Home
http://www.faz.net/-gtl-tll0
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar In Italien tut sich was

13.12.2006 ·  Die Österreicher Martin Tauber und Michael Botwinow sind beim Skilanglauf-Weltcup in Cogne nach dem Zieleinlauf zum Verhör abgeführt worden. Jetzt ist klar, warum Thomas Bach solche Verhältnisse in Deutschland nicht wünscht. Ein Kommentar von Anno Hecker.

Von Anno Hecker
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Schnapp und weg. So schnell ging das in Italien beim Ski-Langlauf. Abgeführt von der Polizei zum Verhör, die armen Österreicher Tauber und Botwinow. Weil sie in die Doping-Affäre während der Olympischen Spiele involviert sind. Das ist nur in Italien möglich. Grande Casino!

Jetzt ist klar, warum Thomas Bach solche Verhältnisse in Deutschland nicht wünscht. Neulich, in Weimar, der Stadt der Dichter, Denker, Musiker, Maler hat der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Sachlichkeit geworben. Für eine Differenzierung bei so komplexen Themen wie Doping. Schließlich ist das eine Angelegenheit von existenzieller Bedeutung für den Sport.

Bach fragte nicht. Aber wir

Jeder Delegierte der DOSB-Mitgliederversammlung sollte mit einer detaillierten Argumentation überzeugt werden von der Überzeugung des Präsidenten: Athleten, die Dopingmittel zum eigenen Gebrauch besitzen, sagt Bach, sind kein Fall für den Staatsanwalt. Nur für die Sportgerichte. Und damit das auch jeder verstand, zeigte er mit dem Finger auf das „juristische Nirwana“ in Spanien, auf das Chaos in Italien, wo die Polizei in Dopingfragen zupackt. Das war geschickt.

Denn der eloquente Jurist stellte eigentlich gar nichts fest. Er stellte nur Fragen, das heißt, er tat so, als stelle er welche: „Ich könnte fragen, in welchem juristischen Nirwana die von vielen so gepriesenen spektakulären Aktionen der spanischen Polizei versunken sind.“ Bach fragte nicht. Aber wir. Die Antwort: Die Aktionen führten zur Enttarnung eines Doping-Netzwerkes mit deutscher Beteilung.

Mühe mit dem strengen Antidoping-Gesetz

Auch mit Blick auf die Antidoping-Kämpfer in Italien hatte Deutschlands starker Sportführer eine Frage im Konjunktiv formuliert: „Ich könnte fragen, warum wir den Fehler Italiens wiederholen sollten, wenn dort die eigene Erfolglosigkeit längst eingestanden wird.“ Wir haben wirklich gefragt, per E-Mail. Antwort: „?“ Zweiter Versuch mit dem Hinweis, deutsche Nachrichtenagenturen schrieben, Doping würde künftig in Italien nicht mehr durch den Staat verfolgt, das Land schwenke (zur Freude Bachs) auf die Linie des DOSB ein. Flotte Antwort: „Das stimmt nicht. Im Gegenteil.“

Mit dem strengsten Antidoping-Gesetz der Welt haben die Italiener wohl ihre liebe Mühe. Schon die Einnahme - nicht nur der Besitz - von Dopingmitteln wird verfolgt. 120 Verfahren sind seit 2002 eingeleitet worden. Das macht Arbeit. Und rund gelaufen ist es auch nicht. Deshalb wird an einer Justierung des Gesetzes gearbeitet. Insofern hat Bach ein bißchen recht; die Italiener wollen ihr Gesetz verändern.

Allerdings bittet Alessandro Donati um eine Differenzierung: „Von einer Abschaffung kann keine Rede sein. Ich bin allerdings dafür, nur Profisportler mit dem entsprechenden wirtschaftlichen Hintergrund zu bestrafen, nicht (wie bisher) auch die Amateure.“ Donati hat einen gewissen Einblick. Er ist nicht nur ein anerkannter Doping-Enthüller in Italien, er steckt auch mittendrin im Verfahren - als Mitverfasser der Gesetzesänderung.

Quelle: F.A.Z. vom 14. Dezember 2006
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Meister der Abwehr

Von Peter Penders

Borussia Mönchengladbach hat nach 21 Spieltagen erst zwölf Gegentreffer hinnehmen müssen. Die gleiche Quote hatte in der vergangenen Saison Borussia Dortmund. Mehr

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   21  32   46 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   21  35   44 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   21  22   43 Verbesserung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Verschlechterung zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   21  -1   33 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   21  0   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   21  -8   26 Verbesserung zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   21  -2   25 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   21  -12   24 Verschlechterung zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   21  -6   23 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   21  -12   22 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   21  -11   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   21  -11   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   21  -14   18 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche