29.10.2005 · Der eingewechselte Göktan sorgte für den nicht mehr erwarteten Ausgleich, der Leverkusens Coach Skibbe sein erstes Erfolgserlebnis vermasselte.
In letzter Minute hat der 1. FC Kaiserslautern beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen seine vierte Heimniederlage vermieden. Dennoch sind die Pfälzer nach dem achten sieglosen Spiel in Serie in der Fußball-Bundesliga auf einen Abstiegsplatz abgerutscht.
Der in der 87. Minute eingewechselte Berkant Göktan sorgte am Samstag in der 90. Minute für den nicht mehr erwarteten Ausgleich, der Leverkusens neuem Coach Michael Skibbe sein erstes Erfolgserlebnis vermasselte. Die nunmehr fünf Spiele nacheinander sieglosen Leverkusener hatten vor 27.468 Zuschauern den 0:1-Rückstand durch FCK-Kapitän Marco Engelhardt (32.) durch Tranquillo Barnetta (39.) und Andrej Woronin (71.) in eine 2:1-Führung verwandelt.
Der trotz des glücklichen Punktgewinns immer mehr unter Druck geratende FCK-Coach Michael Henke hatte auf die bis dahin 25 Gegentore in zehn Spielen reagiert, verhalf Torwart-Routinier Thomas Ernst zu seinem Bundesliga-Saisondebüt und beorderte den 18 Jahre alten Gymnasiasten Fabian Schönheim in die zuletzt brüchige Vierer-Abwehrkette. „Wir sind natürlich sehr glücklich über den späten Ausgleich. Aber die Mannschaft ist noch nicht so gefestigt, wie ich mir das vorstelle“, erklärte Henke später.
Er kam, sah und traf
Henkes Kollege Skibbe mußte unfreiwillig eine kurzfristige Rotation vornehmen: Nationalspieler Bernd Schneider zog sich beim Aufwärmen eine Zerrung zu und überließ Paul Freier seine Position im rechten Mittelfeld. Freier war an Lauterns Führung beteiligt. Nach seinem Ballverlust kam Engelhardt an den Ball, und gegen den 18-Meter-Flachschuß des zuletzt kritisierten Mittelfeldspielers hatte Leverkusens Torwart Hans-Jörg Butt keine Abwehrchance. Die Lauterer Freude über die Führung währte jedoch nur sieben Minuten, als FCK-Keeper Ernst durch einen von Schönheim noch abgefälschten Schuß Barnettas von der Strafraumgrenze überrascht wurde. Die mit den besseren Einzelspielern bestückten Rheinländer spielten den technisch ansehnlicheren Fußball, ohne jedoch zwingende Torchancen herauszuspielen. Die beste vor der Pause hatte Woronin (15.), dessen Kopfball Ernst große Mühe bereitete.
Bei den Pfälzern hatte der neben Boubacar Sanogo in die Spitze gerückte Torjäger Halil Altintop in der 5. und 28. Minute zwei Gelegenheiten zur Führung. Dazu scheiterte Engelhardt (35.) an Butt, während Stefan Blank (36.) mit einem Kopfball das Außennetz traf. Nach dem Wechsel spielten die Leverkusener auch in Strafraumnähe druckvoller - die Folgen waren binnen 60 Sekunden zwei von Ernst zunichte gemachte Chancen durch Dimitar Berbatow (56.) und Athirson (59.). Danach rutschte Berbatow an einer Hereingabe des eingewechselten Jacek Krzynowek (68.) vorbei. Belohnt wurden die Bemühungen der Bayer-Elf dann durch das 2:1 von Woronin, der eine Kopfball-Vorlage von Berbatow verwertete. Lautern hatte nur noch eine von Butt gehaltene Kopfballchance von Sanogo (66.), bis Göktan kam und traf. Sein Schuß wurde von Roque Junior unglücklich abgefälscht.