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Veröffentlicht: 30.07.2017, 17:04 Uhr

Beachvolleyball-WM „Atemberaubender Wahnsinn“

Chantal Laboureur und Julia Sude spielen bei der Beachvolleyball-WM bislang groß auf. Beide gelten plötzlich als Favoritinnen und zeigen sich selbst als WM-Fans.

© dpa Auf dem richtigen Weg: Team Laboureur/Sude

Für Chantal Laboureur ist die ganze Stimmung auf der heißen Donauinsel einfach nur „atemberaubend“. Und auch ihre Partnerin Julia Sude ist schon nach zwei Vorrunden-Siegen in Wien ein großen WM-Fan. „Es ist der Wahnsinn, wenn du da unten stehst“, erklärte die 29 Jahre alte Beachvolleyball-Spielerin aus Friedrichshafen. 10.000 Zuschauer fasst der gigantische Centercourt, die Fans feiern bei über 30 Grad eine unendliche Party.

Und vor allem sportlich stimmt es: Die temperamentvolle Chantal Laboureur und die eher ruhige Julia Sude haben am Sonntag schon als drittes deutsches Frauen-Duo nach Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sowie Karla Borger und Margareta Kozuch mit jeweils zwei Siegen aus zwei Spielen vorzeitig die K.o.-Runde erreicht - und tragen plötzlich die größten WM-Hoffnungen der schwarz-rot-goldenen Beach-Gemeinde. Auch Victoria Bieneck und Isabel Schneider erhielten sich als viertes deutsches Team mit einem 2:0 (21:19, 21:13) gegen Teresa Strauss und Katharina Holzer aus Österreich die Chance auf den Einzug ins Sechzehntelfinale.

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Während die Olympiasiegerinnen Ludwig/Walkenhorst trotz zwei Vorrundensiegen „noch lange nicht bei 100 Prozent“ sind, wie Blockerin Walkenhorst einräumte, präsentieren sich Medizinstudentin Laboureur und die zahnmedizinische Fachangestellte Sude bisher ohne Wackler. Im zweiten Turnierspiel ließen sie dem kubanischen Duo Lidy/Leila mit 2:0 (21:16, 21:14) in 35 Minuten nicht die Spur einer Chance. Die Weltranglisten-Zweiten hatten sich schon vor der WM in hervorragender Form gezeigt und auf der Welttour in Gstaad gegen internationale Topteams sogar den Sieg geholt.

„Das zeigt uns, dass wir genau auf dem richtigen Weg sind und dass das, was wir uns im Training und drumherum erarbeiten, fruchtet“, erklärte Laboureur. Erstmals hatte das Duo auf der Welttour auch die derzeitige Nummer eins, Larissa/Talita aus Brasilien, geschlagen. „Der Körper wusste schon lange, dass die Zeit reif ist, gegen solche Teams zu gewinnen. Das weiß jetzt auch unser Kopf“, sagte die Abwehrspezialistin Laboureur.

47774083 © EPA Vergrößern „Atemberaubend“: Chantal Laboureur über die WM-Stimmung

Anders als Ludwig/Walkenhorst, deren Saison wegen diverser Verletzungen und Erkrankungen bisher eine Achterbahnfahrt war, sind Laboureur/Sude voll im Rhythmus. Auch von der Dauerquerelen mit dem Deutschen Volleyball-Verband ließen sich beide sportlich nicht verunsichern. Da sie sich nicht dem neuen Stützpunktsystem des DVV unterordnen wollten, wurde ihnen lange der Status Nationalteam vorenthalten, der wichtige Unterstützung mit sich bringt. Erst kurz vor Wien schwenkte der nationale Verband um.

Allerdings muss das Neu-Nationalteam Laboureur/Sude nun in der K.o.-Phase der WM auch mit dem Favoritenstatus klarkommen. „Das mit der Favoritenrolle haben wir uns nicht ausgesucht, das wurde uns auferlegt. Seitdem müssen wir damit leben und werden ständig darauf angesprochen, was uns bislang ganz gut gelingt“, sagte Laboureur in Wien: „Wichtig ist, solche Dinge in positive Energie umzusetzen.“

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Mit Trainer Ricardo „Vento“ Brunale de Andrade haben sich Laboureur/Sude neue Impulse geholt. „Vento ist neu dazugekommen und bringt uns das brasilianische Flair mit Spaß und Emotionen in unser Team“, berichtete die 29 Jahre alte Sude: „Er ist sehr erfahren und hat schon einige Teams zu den Olympischen Spielen gebracht.“ Und genau das ist ihr Fernziel: 2020 in Tokio endlich Olympia zu erleben.

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