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Köln - Lautern 2:3 Kölner erbost über Referee Fleischer

27.08.2005 ·  Der Höhenflug des 1. FC Köln ist vorerst beendet. Die „Geißböcke“ kassierten mit dem 2:3 gegen Angstgegner 1. FC Kaiserslautern in einem packenden Spiel die erste Saisonniederlage. Durch einen späten Strafstoß.

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Uwe Rapolder witterte Betrug. Fuchsteufelswild stürmte der Coach des 1. FC Köln auf das Schiedsrichtergespann zu, ruderte wild gestikulierend mit den Armen und brüllte Referee Helmut Fleischer an. Nur mit vereinten Kräften konnte Rapolder zurückgehalten werden, doch beruhigt hatte sich der 47jährige auch lange Zeit nach der 2:3-Niederlage der „Geißböcke“ gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht.

„In der Gesamtdramaturgie des Spiels war dieser Elfmeter eine Frechheit. Was denkt sich so ein Mann, wenn er die Bilder im Fernsehen sieht? Kommt er sich wichtig vor? In so einer Situation zu diesem Zeitpunkt kann sich ein Schiedsrichter nicht zur spielentscheidenden Figur machen“, ereiferte sich Rapolder und ging noch weiter: „Ich habe jetzt in drei Spielen drei Elfmeter gesehen, wobei höchstens ein halber davon berechtigt war. Nur weil wir einen fragwürdigen Strafstoß gegen Mainz erhalten haben, können die Schiedsrichter nun nicht zehn gegen uns pfeifen.“

„Von Betrug kann hier keine Rede sein“

Die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich in der dritten Minute der Nachspielzeit. Bei einem Laufduell mit dem Kölner Verteidiger Christian Springer kam FCK-Profi Ferydoon Zandi zu Fall. „Wir sind normal nebeneinander gelaufen. Dann läßt er sich fallen“, schilderte Springer. Referee Fleischer zögerte jedoch keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt, Ervin Skela ließ sich das Geschenk nicht nehmen und verwandelte zum 3:2-Endstand.

Doch auch nach dem Studium der TV-Bilder wollte Fleischer keinen Fehler eingestehen. „Man kann so oder so entscheiden. Ich würde in dieser Szene aber immer wieder auf Strafstoß entscheiden. Von Betrug kann hier keine Rede sein. So etwas zu behaupten, gehört sich nicht“, rechtfertigte sich der Referee aus Hallstadt.

Rapolder fühlt sich verfolgt

Rapolder und Köln fühlen sich indes von Fleischer verfolgt. „Der hat mich mal mit Bielefeld für nichts auf die Tribüne geschickt. Mit dem will ich gar nicht mehr reden“, echauffierte sich Rapolder weiter. Die Kölner verwiesen indes auf den Elfmeterpfiff von Fleischer im Spiel bei Borussia Dortmund am 20. April 2002, als bei der 1:2-Niederlage der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte so gut wie besiegelt wurde.

Schicksale standen bei Fleischers Fauxpas diesmal nicht auf dem Spiel, dennoch war der Elfmeter der Höhepunkt einer turbulenten Schlußphase. Als sich die Lauterer nach zwei Toren von Halil Altintop (19. und 79.) bereits auf der Siegerstraße wähnten, schlug der FC zurück. Matthias Scherz (81.) und Jung-Nationalspieler Lukas Podolski (89.) verwandelten mit ihren Treffern das mit 50.000 Zuschauern ausverkaufte RheinEnergie-Stadion in ein Tollhaus. Das Ende ist bekannt, und so wartet der FC weiter seit dem 16. August 1989 auf einen Heimsieg gegen die Pfälzer.

Ziel bleiben 40 Punkte

Von höheren Ansprüchen als dem Klassenverbleib wollte im FCK-Lager aber keiner sprechen. „Vor der Saison waren wir der Abstiegskandidat Nummer eins, und der Trainer stand bei den Wettbüros auf der Abschußliste ganz oben. Wir haben gezeigt, daß wir eine starke Mannschaft haben. Ziel bleiben aber die 40 Punkte, und das so schnell wie möglich“, analysierte Klubchef Rene C. Jäggi die Situation, die mit sechs Punkten - direkt vor den Kölnern - derzeit rosig aussieht.

Großen Anteil am besten Saisonstart seit vier Jahren hat Altintop, der seine Saisontore Nummer fünf und sechs erzielte. „Er ist super drauf. Ich hoffe nur, daß er seine Lockerheit beibehält, auch wenn nun die ganze Welt über ihn spricht“, lobte Trainer Michael Henke seinen Stürmer. Altintop verriet indes sein persönliches Ziel: „Vor der Saison habe ich mir eine Marke gesetzt, und zwar will ich im zweistelligen Bereich liegen.“

1. FC Köln - 1. FC Kaiserslautern 2:3 (0:1)
Köln: Wessels - Lell (76. Scherz), Sinkiewicz, Matip (46. Lurling), Springer - Grammozis (64. Mokhtari), Guie-Mien - Streit, Podolski, Feulner - Madsen
Kaiserslautern: Macho - Lembi, Pletsch (85. Zandi), Mettomo, Blank - Engelhardt, Sforza - Altintop, Skela, Seitz (64. Reuter) - Sanogo
Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Hallstadt)
Tore: 0:1 Altintop (19.), 0:2 Altintop (79.), 1:2 Scherz (81. ), 2:2 Podolski, 2:3 Skela (90.+3, Foulelfmeter)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Grammozis (3), Matip - Seitz (2), Mettomo

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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