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Leichtathletik-WM Speerwerfer Boris Henry holt Bronze

31.08.2003 ·  Boris Henry hat am Schlußtag der Leichtathletik-WM die vierte Medaille für das deutsche Team gewonnen. Die 4 x 400 m Staffel der Frauen kam auf Platz vier.

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Boris Henry schleuderte nach seinem letzten Speerwurf Kusshände in Richtung Zuschauerränge. Danach setzte er sich auf die Bank und schüttelte nachdenklich den Kopf: „Ich habe ein weinendes und ein lachendes Auge, denn ich hätte Erster aber auch Vierter sein können. Medaille ist Medaille und die habe ich.“

Wie am Tag zuvor Steffi Nerius gewann der 29-Jährige aus Saarbrücken scheinbar unbeeindruckt von der Doping-Affäre seiner amerikanischen Freundin Kelli White die Bronzemedaille und wiederholte seine Platzierung von vor acht Jahren in Göteborg. Zur Affäre um seine Freundin blockte er aber rigoros ab: „Dazu will ich mich nicht äußern.“

Deutsche Frauenstaffel auf Platz vier

Seine Wettkampfzufriedenheit beantwortete er mit „Jein. Die Speere sind einfach nicht geflogen, die Würfe waren heute bei allen Schrott. Ich habe den Wettkampf schon abgehakt.“ In Brüssel und Monte Carlo sollen größere Weiten folgen. Weltmeister wurde der Russe Sergej Makarow (85,44) vor Andrus Värnik aus Estland (85,17). Christian Nicolai (Wattenscheid/81,77) und Peter Blank (Frankfurt/Main/80,34) landeten auf den Plätzen sechs und acht.

Für eines der wenigen sportlichen Highlights der WM sorgte am Schlußtag die Hochspringerin Hestrie Cloete: Mit der Jahresweltbestleistung von 2,06 m verteidigte die Südafrikanerin
ihren Titel.

Vereinigte Staaten beste Nation

Die deutsche Frauenstaffel über 4 x 400 m mit Schlußläuferin Grit Breuer landete beim Zittersieg der Amerikanerinnen (3:22,63 Minuten) durch die Disqualifikation Senegals sogar auf dem vierten Platz (3:26,25). Mit insgesamt vier Medaillen wurde das ohnehin bescheidene WM-Ziel von fünf bis acht Mal Edelmetall verfehlt. „Wir haben unsere Erwartungen und Ziele nicht erreichen können. Ich glaube aber nicht, daß die Leichtathletik in einer Krise steckt“, bilanzierte DLV-Präsident Clemens Prokop.

Die Vereinigten Staaten behaupteten in der Seine-Metropole zwar ihren Platz an der Sonne mit dem zehnten Titel in der abschließenden 4 x 400-m-Staffel, in Erinnerung dürften aber vor allem die Negativschlagzeilen bleiben.

Die erste Goldmedaille für die leidgeprüften Kenianer holte am letzten Tag Marathonläuferin Catherine Ndereba in 2:23:55 Stunden, drei Stunden später rang ihr Landsmann Eliud Kipchoge über 5000 m Marokkos Mittelstreckenkönig Hicham El Guerrouj nieder. Spurtsieger im 800-m-Finale wurde der Algerier Djabir Said-Guerni. Ohne Weltrekordler Tim Montgomery, Olympiasieger Maurice Greene und Fehlstarter Drummond mußte die amerikanische Verlegenheitsstaffel bis zum letzten Zentimeter um die Titelverteidigung in 38,06 Sekunden vor den Briten (38,08) zittern. Eine überraschende Niederlage kassierte 1500- m-Europameisterin Süreyya Ayhan gegen die Russin Tatjana Tomaschowa.

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