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Leichtathletik Bolt wieder in seiner eigenen Welt

08.07.2009 ·  Usain Bolt war knapp sechs Wochen vor der Leichtathletik-WM in Berlin beim Super-Grand-Prix in Lausanne nicht zu stoppen. Trotz 0,9 m/s Gegenwind lief er 19,59 Sekunden über 200 Meter. Für deutsche Starter gab es wenig Grund zu jubeln - außer für Steffi Nerius.

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Die Gegner wieder einmal Statisten, Wind und Regen egal - Usain Bolt war knapp sechs Wochen vor der Leichtathletik-WM in Berlin beim Super-Grand-Prix in Lausanne nicht zu stoppen. Trotz 0,9 m/s Gegenwind lief er 19,59 Sekunden über 200 Meter. „Ich genieße es, wenn das Publikum wegen mir ausflippt. Ich fühle mich jetzt großartig“, sagte der 22-Jährige nach seiner weltrekordverdächtigen Ein-Mann-Show, die er mit der viertbesten Zeit der Geschichte krönte: „Ich hätte nie gedacht, dass ich bei solchen Bedingungen so viel Spaß haben kann.“ 400-m-Olympiasieger LaShawn Merritt (USA) war als Zweiter in 20,41 weit abgeschlagen.

Zwar versicherte er, nicht nach Lausanne gekommen zu sein, um seinen „Gegnern eine Lektion zu erteilen“, doch die Botschaft an die Konkurrenz war trotzdem eindeutig: Nichts kann Bolt stoppen, auch wenn Gay mit 19,58 Sekunden immer noch die Jahres-Weltbestleistung hält. Der Amerikaner hatte Ende Mai allerdings auch 1,3 m/s Rückenwind. Bolt, der am Tag nach dem 200-m-Finale bei der WM 23 Jahre alt wird, ist nun mit vier Zeiten in den Top Ten der ewigen Bestenliste vertreten.

Bayer nur Achter

Licht und Schatten gab es bei den deutschen Startern. Während sich Speer-Europameisterin Steffi Nerius zwei Tage nach ihrem sechsten DM-Titel auf 65,37 m steigerte, 8000 Dollar kassierte und Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien/64,38) ausstach, enttäuschte die Olympiadritte Christina Obergföll (Offenburg) mit 62,31 als Dritte. Sie bleibt aber Weltranglisten-Erste (68,59). Nur Achter mit 7,70 m wurde drei Tage nach seinem 8,49-m-Satz von Ulm der Weltranglisten-Vierte Sebastian Bayer (Bremen) im Weitsprung. In einem wind- und regengeschädigten Wettbewerb kam auch Sieger Godfrey Mokoena (Südafrika) nur auf 8,05 m und Weltranglisten-Spitzenreiter Dwight Phillips (USA/8,74) als Dritter nicht über 8,03 m hinaus. Mokoena war am Samstag noch mit 8,50 zum Afrika-Rekord gesprungen. Den Stabhochsprung gewann Olympiasieger Steve Hooker (Australien) mit 5,75 m. Bester von fünf Deutschen war als Fünfter mit 5,60 m Malte Mohr (Leverkusen), Tim Lobinger (München) riss die Anfangshöhe von 5,45.

Das Wetter wirkte sich auch leistungsmindernd auf die weiteren Sprintwettbewerbe aus. Asafa Powell, Usain Bolts Vorgänger als 100-m-Weltrekordler, siegte auf der kürzeren Sprintstrecke bei 1,8 m/s Gegenwind in 10,07 Sekunden. Von 1,3 m/s Gegenwind gestoppt wurde über 110 m Hürden Kubas Olympiasieger Dayron Robles. Der Weltrekordler musste sich mit schwachen 13,18 Sekunden begnügen. Bei leichtem Rückenwind gewann dagegen Sally McLellan (Australien) ein großes Rennen über 100 m Hürden in 12,60 vor Brigitte Foster-Hylton (Jamaika/12,64).

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