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Leichtathletik-EM : Silber und Bronze für Dutkiewicz und Roleder

Erfolgreich über alle Hürden: Pamela Dutkiewicz (l.) und Cindy Roleder Bild: EPA

Pamela Dutkiewicz und Cindy Roleder gewannen einträchtig nebeneinander laufend Silber und Bronze über 100 Meter Hürden bei der Leichtathletik-EM. Ein Berliner Knalleffekt mit Kalkül.

          Der letzte sportliche Knalleffekt im Berliner Olympiastadion zum Abschluss des dritten Finalabends bei der Leichtathletik-EM war den Hürdensprinterinnen vorbehalten. Eine Ansetzung, die nicht zufällig gewählt war, denn die deutschen Vertreterinnen galten von vornherein als heiße Medaillen-Anwärterinnen. Und der gewünschte Effekt, das Publikum mit einem weiteren Erfolgserlebnis neben dem deutschen Doppelerfolg von Thomas Röhler und Andreas Hofmann im Speerwerfen in die Berliner Nacht zu verabschieden, funktionierte vorzüglich. Pamela Dutkiewicz (12,72 Sekunden) und Cindy Roleder (12,77) gewannen einträchtig nebeneinander laufend Silber und Bronze über 100 Meter Hürden, Ricarda Lobe als dritte im deutschen Bunde kam zudem auf dem fünften Rang ins Ziel (13,00). Gold ging an eine der beiden favorisierten Weißrussinnen: Elwira Herman setzte sich in 12,67 Sekunden durch. Die Jahresschnellste Alina Tay kam dagegen nicht ins Ziel.

          In den übrigen Entscheidungen des Abends war nur eine weitere Deutsche am Start. Die offenbar unverwüstliche Carolin Hingst schaffte es mit 37 Jahren noch einmal in den Endkampf der Stabhochspringerinnen, belegte beim Doppelerfolg der Griechinnen Ekaterini Stefanidi (4,85) und Nikoleta Kiriakopoulou (4,80) mit 4,30 Metern immerhin den neunten Rang. Und Carolin Schäfer (Frankfurt) übernachtet im Siebenkampf nach vier Disziplinen mit 3848 Punkten als Dritte hinter der Britin Katarina Johnson-Thompson (4017) und Olympiasiegerin Nafissiatou Thiam aus Belgien (3930).

          Und dann kam es zum großen Finale: Roleder, auf Bahn fünf, ging den Endlauf als Titelverteidigerin an. Aufgrund ihrer Vorleistungen in diesen Saison konnte die 28-Jährige nicht unbedingt als Favoritin gelten, wegen ihrer Stärke in direkten Duellen hingegen schon eher. Den Halbfinallauf im Vorabendprogramm hatte sie souverän gewonnen und auf dem Zielstrich schon mal den Arm zur Siegerpose ausgestreckt. Roleder hatte 2015 schon WM-Silber gewonnen und damit die guten Zeiten der deutschen Hürdensprinterinnen eingeläutet, ehe sie dann vor zwei Jahren Europameisterin wurde. Die zwei Jahre jüngere Pamela Dutkiewicz, WM-Dritte 2017, hatte dagegen in der laufenden Saison bessere Zeiten vorzuweisen. Auch sie gewann ihr Halbfinale souverän, verbuchte dies aber noch als kontrollierte Offensive. Sie lief auf Bahn sechs.

          Die beiden Rivalinnen der Hürdenbahn gelten als extrem unterschiedlich. Die fast 1,80 Meter große Cindy Roleder aus Halle wirkt eher ruhig und still, die nur 1,70 große Pamela Dutkiewicz aus Wattenscheid dagegen quirlig und laut. Roleder zieht mit langen Schritten über die 84 Zentimeter hohen Hürden, Dutkiewicz rollt mit scheinbar rotierenden Beinen die Bahn ab. Doch beide sind sich in einer Einschätzung einig: Jede fokussiert sich nur auf sich selbst. Die Ehrenrunde liefen sie dann aber gemeinsam.

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