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Leichtathletik-WM in Helsinki Ein Amerikaner führt im „Duell der Giganten“

09.08.2005 ·  Olympiasieger und Weltrekordhalter Sebrle liegt nach fünf Disziplinen im Zehnkampf hinter seinem Konkurrenten Clay. Über 400 Meter Hürden gab es bei der Leichtathletik-WM einen Überraschungssieger.

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Der Zehnkampf der Leichtathletik-WM in Helsinki hat bereits am ersten Tag das erhofft packende „Duell der Giganten“ geboten. Olympiasieger und Weltrekordhalter Roman Sebrle und sein Herausforderer Bryan Clay lieferten den vom Regen geplagten Zuschauern im Olympiastadion einen spannenden Zweikampf, der am Ende des ersten Tages den Amerikaner vorne sah. Mit 4.527 Punkten hatte Clay 14 Zähler Vorsprung auf Sebrle, der mit dem WM-Titel seine beeindruckende Titelsammlung komplettieren möchte. Dritter ist der überraschend starke Este Kristjan Rahnu mit 4.404 Punkten.

Der Olympiazweite Clay gab sich vor den abschließenden fünf Disziplinen kämpferisch: „Roman und ich werden es bis zum Ende auskämpfen. Ich bin zuversichtlich, alles ist möglich.“ Sebrle wirkte dagegen gelassen: „Ich schaue nicht so viel auf Bryan, sondern konzentriere mich auf meinen eigenen Wettkampf. Und dann muß man sehen, was am Ende dabei herauskommt.“ Clay liegt derzeit 148 Punkte unter Sebrles Halbzeitwert beim Weltrekord in der Nacht zum 10. August 2001 in Götzis. Damals hatte der 30Jährige mit 9.026 Punkten als erster und bis heute einziger Athlet die „Neuntausender“-Grenze durchbrochen.

Zehnkämpfer Karpow disqualifiziert

Für Mitfavorit Dmitri Karpow war der Wettkampf dagegen schon beendet, noch bevor er richtig begonnenen hatte. Der Olympia- und WM-Dritte aus Kasachstan hatte ähnlich wie Jürgen Hingsen bei Olympia 1988 in Seoul zwei Fehlstarts über 100 Meter und wurde disqualifiziert. Der dreimalige Weltmeister Thomas Dvorak (Tschechien) entging dagegen nach zwei ungültigen Versuchen im Weitsprung knapp einem vorzeitigen Ausscheiden. Der Franzose Laurent Hernu, WM-Fünfter von Paris 2003, hatte seine Meldung wegen einer Verletzung kurzfristig zurückgezogen.

Andre Niklaus aus Berlin, einziger deutscher Vertreter, belegte nach neuer Bestleistung im Kugelstoßen (14,24 statt zuvor 14,14 Meter) und eingestellter Bestmarke im Hochsprung (2,03 Meter) nach dem ersten Tag mit 4130 Zählern Rang zwölf. Der zweimalige Junioren-Europameister will in Finnland den achten Rang von der WM in Paris vor zwei Jahren wiederholen.

Überraschung über 400 Meter Hürden

Über 400 Meter Hürden hat der Amerikaner Bershawn Jackson trotz nasser Bahn und böigem Wind in hervorragenden 47,30 Sekunden die Goldmedaille gewonnen. Hinter lief sein Landsmann James Carter in ebenfalls noch ausgezeichneten 47,43 Minuten zu Silber. Als Überraschungsdritter kam der Japaner Dai Tamesue ins Ziel (48,10). Der 27Jährige hatte bereits bei der WM 2001 Bronze gewonnen.

Kerron Clement, der bei den amerikanischen Meisterschaften im Juni in 47,25 Sekunden die beste Zeit seit 1998 erzielt hatte und zudem den Hallenweltrekord über 400 Meter von Michael Johnson verbessert hat, lag bereits Mitte der letzten Kurve nicht mehr auf Siegkurs. Auf der Zielgeraden wurde er dann von Tamesue abgefangen und wurde Vierter.

Bitteres Ende für Olympiasieger Sanchez

Ein bitteres Ende nahm die WM für Dauersieger Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik. Der Weltmeister von 2001 und 2003 und Olympiasieger von 2004 war mit einer Knochenabsplitterung im Fuß in Helsinki angetreten, hatte es aber unter Schmerzen dennoch bis ins Finale geschafft.

„Ich liebe den Wettkampf, ich mußte es einfach versuchen“, begründete der 27Jährige seine Teilnahme. Im Finale war dann aber gleich Schluß. Als er nach 45 Metern über die erste Hürde gelaufen war, faßte sich Sanchez an den rechten Oberschenkel und humpelte über die nasse Bahn. Auf zwei Helfern gestützt, verließ er schließlich den Innenraum.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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