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Veröffentlicht: 03.03.2002, 09:00 Uhr

Honig Flüssiges Gold für die Gesundheit

Honig ist Genussmittel und Medizin in einem. Schon die Babylonier und die alten Ägypter nutzten seine Heilkräfte.

von Eva Mayer-Wolk
© dpa Im Auftrag der Gesundheit an der Arbeit: eine Biene

„Good day sunshine!“ sangen die Beatles zu Ehren einer deutschen Honigmarke im Werbefernsehen.

Das heißt, ursprünglich galt der Song nicht dem flüssigen Bienengold; die Herstellerfirma musste sich vielmehr die Lizenz für die Nutzung des Song-Bruchstücks kaufen. Und es sprechen gute Gründe dafür, Honig lobpreisend zu besingen.

60.000 Flüge für ein Kilogramm Honig

Die dickflüssige Süßigkeit ist nur eins von vielen Produkten des fleißigen Bienenvolks. Die Bienen sammeln ihn als Wintervorrat. Für ein einziges Kilogramm Honig müssen zwischen drei und fünf Millionen Blüten abgeerntet werden, das sind rund 60.000 Bienenflüge. Dieser Aufwand verdiente künftig beim Biss ins Honigbrötchen ein wenig andächtigen Respekt.

Außerdem gebührt dem Honig Aufmerksamkeit wegen seiner Inhaltsstoffe: Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Eiweißsubstanzen, Botenstoffe, Gerbstoffe und eine Menge antibakterielle Wirkstoffe - und eben nicht bloß Zucker in anderer Form, wie viele Kritiker meinen.

Genussmittel und Medizin in einem

Honig ist Genussmittel und Medizin in einem. Schon die Babylonier und die alten Ägypter nutzten seine Heilkräfte. Wie sie verwendete auch Hippokrates Honig zur besseren Wundheilung. Die heutige Volksheilkunde empfiehlt Honig gegen Schlaflosigkeit und Nervosität, bei Verstopfung, Darmkrankheiten, Kopfschmerzen - und natürlich bei kranken Bronchien. Heißen Tee mit Honig hat wohl jede Oma oder Mutter ihrem erkälteten Kind schon einverleibt.

Inzwischen ist die heilende Wirkung auch wissenschaftlich erwiesen: die Enzyme im Honig sind es, die heilen. Außerdem stellten die Wissenschaftler bakterizide und fungizide Eigenschaften des flüssigen Goldes fest.

„Honigtinktur bei Schürfwunden“

Jean Pütz stellt in seiner Internet-„Hobbythek“ eine Heiltinktur zum Selbstanrühren vorgestellt, die FAZ.NET nach Eigenerprobung durchaus weiterempfehlen kann: Für die „Honigtinktur bei Schürfwunden“ verrührt man einen Teelöffel frischen, nicht schon kristallisierten Honig mit 20 bis 30 Tropfen Echinacea purpurea - also mit dem Presssaft vom Roten Sonnenhut, der immunstärkend wirkt.

Bei Bedarf nimmt man ein Wattestäbchen und trägt die Tinktur auf die Wunde auf, oder gibt sie auf eine Mullkompresse. Die Enzyme im Honig bekämpfen die Bakterien; gleichzeitig zieht der Honig wegen seines hohen Zuckergehaltes die Wundflüssigkeit aus der Verletzung und verringert damit auch die Gefahr von Infektionen.

Licht schadet Qualität

Neben der abwehrstärkenden Wirkung fördert der Pressaft von Echinacea purpurea die Wundheilung, weil er die Neubildung von Bindegewebe anregt. Gegen Halsschmerzen gurgelt man mit einem Kräutertee, dem Honig und frischgepresster Zitronensaft zugegeben werden. Der Kräutertee sollte Salbei, Kamille und Thymian enthalten. Je höher die Enzymaktivität in einem Honig, desto besser seine Qualität.

Aber Honig ist ein empfindliches Gut: Licht schadet seiner Qualität (daher im Schrank aufbewahren), und auch, wenn man ihn erhitzt, gehen die Enzyme und Vitamine verloren.

Öko-Honig teurer - aber auch besser

Leider sieht man dem Glas Honig im Regal nicht an, ob er diese Prozedur bereits hinter sich hat, weil er etwa vor dem Abfüllen in Gläser bereits kristallisiert gewesen war und für den Verkauf wieder schön flüssig sein sollte. Wenn Sie einen kristallisierten Honig wieder verflüssigen wollen, können Sie das zwar mit Erwärmen tun, aber bitte ganz vorsichtig: nicht über 40 Grad!

Zum Backen genügt ein einfacher Honig aus dem Supermarkt; wer jedoch sicher sein will, dass er seine heilenden Eigenschaften noch hat, sollte etwas mehr Geld für einen Öko-Honig ausgeben.

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