kelheim Zielscheibe der Vorwürfe gewesen. Steffi Nerius hatte ihm dabei das Interesse an der Leichtathletik abgesprochen und ihm vorgeworfen, sein Präsidentenamt zur persönlichen Profilierung zu nutzen. „Sie hat mir die Hintergründe des Interviews erläutert, und ich habe ihr meine Sicht der Dinge erklärt. Da waren die Schwierigkeiten relativ rasch geklärt“, berichtete Prokop nach dem gut 45 Minuten langen Gespräch.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Live-Ticker 2.Bundesliga
Um diesen Sportticker sehen zu können müssen Sie mindestens Flash 8 verwenden. Die aktuelle Flash Version finden Sie hier

Die Zukunft ist weiblich

Von Peter Penders

Die Niederlage im Fed-Cup ist vergessen: Angelique Kerber bestätigt mit dem Turniersieg in Paris den Aufwärtstrend der deutschen Tennisdamen. Der Erfolg der Damen lenkt jedoch am vom Niedergang. Mehr

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   21  32   46 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   21  35   44 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   21  22   43 Verbesserung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Verschlechterung zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   21  -1   33 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   21  0   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   21  -8   26 Verbesserung zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   21  -2   25 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   21  -12   24 Verschlechterung zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   21  -6   23 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   21  -12   22 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   21  -11   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   21  -11   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   21  -14   18 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche