Er ist seiner Favoritenrolle bei der Leichtathletik-EM in München gerecht geworden: Ingo Schultz siegte über 400 Meter in guten 45,14 Sekunden vor dem Spanier David Canal (45,24) und den britischen Hallen-Weltmeister Daniel Caines (45,28). „Vor heimischen Publikum musste ich das durchziehen“, sagte Schultz. „Ich musste volle Granate gehen, und die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen.“
Kurz darauf lief auch Grit Breuer über die Stadionrunde ein furioses Rennen. Nach 50,70 Sekunden musste sie sich nur der Russin Olesja Sikina (50,45) geschlagen geben. Bronze ging an die Britin Lee McConnell (51,02). Birgit Rockmeier aus Dortmund, die sich als zweite Deutsche überraschend fürs Finale qualifziert hatte, belegte in 52,91 Sekunden den achten und letzten Rang.
Zum Abschluss des dritten Wettkampftages landeten zwei weitere DLV-Athleten auf dem zweiten Rang: Charles Friedek sicherte sich Silber im Dreisprung, Steffi Nerius im Speerwerfen.
Silber für Heike Meissner über 400 Meter Hürden
Die Leipzigerin Heike Meissner hatte zuvor überraschend ebenfalls Silber geholt und damit die dritte deutsche Medaille gewonnen. In einem schwachen Finale wurde die 32-Jährige in 55,89 Sekunden nur von Rumäniens Titelverteidigerin Ionela Tirlea besiegt, in in 54,95 Sekunden klar vorn lag. Bronze holte die Polin Anna Olichwierczuk (56,18).
Hallen-Weltrekordlerin Jolanda Ceplak aus Slowenien hat das EM-Doppel über 800 Meter geschafft. Nach ihrem Hallentitel Anfang März in Wien kam sie in München zu einem Start-Ziel-Sieg in 1:57,65 Minuten. Mayte Martinez (Spanien/1:58,86) und Kelly Holmes (Großbritannien/1:59,83) belegten die Plätze zwei und drei. Claudia Gesell (Leverkusen/2:00,51) wurde Fünfte, Ivonne Teichmann (Magdeburg/2:00,87) kam auf Rang sieben.
Mehdi Baala gewinnt ein fast „totes Rennen“
Der Franzose Mehdi Baala gewann in einem nahezu „toten Rennen“ 1500-Meter-Gold. In 3:45,25 Minuten holte er den ersten Titel für Frankreich, nachdem der zeitgleiche Spanier Reyes Estevez nach Zielfoto-Studium und mehrminütiger Beratung noch auf Rang zwei gesetzt wurde.
Die 48.500 Zuschauer quittierten die Entscheidung mit einem Pfeifkonzert - zunächst waren beide Athleten auf Rang eins gesetzt worden. Bronze holte für Portugal Rui Silva in 3:45, 93 Miunuten. Bereits im Vorlauf war Franek Haschke (Pirna) ausgeschieden.
Roman Sebrle gewinnt den Zehnkampf
Weltrekordler Roma Sebrle aus Tschechien ist Zehnkampf-Europameister geworden und hat mit 8800 Punkten seine Jahresweltbestleistung eingestellt. Olympiasieger Erki Nool (Estland) belegte mit 8438 Zählern Rang zwei vor dem Russen Lew Lobodin (8425).
Auch dank starker 5,10 Meter im Stabhochsprung und guter 63,75 Meter im Speerwerfen behauptete Mike Maczey (Schleswig) mit 8158 Zählern und Rang sechs einen Platz in der erweiterten Weltspitze. „Es war nicht alles perfekt, aber im Großen und Ganzen kann ich zufrieden sein“, meinte der Europacupsieger.
Gabi Rockmeier im Halbfinale
Gabi Rockmeier (Dortmund) hat sich ohne Probleme für das Halbfinale über 200 Meter qualifiziert. In 23,24 Sekunden lief die Deutsche Meisterin als Zweite ihres Vorlaufs hinter der französichen Goldfavoritin Muriel Hurtis (22,86) die insgesamt sechstbeste Zeit. Sina Schilke (Dortmund), am Oberschenkel noch leicht verletzt, wollte kein Risiko für die Sprintstaffel eingehen und verzichtete auf den Start.
Olympiasieger Kostas Kenteris hat schon im ersten Vorlauf über 200 Meter ein Zeichen gesetzt. Der schnelle Grieche lief in 20,29 Sekunden mit Abstand die beste Zeit. Marcin Jedrusinski (Polen) lief als Zweitschnellster in 20,37 Sekunden persönliche Bestzeit, der Brite Marlon Devonish (20, 41) sparte Kräfte vor dem Finale am Freitag.