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Kommentar zur Nationalmannschaft : Stabilität im Stresstest

Gegen Österreich steht Sven Bender (links) und Mesut Özil harte Arbeit bevor Bild: dpa

Die Partie gegen Österreich wird für die deutsche Nationalmannschaft an diesem Freitag (20.45 Uhr) ein echter Härtetest. Nach neun Gegentoren in drei Spielen muss die Mannschaft ihrer Defensive neue Stabilität verleihen.

          Die Partie gegen Österreich ist der kleine Fußball-Klassiker, der in München an diesem Freitag (20.45 Uhr/ ARD und im FAZ.NET-Liveticker) auf dem Spielplan der Qualifikation steht. Es fehlt dabei ein bisschen von der Brisanz und Spannung, die in den Nachbarschaftsduellen gegen die Niederländer stecken, in denen deutsche Niederlagen immer möglich sind. Und in München droht auch kein zweites Córdoba, denn nicht einmal bei einer Niederlage büßte das Team von Bundestrainer Löw die Tabellenführung ein. Aber trotzdem ist selbst 35 Jahre nach der WM-Pleite gegen den kleinen Nachbarn die Fallhöhe in keinem Duell größer - gewinnen kann immer nur Österreich.

          Die lange Zeit bestenfalls zweitklassige Auswahl ist in den vergangenen Jahren Schrittchen für Schrittchen vorangekommen. Aber es will immer noch nicht reichen für den ersten Sieg seit 1986. Der letzte letzte deutsche 2:1-Erfolg in der WM-Qualifikation in Wien war schon ziemlich glücklich - und der Auswärtssieg zuvor in der EM-Qualifikation ebenfalls. Mit nun zehn Bekannten aus der Bundesliga, wenn man den ehemaligen Bremer Arnautovic noch dazunimmt, besitzt der österreichische Fußball sein seit langem größtes Aufschreckungspotential.

          Spieler fordern Stärkung der Abwehr

          Das Duell gegen den ewigen Außenseiter ist angesichts der akuten deutschen Sicherheitsproblematik - neun Gegentore in den vergangenen drei Spielen - ein schöner Stabilitätstest für Löws Offensivensemble. Es ist dabei interessant zu erleben, wie alle deutschen Spieler in diesen Tagen die Stärkung der Abwehrbereitschaft zu ihrem Thema gemacht haben. Torwart Neuer will gegen Österreich und am Dienstag auf den Färöern keinen Gegentreffer zulassen, für Kapitän Lahm muss die „Null“ gegen Österreich endlich wieder stehen, und ausgerechnet der WM-Torschützenkönig Thomas Müller erklärte: „Die Verteidigung ist immer am wichtigsten. Am meisten Spaß machen 1:0-Siege.“ Es gebe doch kaum etwas Schöneres als einen solchen Sieg, bei dem man erst achtzig Minuten erfolgreich sein Tor verteidige und dann den entscheidenden Treffer setze. „Da ist bis zur letzten Minute Adrenalin drin. Wenn man nach fünfzig Minuten 5:0 führt, kann man nachher sagen: Das war eine Gala. Aber auf dem Platz macht die letzte halbe Stunde keinen Spaß mehr“, fügte er schmunzelnd hinzu. Man könnte ergänzen, das mit dem Adrenalin funktioniert selbst dann noch, wenn man den Gegner - wie die Schweden - noch vier Tore schießen lässt. Bei allem Augenzwinkern des Torjägers: Den Spaß am Toreschießen müssen die Deutschen gegen Österreich nicht mehr lernen, die Freude am Toreverhindern allerdings schon.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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