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Interview Heribert Fassbender: „Günter Netzer schätzen wir“

11.10.2002 ·  Der WDR-Sportchef und Fußball-Kommentator a.D. erhofft sich durch den ARD-Experten und Sportrechtehändler Netzer WM- und Bundesligarechte.

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Der WDR-Sportchef und Fußball-Kommentator a.D. erhofft sich durch den ARD-Experten und Sportrechtehändler WM- und Bundesligarechte. „Ganz sicher haben sich unsere Chancen nicht verschlechtert.“ Flugs hat die ARD zum Zeichen der Zusammenarbeit den Vertrag mit Günter Netzer bis 2006 verlängert.

Landet der Fußball nach dem Kauf der TV-Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaft 2006 und die Bundesliga durch die Gruppe um Günter Netzer nun wieder komplett bei den Öffentlich-Rechtlichen?

Heribert Fassbender: „Wir freuen uns über den Abschluss, das ist gar keine Frage. Erstmals seit 1988 befindet sich der Fußball wieder bei einer nicht ausschließlich interessengebundenen Institution. Ich hoffe, dass die phasenweise rüden Verhandlungen mit der Kirch-Gruppe damit der Vergangenheit angehören. Bisher wurden die öffentlich-rechtlichen Anstalten doch nur zur Refinanzierung benutzt. Günter Netzer schätzen wir, das ist ein ganz anderer Verhandlungspartner. Und das nicht nur, weil er bis zur WM 2006 bei der ARD unter Vertrag steht.

Was erwarten Sie von einem Verhandlungspartner Netzer?

Angemessene Verhandlungen. Wir wollen in der Zukunft wieder intelligente und vor allem endlich wieder zuschauergerechte Lösungen anbieten. Natürlich ist es nicht so, dass der Fußball wieder komplett bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten landen muss, nur weil ein ARD-Mann in den Kauf der Rechte eingebunden ist.

Haben sich die Chancen für die ARD dadurch verbessert?

Ganz sicher haben sie sich nicht verschlechtert. Günter Netzer ist in diesem Geschäft ein von allen anerkannter Fachmann und ein verlässlicher neutraler Makler.

Was hat für die öffentlich-rechtlichen Anstalten für die Zukunft erste Priorität im Fußball?

Unsere erste Priorität bleiben die Fußball-WM 2006 in eigenen Land, die Fußball-EM 2004 in Portugal und die Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft. Zur Fußball-Bundesliga soll man niemals 'Nie' sagen, das sagen wir auch nicht, aber das ist alles eine Sache des Preises. Da befinde ich mich in völliger Übereinstimmung mit unserem Intendanten Fritz Pleitgen.

Aber die Öffentlichkeit hat doch letztlich vor allem die Erwartung, dass der Fußball wieder komplett bei ARD und ZDF landet - und dass zumindest die Möglichkeit besteht, dem Bezahl-Fernsehen wieder einen Riegel vorzuschieben ...

Nochmals: Unsere erste Priorität sind und bleiben WM 2006, EM 2004 und die Nationalmannschaft. Das wollen wir in erster Linie übertragen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan mit dem Feilschen um jedes Spiel soll sich nicht wiederholen. Und was mit der Bundesliga passiert, werden wir sehen. Alles ist eine Frage des Preises.

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