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Lautern - Bremen 1:5 Leiser Bremer Genuß - Lauterer zahlen Lehrgeld

 ·  Mit diesem Erfolg haben sich die Norddeutschen in der Tabellenspitze festgesetzt und Selbstvertrauen für den Champions-League-Festakt am Mittwoch gegen der FC Barcelona getankt.

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Als Thomas Schaaf nach und nach seine Stars Torsten Frings, Ivan Klasnic und Johan Micoud vom Platz geholt hatte, diese vom Rasen des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern schlenderten, als sei von diesem Augenblick an nur noch energiesparendes Fortbewegen gestattet, wurde jedem im Lager des SV Werder Bremen bewußt, daß die Vorbereitung auf den Mittwoch eingeläutet war.

Gesten und Hinweise am Samstag offenbarten, wie wichtig die Bremer den ersten Arbeitstag in der Champions League nehmen, der ihnen mit dem spanischen Meister FC Barcelona gleich Außergewöhnliches beschert. Dennoch wollte Schaaf über die erste große europäische Kraftprobe des SV Werder in dieser Spielzeit fürs erste noch kein Wort verlieren. Lieber würdigte der Coach den Tatendrang seiner Mannschaft beim 5:1-Erfolg über einen völlig überforderten 1. FC Kaiserslautern.

Ausrufezeichen in eigener Sache

Schaaf verwies auf den Teamgeist, den seine Profis verbreitet hätten. Allein 14 Bremer Spieler mußten in den vergangenen zwei Wochen ihre Heimatländer bei Weltmeisterschafts-Qualifikationsbegegnungen oder anderen Länderspielen vertreten. Deshalb hob der Werder-Trainer am Betzenberg auch hervor, daß es nur eine einzige gemeinsame Trainingseinheit vor der Reise nach Kaiserslautern gegeben habe. „Wir haben zu der Sicherheit gefunden, die unser Spiel gut ablaufen ließ“, sagte Schaaf, als gälte es für einen Außenseiter, sich vor einer großen Aufgabe behutsam Mut zuzusprechen. Dabei hatten die Bremer an diesem Nachmittag ein Ausrufezeichen in eigener Sache gesetzt, ohne damit den Emissären des namhaften Konkurrenten in der Königsklasse Angst eingejagt zu haben. Sie hatten ihre nationale Pflichtaufgabe und damit die Generalprobe vor dem Wiedereinstand in der Champions League mit minimalem Aufwand und maximalem Ertrag gelöst und sich damit viel Respekt erworben.

„Wir haben bitteres Lehrgeld bezahlt“, kommentierte dagegen der Kaiserslauterer Trainer Michael Henke den Spielausgang. Er konnte nicht verstehen, warum seine mit zwei Siegen erfolgreich in die Saison gestartete Mannschaft so „ängstlich“ in die Partie ging, und hatte mehr „Cleverness und Gegenwehr erwartet“. Nach der Bremer Führung durch Micoud (31.) aber öffneten die Pfälzer ihr Spiel und brachten ihre ohnehin schon bedenklich indisponierte Abwehr in unüberbrückbare Schwierigkeiten. Nach dem 1:5 schleppt der FCK nun die Last von zwölf Gegentreffern aus vier Spielen mit sich herum. Ein Rekordwert.

„Einmaliger Ausrutscher“?

Halil Altintop dagegen, der erfolgreichste Stürmer des FCK, erklomm mit seinem siebten Saisontreffer die Spitze der Torjägerliste der Liga. Doch blieb dies der einzige Lichtblick in einer ansonsten schwachen Elf, die sich „einen einmaligen Ausrutscher“ leistete, wie Altintop vermutete. Als Altintop den Ball zum Frustabbau in der 84. Minute betont heftig ins Netz hämmerte, hatten 33.000 Zuschauer eine enttäuschende Vorstellung ihres Klubs erlebt und vor Augen geführt bekommen, daß die Pfälzer auch in dieser Spielzeit kaum eine Rolle im Kampf um die internationalen Startplätze spielen werden. Ohne Gegenwehr rollten Werders Angriffe durch ein Lauterer Mittelfeld, in dem sowohl Ervin Skela als auch Ciriaco Sforza und Marco Engelhardt nicht in der Lage waren, unheilverhindernd einzugreifen. Der Franzose Micoud führte statt dessen gekonnt Regie und dürfte kaum bemerkt haben, daß es eine der Hauptaufgaben von Nationalspieler und FCK-Kapitän Engelhardt gewesen sein soll, ihn darin zu stören.

Die Bremer machten mit den weiteren Treffern von Miroslav Klose (44./78.), Frings (45.) und Vranjes (89.) - ein glänzend aufgelegter Ivan Klasnic bereitete allein drei davon vor - kein Aufhebens um ihren Sieg in der Pfalz. Zu klein erschien der beachtliche Erfolg im Hinblick auf den Mittwoch und das große Spiel gegen Barcelona, das ganz Bremen elektrisiert. So rückte beim Ligazweiten für den Augenblick selbst die Verfolgung von Bundesligaspitzenreiter Bayern München in den Hintergrund.

Ohne Klose gegen Barcelona

„Auch wenn die Bayern uns in diesem Jahr wieder einen guten Spieler weggenommen haben, bereitet uns das keine Minderwertigkeitsprobleme. Wir gehören zu den besten Teams und fühlen uns in dieser Rolle wohl“, sagte der Bremer Sportdirektor Klaus Allofs, der sich nach der Bundesligadienstreise vorsichtig dem internationalen Gegner widmete und sich mühte, dabei Zuversicht zu verbreiten: „Wovor sollte Barcelona Angst haben, sie haben sicher einen Beobachter geschickt. Aber man wächst schließlich an den Aufgaben. Wir sind vorbereitet.“

Nur ein Bremer wollte nicht in die Vorfreude einstimmen: Miroslav Klose, der derzeit überragende Angreifer. Klose sang zwar Loblieder auf die Fraktion der Stürmer der Bremer, die bestens harmoniere, und deshalb Ausfälle ohne Zweifel wegstecken könne. Aber Werder muß gegen Barcelona ohne seinen derzeit stärksten Offensivspieler auskommen, weil Klose wegen einer Gelb-Roten Karte im zweiten Champions-League-Qualifikationsspiel gegen den FC Basel einmal aussetzen muß. „Das ist bitter“, sagte Klose, den wohl Nelson Valdez vertreten wird.

1. FC Kaiserslautern - Werder Bremen 1:5
Kaiserslautern: Macho - Lembi, Mettomo, Pletsch, Blank - Engelhardt, Sforza - Skela - Altintop, Jancker (66. Göktan), Seitz (46. Reuter).
Bremen: Reinke - Owomoyela, Pasanen, Naldo, Schulz - Borowski, Frings (68. Jensen), Baumann - Micoud (76. Vranjes) - Klose, Klasnic (71. Valdez).
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Tore: 0:1 Micoud (31.), 0:2 Klose (44.), 0:3 Frings (45.), 0:4 Klose (78.), 1:4 Altintop (84.), 1:5 Vranjes (89.)
Zuschauer: 32.851
Gelbe Karten: Engelhardt - Pasanen (2), Owomoyela, Klose

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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