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Handball-WM : Rückschlag für Deutschland

  • Aktualisiert am

Aggressive Tunesier: Hier bekommt Stefan Kneer die kompromisslose Deckung zu spüren Bild: AFP

Die deutsche Mannschaft lässt sich bei der Handball-WM von der aggressiven Spielweise der Tunesier aus dem Konzept bringen. Das Team von Bundestrainer Heuberger verliert mit 23:25. Es ist die erste Niederlage eines DHB-Teams gegen den Afrika-Meister.

          Die deutschen Handballer haben ihr zweites Gruppenspiel bei der WM in Spanien verloren. Einen Tag nach dem glanzlosen 33:23-Auftaktsieg gegen Brasilien verlor der EM-Siebte an diesem Sonntag in Granollers mit 23:25 (13:13) gegen Tunesien. Die erste Niederlage gegen den Afrika-Meister im zehnten Duell war ein Rückschlag auf dem Weg zum angestrebten Einzug ins Achtelfinale.

          Vor etwa 4.200 Zuschauern warf Sven-Sören Christophersen (7/3) die meisten Tore für das deutsche Team, das nur selten spielerische Mittel gegen rustikale tunesische Abwehr fand. „Es ist nichts verloren, wir müssen weitermachen und den einen Tag nutzen zur Regeneration. Kräfte bündeln, im nächsten Spiel gegen Argentinien Vollgas geben“, sagte Christophersen. Bundestrainer Martin Heuberger lobte seine Mannschaft trotz der Niederlage: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, sie hat ein großes Herz.“ 

          Nach dem spielfreien Montag ist Panamerika-Meister Argentinien am Dienstag (18.15 Uhr live im WM-Ticker bei FAZ.NET) der dritte Vorrundengegner für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). „Die Tunesier sind eine der schlimmsten Mannschaften, die es gibt. Die versuchen immer fünf Minuten liegen zu bleiben, wenn nichts ist. Die sind sehr wehleidig, hauen aber hinten rein wie die Bekloppten. Die spielen eine ekelhafte Abwehr“, hatte Torhüter Silvio Heinevetter schon vor dem Spiel gewarnt. Seine Prognose bestätigte sich schnell. Kompromisslos versuchte die tunesische Deckung jeden Angriff der Deutschen zu unterbinden – teilweise an der Grenze zur Fairness.

          Zahlreiche Gegentore aus dem Rückraum

          Spielerisch fiel der junge Wael Jallouz mit zahlreichen Treffern aus der Distanz auf, der ab der kommenden Saison für den THW Kiel spielt. Doch die deutsche Mannschaft hielt mit Leidenschaft dagegen. Zwar musste sie einen 6:10-Rückstand (19.) hinnehmen, kämpfte sich aber nach einer Auszeit wieder mit 12:11 (27.) nach vorn und ging mit 13:13 in die Pause. Auch in der zweiten Halbzeit wurden Geduld und Leidensfähigkeit der Mannen um Spielmacher Michael Haaß in seinem 100. Länderspiel auf eine harte Probe gestellt. Nach dem 18:21 (49.) glich das deutsche Team beim 21:21 (54.) wieder aus. Zum Sieg aber reichte es nicht mehr.

          Tunesien - Deutschland 25:23 (13:13)

          Tunesien: Sfar, Magaiez, Helal - Hedoui 1, Toumi, Gharbi 1, Tej 1, Touati 2, Bannour 6, Alouini 1, Jallouz 8, Sanai, Ben Salah 2, Boughanmi 3/2, Hosni, Chouiref

          Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Lichtlein (TBV Lemgo) - Kneer (SC Magdeburg) 1, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Wiencek (THW Kiel) 1, Reichmann (HSG Wetzlar), Schmidt (HSG Wetzlar), Fäth (HSG Wetzlar) 3, Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten) 1, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 1, Weinhold (SG Flensburg-Handewitt) 4, Strobel (TBV Lemgo), Haaß (Frisch Auf Göppingen), Pfahl (VfL Gummersbach) 2, Klein (THW Kiel) 3, Christophersen (Füchse Berlin) 7/3

          Schiedsrichter: Leifsson/Palsson (Island)

          Zuschauer: 4.200

          Strafminuten: 10 / 8

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