Lance Armstrong war der größte Radheld, den es auf den Straßen dieser Welt zu feiern galt, sieben Mal hat er die Tour de France gewonnen. Der Texaner war ein Alleskönner: Er hat den Krebs besiegt, er ist die Alpenpässe hinauf geflogen, er hat mit seiner Stiftung „Livestrong“ Hunderte von Millionen Dollar umgesetzt, er hatte sogar eine politische Karriere vor Augen, ja, er wollte Gouverneur von Texas werden. Jetzt ist Armstrong, der Unbesiegbare, der Unangreifbare, am Ende angekommen, er hat im Streit mit der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada auf ein Schiedsgerichtsverfahren verzichtet.
Er verteidigt sich nicht mehr gegen die Usada, die ihm systematisches Doping vorwirft und dafür ein ganzes Bataillon von Zeugen in der Hinterhand hat. Armstrong hat aufgegeben. Zum ersten Mal. Er sah offenbar keine Chance mehr, das Betrugssystem, auf dem er seine Erfolge aufgebaut hat, zu retten. Die Usada sperrt ihn nun auf Lebenszeit, und es gilt als sicher, dass er alle Titel verlieren wird, die er seit Ende der Neunziger gewonnen hat. Der größte Star, den der Radsport je hatte, wird als der größte Sportbetrüger in Erinnerung bleiben. Der Seriensieger von gestern hat den entscheidenden Kampf verloren.
Gewonnen hat ihn Travis Tygart, der Geschäftsführer der Usada, ein Jurist, der sich von Armstrong, seinen Anwälten und willfährigen Politikern nicht einschüchtern ließ. Er hat gezeigt, wie man einen Doper überführt, der sich sicher wähnt. Tygart hat einen Keil in die Kungelei zwischen Verband und Star getrieben, er hat Armstrong zur Strecke gebracht gegen den Willen des Radsport-Weltverbandes, er ist ein Beispiel auch für die deutsche Anti-Doping-Agentur, deren Juristen man nur zurufen kann: Nehmt euch ein Beispiel an der Usada, seht, was möglich ist, wenn man die Indizien zusammenträgt, sie nutzt und nicht nur verwaltet.
Reality-Check!
Alexander Miehr (AlexanderMiehr)
- 26.08.2012, 22:04 Uhr
Sehr geehrter Herr Eder,
Dirk Ittermann (happel25)
- 26.08.2012, 17:07 Uhr
Dank an die Kommentatoren
Uwe Zind (lemongras)
- 26.08.2012, 09:09 Uhr
Machtmissbrauch
Edda Kuhlmann (DTaggert)
- 25.08.2012, 19:51 Uhr
Ist die Sache so eindeutig?
Ronny Schaffer (RonSchaffer)
- 25.08.2012, 19:16 Uhr