22.11.2001 · Chemiker in Südkorea haben in Verdünnungsexperimenten entdeckt, dass Moleküle nicht gleichmäßig in Lösung gingen, sondern schwarmartiger Cluster bildeten.
Von Kirsten LindloffHomöopathiegegner betonen oft, dass in homöopathischen Kügelchen und Tropfen durch die extreme Verdünnung kein wirksames Molekül mehr stecke.
Chemiker in Südkorea haben nun in Verdünnungsexperimenten ein Phänomen entdeckt, das ein Hinweis auf homöopathische Wirkweisen sein könnte, berichtete der „New Scientist“.
Zusammenrücken bei Verdünnung
Der beteiligte deutsche Chemiker Kurt Geckeler und sein Kollege Shasdamar Samal fanden am Kwangju Institute of Science and Technology, dass Moleküle bei Verdünnung nicht gleichmäßig in Lösung gingen, sondern schwarmartiger Cluster bildeten. Statt sich immer weiter von den Nachbarteilchen zu entfernen, rückten bei Verdünnung die Moleküle näher zusammen.
Die in Chemical Communications veröffentlichte Arbeit könnte der erste wissenschaftliche Hinweis sein, dass in hoch verdünnten homöopatischen Arzneien wesentlich mehr Moleküle schwimmen als allgemein angenommen. „Es beweist nicht die Homöopathie, aber ist kongruent mit dem, was wir denken und sehr ermutigend“, kommentierte Forschungsdirektor Peter Fisher vom Royal London Homeopatic Hospital die Resultate gegenüber New Scientist.
Hat Wasser eine Art Gedächtnis?
Die Vorstellung der hochverdünnenden Homöopathie hänge an der Idee, dass Wasser Eigenschaften besitze, die längst nicht verstanden seien. Eine oft anzutreffende Theorie geht davon aus, dass Wasser eine Art Gedächtnis besitzt. Demzufolge wirkt die durch die Wirkstoffe geprägte „Erinnerung“.
Bislang mangelt es an wissenschaftlicher Untermauerung der Hömöopathie. Geckler und Samal erwarten nun jedenfalls, dass Forschungskollegen ihre Resulatate nachvollziehen. „Wie hoffen, dass andere unsere Ergebnisse auch finden,“ erklärte Geckler. „Wenn dies betätigt wird, ist es bahnbrechend.“