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Irland Rauswurf für Roy Keane

 ·  Eklat beim WM-Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft. Der irische Trainer Mick McCarthy hat Kapitän Roy Keane nach Hause geschickt.

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Deutschlands Gegner Irland hat sich rund eine Woche vor Beginn der Fußball-WM selbst entscheidend geschwächt.

Nach heftiger Kritik an der irischen Vorbereitung wurde Roy Keane am Donnerstag aus dem Trainingsquartier auf der südlich von Japan gelegenen Pazifikinsel Saipan nach Hause geschickt.

„Störfaktor ausgeschlossen“

John Byrne von der Football Association of Ireland (FAI) erklärte am frühen Abend Ortszeit, Keane sei bereits auf dem Weg zurück Richtung Irland. Der Rauswurf warf der Endpunkt einer schon seit Tagen eskalierenden Entwicklung. Der Mannschaftskapitän hatte den Verband wiederholt wegen dessen „stümperhafter“ WM-Organisation angegriffen.

Keane sei ein „Störfaktor“ gewesen, begründete der irische Nationaltrainer Mick McCarthy den Rauswurf seines einzigen Stars. „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Nicht nur für mein Wohl, sondern für das Wohl der gesamten Mannschaft.“ Die „verbalen Ausfälle“ des 30-Jährigen in den letzten Tagen seien für ihn „nicht mehr zu tolerieren“ gewesen. Am Morgen hatte der Mittelfeldspieler von Manchester United (58 Länderspiele) noch seinen Rücktritt aus dem Nationalteam nach der WM angekündigt.

„Keiner ist schlechter dran“

Der temperamentvolle Mannschaftskapitän hatte in den vergangenen Tagen lautstark Protest an der Organisation des irischen Verbandes sowie der Trainingsbedingungen geübt und seine Mannschaft schon als „Lachnummer“ bezeichnet. „Ich kann mir nicht vorstellen“, so Keane, „dass es ein Land gibt, das schlechter dran ist als wir.“

Die Bedingungen für die Iren hatten Keane regelrecht auf die Palme gebracht. Der Trainingsplatz, erregte sich der Kapitän, sei „hart wie ein Parkplatz“ und habe bereits zu Verletzungen bei den Spielern geführt. „Wir sind halt nur die Iren, wahrscheinlich sollten wir nicht zu viel erwarten“, lästerte der „ManU“-Regisseur.

Nachnominierung nicht möglich

Irland wird die WM nun voraussichtlich mit 22 Akteuren bestreiten müssen. Nach dem Nominierungsschluss am Dienstag sind Änderungen in den Mannschaftskadern nur noch bis 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel erlaubt - allerdings nur, wenn ein Spieler wegen einer Verletzung ausgetauscht werden muss. Irland trifft bei der WM am 5. Juni in Ibaraki auf die deutsche Nationalmannschaft, zuvor am 1. Juni in Niigata auf Kamerun.

FAI-Präsident Milo Corcoran sagte, der Rauswurf sei „völlig unerwartet“ gekommen, betonte aber: „Wir sind ein 23-Mann-Team und die Tatsache, dass einer gegangen ist, ist nur die halbe Wahrheit. Das Ganze geht schon sehr lange, jetzt, wo das Problem gelöst ist, werden wir einen besseren Mannschaftsgeist haben.“

Schlusspunkt unter ein Frust-Jahr

Nationaltrainer McCarthy hatte am Dienstag schon Colin Healy (Coventry City) in Alarmbereitschaft versetzen müssen, nachdem Keane erstmals mit Abreise gedroht hatte. Am Mittwoch wurde Healy wieder „abbestellt“, weil sich der Kapitän auf Anraten von „ManU“-Teammanager Sir Alex Ferguson zum Bleiben entschieden hatte.

Seine Rundum-Kritik hielt Keane seit Mittwoch aber dennoch aufrecht. „Wenn ich schon hierher komme und gute Arbeit abliefern soll, dann erwarte ich, dass alle gut arbeiten wollen. Aber es hat ja alles keinen Sinn, wenn ich das Gefühl habe, dass hier nicht alle an einem Strang ziehen. Und das geht schon eine ganze Weile so.“ Keane versicherte, er sei „nun wirklich keine Primadonna“, von gewissen äußeren Umständen habe er nun aber genug. „Ich renne hier mit dem Kopf gegen die Wand“, klagte der temperamentvolle Ire, der in der abgelaufenen Saison wiederholt mit Knieproblemen zu kämpfen hatte und zwischenzeitlich deshalb um die WM-Teilnahme fürchtete.

Der Rauswurf von Saipan war für Keane der Schlusspunkt eines frustrierenden Jahres. Nachdem er beim Champions League-Sieg von Manchester 1999 gegen den FC Bayern gesperrt war, wollte er diesmal unbedingt ins Finale - scheiterte aber an Bayer Leverkusen.

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