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Kommentar zur Armstrong-Beichte Unglaublich selbstverliebt

 ·  Lance Armstrong hat den Kampf gegen Doping nicht weitergebracht mit seiner Beichte. Wenn er dem angeblich geliebten Radsport helfen will, dann muss er Ross und Reiter nennen.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (17)
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Stefan Schaller

Sorry, aber ich bewundere diesen Mann!

Er hat das System von Anfang an durchschaut!
Der TV-Zuschauer möchte immer mehr,immer schneller,immer besser, und das war nur mit Doping möglich. Jeder, der selbst mal Rennrad gefahren ist, weiß daß bereits im Straßensport fleißig gedopt wird. Wer von uns tatsächlich geglaubt hat, daß LA nur mit Müsliriegel die Berge hochgedüst ist, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!
Es ist schade für diese Sportart, aber wir sollten akzeptieren, daß es einfach Sportarten gibt, bei denen nicht der Bessere, sondern der besser gedopte gewinnt. Eine häßliche Wahrheit für saubere Sportler!
LA bleibt seiner Linie jetzt treu. Die Vermarktung seiner Person im TV ermöglicht ihm interessant zu bleiben und läßt seine Kasse weiter klingeln.
Und letztendlich wird ihm der dämliche TV-Zuschauer genauso zusehen, wie er es damals bei der Tour de France gemacht hat!
Ich wiederhole mich, dieser Mann hat das System kapiert!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 14:13 Uhr
Thomas Junggeburt

Ich habe auch eine Zeitlang regelmäßig Tour de France geschaut.

Und kann aus zwei Gründen sagen, ihr Kommentar ist falsch.
Erstens: Weder ich noch meine Freunde wollten "immer schneller, immer besser" sehen. Die Etappen waren doch nie vergleichbar und die Durchschnitts- oder Spitzengeschwindigkeiten völlig unwichtig.
Zweitens: Das Zuschauerinteresse am Radsport ist wegen der Dopingproblematik stark zurückgegangen. Mein Verdacht: gedopte Sportler will eigentlich niemand sehen, da helfen auch übermenschliche Leistungen nicht.

Mag sein, dass es immer Doping geben wird. Aber das liegt an Typen wie Armstrong, der nicht nur einer von vielen ist, sondern ein Extremfall. Ich bewundere ihn nicht, ich halte ihn für eines der größten A****löcher.

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Jean-Paul van de Mortyr

@Herr Schaller

Dieser Mann hatte die Wahl zwischen Betrug an der Gesellschaft und sportlicher Fairness. Er hat sich für den Betrug entschieden und damit muss er nun auch leben. Ihre Argumentation ist die typische "Alle habens gemacht was wollt ihr von mir". Dann gebe ich mal das typische Gegenargument: "Wenn alle ausm Fenster springen, springste doch auch nicht hinterher".

Wenn ein Sport von Doping 1zerfressen ist, dann liegt das nicht am Sport sondern an den Hohlbirnen, die ihn ausführen und/oder managen.

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Hans Lutz Oppermann

Lernziel definiert!

Wieso Sorry? Eine glasklare Beschreibung eines Lernziels. natürlich steht sie im Konflikt mit dem Fairnessgebot im Sport, aber dem kann man schnell abhelfen, wenn man Dopingklassen einführt. Statt der "Prohibition" Doping legalisiert und es beim Sport immer mehr auf die Methode ankommt, dann sollten auf dem Treppchen auch alle Helfer stehen und nicht nur das Aushängeschild.

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Hans Lutz Oppermann

Woran erkennt man einen Lügner?

Eine der großen Fragen der Kriminalfroschung.

Dank der vielen Interviews, die es mit L.A. gibt, gibt es dazu jetzt auch eine wunderbare Quelle. Eine Fundgrube sind all die Interviews, jetzt wo wir wissen, dass es uns getäuscht hat! Wie hat er uns seine Siege erklärt, seine Erfolge und wie ist er mit Kritikern umgegangen.

Seine Gesten, wie er mit den Fingern spielt, sich an's Ohr fasst, mit dem Zeigefinger über seine Nasenflügel streicht, die Augen verdreht, - seine ganze Haltung! Ein unwiederstehliches Studienobjekt. Die Gesten eines Lügners!

Hoffe die großen Profilder beginnen mit ihren Interviewanalysen und schreiben darüber.

Empirik ist doch eine spannende Quelle zur Erforschung all zu menschlichen Verhaltens!

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Frank Rinn
Frank Rinn (FrankRinn) - 19.01.2013 09:28 Uhr

Ein betriebswirtschaftliches Medien-Lehrstück

Wie holt man aus einer vermeintlichen Niederlage einen zumindest finanziell maximalen Gewinn?
Indem ein eigentlich ebenso überfälliges wie unnötiges, nun aber angeblich sensationelles Geständnis tagelang global angekündigt wird, um angesichts der maximal zu erwartenden Einschaltquoten die Werbeeinbelndungen zu Höchstpreisen verkaufen und daran partizipieren zu können. In keinen Medien habe ich Angaben dazu gefunden, wieviel Geld OW an LA für dieses Event zahlt, auf welchem Wege auch immer. Diese Zahl wäre jedenfalls interessant.
Vor (Sport-) Gerichten werden für solche Teil-Geständnisse wohl in der Regel keine solchen Summen bezahlt (ggf. bis auf Sonder-US-Ausnahmen für echte Whistleblower).
Und die Medienwelt macht bei alledem gerne mit, denn auch sie labt sich an solchen aufgeblasenen, für die reale Lebenswelt aber ziemlich irrelevanten Pseudo-Skandalen.
Wer die Doping-Realität verstehen will, lese die deutlichen Worte von Prof. Franke.
Mehr braucht niemand.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 10:37 Uhr
Hans Lutz Oppermann

Honorar von OW TV!

Laut Bericht hat er kein Honorar für's Interview bekommen.

Ihre betriebswirtschaftlichen Anmerkungen sind eine gute Ergänzung. Er und sie verdienen Geld, an der Vermarktung des Interviews und es gibt genug, die dafür Geld auf den Tisch legen, obwohl es genau anders herum sein müsste.

Die Medienwelt sollte jede Meldung über einen Celebrity, denen selbst in Rechnungen stellen, aller GEMA. Wer ins Fernsehen will und eine Botschaft hat, die nicht frei von Selbstmarketing ist, sollte dafür bezahlen. (nota bene, liebes FAZ Management!)

Den Medien sollten wieder schärfer unterscheiden, was Marketing ist und was wirklich eine echte Nachricht, die verbreitet werden muss.

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Hans Lutz Oppermann

Was stimmt nicht an dem Comic?

Der Inhalt der Textblase! Richtiger wäre:

Q.: Haben sie auf einer Tour schon mal drei Zigarettenschachteln geraucht?
A.: Ja !
Q.: Haben sich auch schom mal auf einer Bergetappe Whiskey weg geputzt?
A.: Ja !
Q.: Soll ihnen das einer mal nach machen?
A.: Ja, wenn er das kann!

L.A. gehört nicht von einer befreundeten Journalisten befragt, sondern in aller Öffentlichkeit,unter Eid ins kreuzverhör genommen!

L.A. ein krimineller, kein Sportler! Unsportlichkeit hat einen neuen Namen! Mach mal den Armstrong! Oder lancen!

Tags: Meineid, Betrug, Vortäuschung falscher Tatsachen, Verleumdung zum Schaden Dritter..

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Wilhelm Westerkamp

Armstrong und die Beichte

Das Armstrong nicht Ross und Reiter nennen würde in seiner TV-Beichte,
war zu erwarten. Er hat mit sich selber und seinen Dopingpraktiken mehr
als zu kämpfen. Einst war ein ein Radsport-Held, wie auch Jan Ullrich so
einer war. Für Armstrong verdüstert sich nun der Himmel und er könnte
vom Himmel in die Hölle hinab steigen.
Dennoch sollte in diesem Kontext erwähnt werden, das alle Tests negativ
waren bei Armstrong. Dies ist kein Zufall, denn die weltweite positive
Dopingquote im Spitzensport, erreicht noch nicht einmal ein Prozent.
Sie werden im Radsport nun, speziell bei der Tour de France, Be-
sserung geloben bezüglich Doping und wieder vom sauberen Sport
orakeln. Man kann dies den Radsport-Profis nicht mehr glaubwürdig
abnehmen. ARD und ZDF werden im diesem Jahr die Tour aufgrund
der Dopingfälle nicht mehr übertragen. Den Radsportfans wird dies
nicht sonderlich schmecken, der Tour natürlich auch nicht, aber wem
kann man hier eigentlich noch gerecht werden?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 13:21 Uhr
Wilhelm Westerkamp

Manipulation durch Armstrong?

Auch wenn Armstrong die Dopingproben manipliert hat
oder hat manipulieren lassen, sind alle seine Doping-
proben defintiv negativ geblieben.
Man weiß doch, das die Rad-Profis dopen wie die
Kesselflicker. Die erwischt werden bei den Kontrollen,
sind nur singulär. Anno Hecker, deutete mit den
"famosen" Anti-Doping-Agenturen an, welches
denn von jenen zu halten ist!

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Hans Lutz Oppermann

Alle Tests waren negativ?

Woher wissen Sie, dass nicht auch hier manipuliert worden ist? Das ist keine böse Unterstellung, sondern die aller wahrscheinlichste Realität. Die Frage sollte lauten: Wie konnte er die Tests manipulieren?

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Eduard Wegener
Eduard Wegener (eddiW) - 18.01.2013 20:04 Uhr

Natürlich, die Moral...

Ist ja klar: Nach der Armstrong-Beichte muss erstmal wieder die Moralkeule ausgepackt werden, das drängt sich ja geradezu auf. Wie denn, wenn Armstrong ein paar von den Rössern und Reitern genannt hätte? Ich verwette meinen Allerwertesten darauf, dass auch das zum Nachteil von Armstrong gewertet werden würde (z.B. Verantwortung auf andere schieben, etc.).

Moral ist einfach nur blöde. Indem sie sich - anstatt die Tat genauer ins Visier zu nehmen - die Person verurteilt, die die Tat begangen hat, lenkt sie unsere Aufmerksamkeit dorthin, wo kein Blumentopf zu gewinnen ist. Wo sich nichts zum Besseren wenden kann.

Der Fall Armstrong sollte vielmehr Anlass dazu sein, den medial hochgejubelten und kommerziell lukrativen Leistungssport zu hinterfragen. Auch auf Zuschauerseite: Wozu eigentlich brauchen wir die "großen Emotionen", den Traum des "one moment in time", Rekorde brechen, Geschichte schreiben, die Erhöhung von "Leistung" zum Symbol (nicht vorhandener) Unsterblichkeit?

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 09:27 Uhr
Eduard Wegener
Eduard Wegener (eddiW) - 19.01.2013 09:27 Uhr

Maßstäbe festlegen

Ob wir die Moral vergessen sollen, fragen Sie. Meine Antwort: Ja. Sie führt zu nichts, weil sie immer doppelbödig ist, uns in zirkuläre Denkstrukturen führt und somit zuverlässig verhindert, dass wir uns Gedanken über die eigentliche Problematik und solide Maßstäbe machen, die einen fairen Interessensausgleich ermöglichen. Wünschenswert wäre nicht Moral, sondern Ethik.

Ausnahmslos alle Menschen suchen ihren persönlichen Vorteil - in dem Umfeld und mit den Möglichkeiten, die ihnen jeweils zur Verfügung stehen. Im Leistungssport schlägt sich dies im Doping nieder; und was den Radsport betrifft, so wissen wir alle, dass kaum jemand clean ist, wollen es aber nicht wahrhaben. Wir müssten uns eigentlich mal Gedanken darüber machen, wer hier welche Interessen hat (Sportler, kommerzielle Medien, Zuschauer), ob ein Interessensausgleich ohne Schaden möglich ist, und wenn ja, wie. Alles andere ist pure Zeitverschwendung.

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Hans Lutz Oppermann

So ist es! und auch die Journalie ist gefragt,

denn diese permanente Überhöhung von sportlichen Superlativen ist zum kotzen. Das hat auch nichts mit Sport zu tun, zu mindestens für jene, die täglich Laufen oder anderweitig Sport betreiben. Das sind die echten Heros, die ihre Grenzen akzeptieren und nicht anfangen zu manipulieren. Aber das gibt es wohl nur jenseits des vom Kommerz gesteureten Sports.

Auffällig ist ja auch, wer jetzt alles schweigt und die Klappe hält, der sich zuvor so gern mit Armstrong hat ablichten lassen!

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Elisabeth Dreier

Sehr gute Analyse Herr Wegener.

Mir ist dies auch langsam widerwärtig, dieser Rummel, dieser Showjubel, diese Rekordjagd,..., man kann dem kaum ausweichen. Was wirklich dahinter steckt wird nur ab und an in Häppchen veröffentlicht, dann aber auch nur für medialen Rummel.
Da kommt einem der Vergleich zu Brot und Spielen aus dem Römischen Reich, mehr sollen unsere Menschen scheinbar auch nicht mehr bekommen. Demokratie und Menschenwürde sind da nur noch zweitrangig.

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Gerold Keefer

"Moral ist einfach nur blöde."

Sollen wir uns jetzt hinstellen, die Moral vergessen und Armstrong zum Comeback auffordern?

Natürlich reicht es, wenn wir Besserung wollen, nicht Armstrong einfach zu verdammen. Natürlich muß man sich fragen, wie so jemand "systemrelevant" werden konnte.

Aber am Anfang muss schon die Frage der Moral stehen, denn ohne diese Kategorie brauchen wir nicht weiter zu diskutieren.

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Lieschen Müller

Wärs ohne Interview-Beichte besser gewesen? War unnötig?

Das Interview habe ich ja leider nicht gesehen und die Sache im Detail auch nicht verfolgt, aber von dem was ich den derzeitigen Berichten entnehme, hat er nun offen etwas zugegeben, was viele schon länger vermutet haben. Dass er keine weiteren Namen nennt und Niemand anschwärzt - mh, genau genommen müssten diese Beteiligten seinem Beispiel folgen und selbst mit einem Geständnis kommen. Idealerweise führt dieses Interview ja dazu, dass da einiges oder noch mehr ins Rollen kommt ..

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18.01.2013, 16:41 Uhr

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