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Leichtathletik-WM Bolt holt Gold

Superstar Usain Bolt gewinnt bei der Leichtathletik-WM in Moskau seine zweite Goldmedaille. Der Jamaikaner setzt sich mit Weltjahresbestleistung im 200-Meter-Finale durch.

© REUTERS Vergrößern World Champion: Usain Bolt, wer sonst?

Usain Bolt hat was Neues im Repertoire. Diesmal ließ der diplomierte grün-gelb-schwarze Blitzeschleuderer nach dem 200-Meter-Finale im Luschniki-Stadion mal zur Abwechslung die Armmuskeln spielen und zeigte, dass er neben flotten Beinen auch einen straffen Bizeps hat. Und dann wagte der schnellste Mann der Welt sogar mit dem jamaikanischen Kollegen Warren Weir ein Tänzchen - ein bisschen staksig zwar, aber das ist ja nach 200 Meter im Höchsttempo verzeihlich.

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Es war wie schon beim 100-Meter-Finale vor einer Woche. Die Frage lautete nicht: Wer? Sondern: Wie schnell? Und diese Frage beantwortete der fast 27 Jahre alte Jamaikaner überzeugend, aber nicht überragend: Seine 19,66 Sekunden, die er für die 200 Meter brauchte, sind Jahresweltbestzeit, aber eben doch weit von jenen 19,19 Sekunden entfernt, in denen er 2009 in Berlin um die halbe Stadionbahn gerast war. Dabei hat Bolt hier in Moskau durchaus das Wort Weltrekord in den Mund genommen. Aber er hat ihn andererseits auch nicht zu voll genommen, denn versprochen hat er rein gar nichts.

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Es war an diesem Samstagabend im fast vollen Stadion eine derart eindeutige Angelegenheit, dass Bolt schon zehn Meter vor dem Ziel das Tempo herausnahm, wohl wissend, dass es zum Rekord nicht reichen würde. Warren Weir kam ihm in der persönlichen Bestzeit von 19,79 Sekunden noch am nächsten, und zum Amerikaner Curtis Mitchell (20,04 Sekunden) klaffte schon eine richtige Lücke. „Ich wusste bei 150 Metern, dass es reicht, und da habe ich nicht mehr alles gegeben. Für mich geht vor es jetzt vor allem darum, verletzungsfrei durch den Rest der Saison zu kommen“, sagte Bolt.

Einfachster Titel

Es war vielleicht sein einfachster 200-Meter-Titel von nun insgesamt dreien, was ihn wiederum einmalig macht. Noch nie hat jemand drei WM-Titel über 200 Meter gewonnen, geschweige denn in Serie. Das ist wieder so ein Superlativ in seiner Vita. Und nebenbei ist er auch den längst nicht mehr aktiven Amerikaner Carl Lewis und Michael Johnson hart auf den Fersen, die es in ihrer persönlichen WM-Bilanz auf insgesamt acht Weltmeister-Titel gebracht haben. An diesem Sonntag, nach der 4x100-Meter-Staffel, könnte Bolt auf einer Stufe mit ihnen stehen.

Im roten Bereich © AP Bilderstrecke 

War es der Startblock, der ihm im Training aus Versehen auf den rechten Fuß gefallen? Oder war es die Müdigkeit in den Beinen, über die Bolt nach dem Halbfinale geklagt hatte, die noch schnelleres verhinderte? Aber der Startblock hatte keine bleibenden Schäden hinterlassen, und gegen müde Beine helfen Massagen und Eisbäder. Beides hatte Bolt ausgiebig in Anspruch genommen, um im Finale frisch zu sein. Er war schnell genug, um die Konkurrenz schon in der Kurve zu desillusionieren.

Der größte Sprinter der Geschichte ist Bolt schon jetzt. Das hat zumindest eine Abstimmung der französischen Sportzeitung L’Equipe ergeben, an der 30 Experten und frühere Größen der Kunststoffbahn teilgenommen haben, darunter Sergej Bubka, Sebastian Coe sowie die jamaikanischen Trainer Glen Mills und Stephen Francis. Bolt schlug mit 89 Punkten Carl Lewis (41) und Jesse Owens (31) um Längen.

Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau

Männer, 200 m
Gold:
Usain Bolt (Jamaika) 19,66 Sek. WJB (0,0 m/s);
Silber: Warren Weir (Jamaika) 19,79; 
Bronze: Curtis Mitchell (USA) 20,04;
4. Nickel Ashmeade (Jamaika) 20,05; 5. Adam Gemili (Großbritannien) 20,08; 6. Anaso Jobodwana (Südafrika) 20,14; 7. Churandy Martina (Niederlande) 20,35; 8. Jaysuma Saidy Ndure (Norwegen) 20,37.

Quelle: FAZ.NET

 
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