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Klima in Korea Deutsche im Dampfbad

14.06.2002 ·  Erstmals spielt das deutsche Team bei dieser WM am Nachmittag Ortszeit und muss sich auf harte klimatische Bedingungen einstellen.

Von Frank Hellmann, Seogwipo
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Oliver Kahn mag eher die Kühle. Und so fühlt sich der coole Keeper im fernen Asien vor allem wegen des Klimas in einer anderen fremden Welt. „Du stehst auf dem Platz und hast das Gefühl, du bist in einer Waschküche oder einem Dampfbad.“

Dabei hatte die deutsche Nationalmannschaft bislang eigentlich keinen Grund zur Klage: In den drei Wochen im WM-Quartier im südjapanischen Miyazaki herrschten meist ausgesprochen milde Temperaturen. Und für die drei Gruppenspiele hatte die Fifa recht angenehme Anstoßzeiten ausgesucht: Ausnahmslos am Abend, 20.30 Uhr Ortszeit, durften die Deutschen spielen, während sich die Nordländer Schweden oder Dänemark zur Nachmittagszeit unter sengender Sonne bemühten.

Klamme Klamotten

Doch nun müssen auch Kahn und Co. den Klima-Härtetest bestehen. Gegen Paraguay wird in Seogwipo um 15.30 Uhr Ortszeit angestoßen. Dann sticht die Sonne gnadenlos vom Himmel.

Wolkenloser Himmel, mehr als 25 Grad und fast 80 Prozent Luftfeuchtigkeit sind auch für den Samstag vorhergesagt. Der Sommer in Südkorea, am 33.Breitengrad, ist gewöhnlich heiß und regnerisch - derzeit ist es nur heiß. „Die Südamerikaner sind sicherlich mehr Hitze gewöhnt“, glaubt Oliver Bierhoff, „doch wenn ein frischer Wind weht, ist das kein Nachteil.“ Allerdings bewegte sich am Freitag auf Jeju Island kein Windzug, die koreanischen Flaggen an den Straßen hingen schlaff herunter.

Jens Jeremies, nimmermüder Dauerläufer, findet es störend, „dass ständig die Klamotten klamm sind.“ Dabei hat Deutschlands Ausrüster extra zweilagige Trikots aus Schweiß transportierenden Kunstfasern anfertigen lassen, die eine Klima-Kontrolle ermöglichen sollen. Hilft einem Jeremies aber auch nicht: „Ich spiele am liebsten in Baumwolle. Es ist einfach schwierig bei diesem Wetter, doch wir wollen nicht nach Ausreden suchen.“

Vier Liter Flüssigkeit am Tag

Aber wetterfühlige Fußballer vom Schlage des angeschlagenen Michael Ballack fürchten sich schon. „Es drückt unheimlich“, beschreibt Ballack die enorme Belastung, „es drückt aber nicht unsere Stimmung.“

Nein, zu heiß kann es deutschen Fußballern, die nach Aussage von Kapitän Kahn auf das kommende Spiel „brennen“, gar nicht werden. Dauer-Optimist Michael Skibbe wiegelt denn auch ab: „Ich bin überzeugt, dass wir 90 Minuten und wenn nötig 120 Minuten hohes Tempo gehen können.“

Zumal DFB-Internist Tim Meyer seit dem Aufenthalt in Asien den Spielern ins Gewissen redet. „Vier Liter sollte jeder Spieler am Tag trinken", erklärt Meyer unter Hinweis auf die schwüle Hitze. Wer das von ihm optimierte Elektrolytgetränk nicht mag, darf Wasser ohne Kohlensäure zu sich nehmen.

Großkino statt Waschküche

Das Stadion von Seogwipo, mit Kosten von 109 Millionen Euro, die billigste aller WM-Arenen, trägt übrigens nicht zum Hitze-Feeling bei. Nur die Haupttribüne wird von einer freien Dachkonstruktion überspannt, Wind und Regen finden ansonsten von allen Seiten Zugang.

„Das wir kein Vorteil für Paraguay“, verspricht Kahn, der persönlich das Klima in Korea im Gegensatz zum Wetter in Japan kurioserweise als „angenehm“ empfindet. An den äußeren Bedingungen in Seogwipo soll die deutsche WM-Mission also nicht scheitern.

Und statt einer Waschküche oder einem Dampfbad soll aus dem Beton-Giganten, für den es nach der Fußball-Weltmeisterschaft keinerlei Sportereignisse zur weiteren Verwendung gibt, später einmal ein riesiges Großkino werden. Mit Klimaanlage, versprechen die Organisatoren.

Die voraussichtliche Aufstellung: Kahn - Rehmer, Linke, Metzelder, Bode - Schneider, Frings, Jeremies, Ballack - Klose, Bierhoff (Neuville)

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