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Interview Sven Hannawald: „Zu mehr reicht der Akku nicht“

 ·  „Megasensationell und phänomenal“: Mit diesen Worten beschreibt Sven Hannawald seine Platzierung bei der Vierschanzentournee. Von Unzufriedenheit keine Spur.

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Titelverteidiger Sven Hannawald hat seinen Thron als König der Vierschanzentournee an den Finnen Janne Ahonen abgetreten. Ein Jahr nach seinem historischen Vierfach-Triumph belegte der deutsche Vorflieger nach einem zweiten Platz im letzten Tournee-Springen in Bischofshofen auch Rang zwei in der Gesamtwertung. Trotzdem war er nicht unzufrieden. Das aktuelle Interview.

Wie zufrieden sind Sie mit ihrem doppelten zweiten Platz zum Abschluss der Vierschanzentournee?

Der zweite Platz ist megasensationell und phänomenal. Schließlich darf man nicht vergessen, dass mir nach meiner Knieoperation der ganze Sommer zur Vorbereitung fehlte. Ich bin total platt und wirklich am Ende. Die Beine waren schon nach Oberstdorf schwer. Da ist es doch grandios, dass ich es zum Abschluss noch geschafft habe, die drei Leute hinter mir auf Distanz zu halten. Ich hoffe, ich habe im nächsten Jahr den Sommer wieder zur Verfügung. Dann kann ich mir den Tourneesieg vielleicht zurückholen.

Was hat aus Ihrer Sicht den Ausschlag über die Tourneewertung gegeben?

Mit der Form vom vergangenen Jahr hätte ich möglicherweise ganz vorn landen können. Erst jetzt ist mir bewusst, wie wichtig das Sommertraining ist. So werde ich auch versuchen, verletzungsfrei über den kommenden Sommer zu kommen und mir die Kraft zu holen, die man für solche Erfolge braucht.

Was sagen Sie zu ihrem Nachfolger Janne Ahonen?

Ich kann Janne nur gratulieren. Er war die ganze Saison der stabilste Springer und hat es trotz eines Sturzes geschafft, die Tournee zu gewinnen. Es fällt mir leichter, meinen Titel an so einen Mann abzugeben. Er ist ein verdienter, weniger ein glücklicher Sieger.

Was hat Ihnen am Ende zur Titelverteidigung gefehlt?

Ich bekomme halt momentan nur ein- bis anderthalb Sprünge pro Wettkampf auf die Reihe. Zu mehr reicht der Akku nicht. Heute hatte ich einen genialen Probesprung, aber dann hat der erste Durchgang nicht so hingehauen. So kann man halt die Tournee nicht gewinnen.

Hatten Sie nach der Verletzung und dem unglücklichen Saisonauftakt mit so einer starken Tournee gerechnet?

Das ist ja das Überraschendste überhaupt für mich. Ich muss mich bei all denen bedanken, die das ermöglicht haben. Wie da im Hintergrund gearbeitet wurde, wie da die Köpfe heiß gelaufen sind, das hat ja keiner gesehen. Genauso wie ich mich selbst über den zweiten Platz freue, freue ich mich auch für all die, die dazu ihren Teil beigetragen haben.

Wie sieht Ihr Ablauf der kommenden Tage aus?

Heute abend wird gefeiert. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich gleich zweimal bei der Siegerehrung dabei war. Und dann freue ich mich auf ein paar ruhige Tage. Ich muss meinen Akku dringend aufladen. Dann kann ich im Weltcup und bei der WM wieder angreifen.

Können Sie jetzt erst richtig einordnen, was Sie im vergangenen Jahr mit Ihrem historischen Vierfachsieg geleistet haben?

Das habe ich schon nach Garmisch eingesehen. Wir hatten bei dieser Tournee vier verschiedene Sieger, das zeigt, wie einmalig die ganze Geschichte im vergangenen Winter war. Darauf bin ich stolz, aber der zweite Platz diesmal ist nach diesem Sommer auch sehr viel wert.

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