Home
http://www.faz.net/-gtl-s10q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Langlauf „Phänomenaler“ Schlußspurt sichert Staffel-Silber

18.02.2006 ·  Die deutschen Skilangläuferinnen haben bei den Olympischen Winterspielen Silber in der 4 x 5-Kilometer-Staffel gewonnen: Stefanie Böhler, Viola Bauer, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel mußten sich nur Rußland geschlagen geben.

Artikel Bilder (1) Bildergalerie Lesermeinungen (0)

Mit einem furiosen Schlußspurt hat Claudia Künzel den deutschen Skilangläuferinnen bei den Olympischen Winterspielen die Silbermedaille in der 4 x 5 Kilometer-Staffel beschert. Hinter den Olympiasiegerinnen aus Rußland fing die Oberwiesenthalerin am Samstag in Pragelato kurz vor der Ziellinie die Schlußläuferinnen aus Italien und Schweden noch ab.

Gemeinsam mit Stefanie Böhler (Ibach), Viola Bauer (Oberwiesenthal) und Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) holte Künzel damit die zweite Medaille für das deutsche Langlauf-Team in Turin. Vor vier Jahren hatten die DSV-Damen in Salt Lake City überraschend Staffel-Gold gewonnen. „Das war wieder Nervenkrieg pur“, sagte Viola Bauer, nachdem sie ihre völlig ausgepumpte Teamkollegin Künzel in die Arme geschlossen hatte.

„Ich hatte ein bißchen Panik“

Claudia Künzel war von Evi Sachenbacher-Stehle mit einem Vorsprung von 12,5 Sekunden auf die letzten fünf Kilometer geschickt worden. Die Konkurrenz hatte sie nach etwa 2,5 Kilometern eingeholt. Rund 1000 Meter vor dem Ziel schienen die deutschen Medaillen-Hoffnungen zu zerplatzen. Dem Zwischenspurt der Russin Jewgenia Medwedewa-Abruzowa konnte Künzel nicht mehr folgen. Auch die Italienerin Sabina Valbusa und die Schwedin Anna Karin Stromstedt zogen davon. Doch auf der langen Zielgerade zeigte Künzel ihre ganze Spurtstärke.

„Phänomenaler“ Schlußspurt sichert Staffel-Silber

„Ich hatte ein bißchen Panik. Denn ich bin nicht so bergstark. Doch dann kam die lange Zielgerade, das kann ich“, sagte die 28jährige. „Zuerst habe ich gedacht, es geht um Platz drei, aber die Schwedin war nicht mehr frisch.“

Bundestrainer Jochen Behle war begeistert von der Leistung seiner Schlußläuferin. „Daß sie das Loch von zehn Sekunden wieder zugelaufen hat, das war phänomenal. Bei fünf Sekunden hätte ich mir keine Sorgen gemacht“, sagte er. Auch Evi Sachenbacher-Stehle atmete nach den Turbulenzen zu Beginn der Winterspiele um ihre Schutzsperre auf. „Ich bin jetzt so froh. Ich hatte schon gedacht, Turin ist nicht mein Platz. Doch heute hat es gepaßt“, meinte sie.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Ein Renner

Von Michael Wittershagen, Monte Carlo

Mit 43 Jahren beschleunigt Michael Schumacher noch einmal - sich und andere. Doch die Maschine zeigt ihm immer wieder Grenzen auf. Die Führung des Teams steht nun in der Verantwortung. Mehr