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Langstreckenflüge Viel Wasser trinken in der Touristenklasse

 ·  Jährlich sterben Fluggäste am so genannten Touristenklassen-Syndrom. Wasser trinken und Bewegung an Bord hilft zur Prävention.

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Nach einer britischen Untersuchung kommt statistisch gesehen jeden Monat ein Passagier direkt auf dem Londoner Flughafen Heathrow durch eine Venenthrombose ums Leben. Die meisten Fälle des Touristenklassen-Syndroms würden aber nicht sofort bekannt.

Nach Angaben von Dr. John Belstead, Arzt auf der Unfallstation von Ashford, die dem Flughafen Heathrow am nächsten liegt, sind innerhalb der vergangenen drei Jahren 30 Fluggäste gestorben. Ein Drittel der Patienten war in der Touristenklasse von Australien nach London geflogen. Die Altersspanne liege zwischen Ende 20 und Ende 70. Oft würde versäumt, einen möglichen Zusammenhang mit dem Flug zu untersuchen, sagte der Mediziner.

Straße überqueren ist gefährlicher

In der Klinik des Internationalen Flughafens in Tokio starben in den vergangenen acht Jahren insgesamt 25 Patienten an der Bildung von Venenthromben im Zusammenhang mit mehrstündigen Flügen. Darüber berichtete das britische Fachmagazin „New Scientist“ (Nr. 2273, S. 7). Angesichts einer Million Passagiere von Langstreckenflügen, die pro Monat in Heathrow einträfen, erscheine das Risiko „im Vergleich zum Überqueren einer Straße gering“, sagte Belstead.

Bei der Lufthansa ist man sich der Problematik schon seit vielen Jahren bewusst. Nach einer Studie der Universität Frankfurt könne man aber für Gesunde Entwarnung geben, sagte Lufthansa-Sprecherin Karin Weber. Bei 40 Millionen Passagieren pro Jahr habe es noch keine Todesfälle durch Thrombosen gegeben. Dennoch gibt die Lufthansa allen Fluggästen immer wieder Tipps, sich an Bord zu bewegen, viel Wasser zu trinken und nicht zu rauchen.

Flyrobic zur Prävention

Das Risiko einer tiefen Beinvenenthrombose wird durch den blutverdünnenden Effekt von Wasser reduziert. Alkohol sollte dagegen vermieden werden. „Das größte Problem ist der Flüssigkeitsentzug, und er wird durch Alkoholgenuss noch verschlimmert“, sagte Toshiro Makino, der Leiter des Flughafenhospitals in Tokio.

Die beiden australischen Fluggesellschaften Quantas und Ansett wollen ihre Passagiere künftig schon beim Ticket-Kauf vor der Thromobose-Gefahr auf Langstreckenflügen warnen. Qantas wolle die Informationen über Gesundheitsschutz auf Flügen verbessern, sagte eine Sprecherin in Sydney.

Frage der Beinfreiheit?

Lufthansa zeigt schon jetzt auf Langstreckenflügen stets ein Fitness-Video. „Flyrobic“ zeige Gymnastik-Übungen für die Beine sowie Nacken- und Schultermuskulatur. Vorbelasteten und Risikopatienten rät Weber, vor einem langen Flug ihren Hausarzt oder den medizinischen Dienst der Fluggesellschaft zu konsultieren. Generell appelliert sie auch an die Eigenverantwortung der Passagiere.

Passagiere der Touristenklasse haben bei der Lufthansa 79 bis 86 Zentimeter Beinfreiheit. Dagegen können sich die Vielflieger in der Businessklasse auf 122 und in der First Class sogar auf 228 Zentimetern ausstrecken. Ob die Durchblutungsstörungen nur in der engen Touristenklasse vorkommen, ist dennoch umstritten. Wissenschaftliche Studien sind in dieser Frage zu gegensätzlichen Ergebnissen gekommen. Nach Aussagen Makinos kommt die tiefe Beinvenenthrombose auch in Preisklassen einer Airline vor, in der die Menschen viel Beinfreiheit haben.

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01.01.2002, 12:43 Uhr

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