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Kommentar Paragraphenreiter

 ·  Der DLV schließt Prothesenläufer von seinen Wettkämpfen aus. Die Paragraphenreiter der deutschen Leichtathletik setzen sich mit ihrer Regelverschärfung dem Verdacht der Restauration aus.

Artikel Lesermeinungen (3)

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 21.11.2012 04:24 Uhr

Herr Reinsch, sie scheinheiliger Heuchler

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Menschlich bedauerlicherweise muss Herr Pistorius seit seiner Kindheit auf Prothesen gehen und laufen. Das impliziert jedoch nicht, dass er bei Sportwettkämpfen wo es auf die menschliche Leistung ankommt, auf Hochleistungsfedern daherlaufen muss. Es wäre beim Zulassen solcher Prothesen ein Wettkampf der Technologien und nicht einer zwischen Menschen. Vor allen Dingen aber stehen nicht allen Athleten die gleichen technischen Möglichkeiten zu. Um diese Unfairness geht es um sonst nicht. Das ist doch nicht schwierig zu begreifen?

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Phillip Schulpen

Bloß keine "moralisch" motivierte Gleichmacherei!

Wer eine gemeinsame Wertung von olympischen und paralympischen Leichtathleten fordert, verkennt oder missachtet den Sport Leichtathletik. Der Körper eines Oscar Pistorius ist leider nicht (mehr) in der Lage, die 400m in einer konkurrenzfähigen Zeit zu laufen, geschweige denn dass ihm jemand den Versuch zumuten möchte. Geben sie mir als nichtbehindertem Sprinter dafür einen Rollstuhl oder Prothesen, so wird das Ergebnis auch nicht ansehnlich. Die Sportarten sind grundverschieden, wie auch mein Vorredner Marc Schuh als Betroffener selber sagt. Und das äußert sich weniger im Wettkampf als im täglichen Training. Sowohl paralympische, als auch olympische Leichtathleten habe eine eigene, nur so nämlich vergleichbare, Wertung verdient. Das soll aber nicht das Zusammenrücken verhindern, denn von gemeinsamen Wettkämpfen und Läufen würden alle profitieren. Es ist übrigens üblich, dass Läufer "außer Wertung" an z.B. Kreismeisterschaften teilnehmen, diese Tür steht und bleibt jedem offen.

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Marc Schuh
Marc Schuh (MarcSchuh) - 19.11.2012 19:35 Uhr

Äpfel und Birnen

Irgendwie scheint die gerade losgetretene Diskussion recht deutlich von Gesellschaftlichen Vorbehalten geprägt zu sein - "nehmt dem armen Behinderten die Chance auf den Wettkampf nicht weg". An dieser Stelle sollte man sich in Erinnerung rufen, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass Oscar Pistorius durch seinen Sport Multimillionär geworden ist. Ich bin ein paralympischer Sprinter und nutze einen Rennrollstuhl. Ein Ersatz für mein fehlendes Stück der Wirbelsäule, ich kann nicht laufen. Trete ich über 800m an hat kein Läufer auf diesem Planeten auch nur den Hauch einer Chance. Mein Sport ist Leichtathletik, trotzdem würde ich nicht mit den olympischen Läufern starten, weil ich ein Hilfsmittel benutze. Dennoch sollten der olympische und paralympische Sport näher zusammenrücken, weil die Paralympics eine vergleichbarere Leistungsdichte erreicht haben und PR-Mäßig beide davon profitieren würden, aber trotzdem ist es und bleibt es ein Sport mit einem technischen Gerät..

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Jahrgang 1958, Korrespondent für Sport in Berlin.

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