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Handball-WM Nervenprobe bestanden

Deutschlands Handball-Nationalteam gelingt mit Kraft und Willen der Sieg gegen Argentinien - auch dank Torhüter Lichtlein. Der Einzug ins WM-Achtelfinale ist nahe.

© dpa Vergrößern Sieggarant: Torhüter Carsten Lichtlein

Es war ein aufreibender Kampf, aber letztlich sprang doch der erwartete Pflichtsieg heraus. Die deutschen Handballspieler sind nach dem 31:27 gegen Argentinien auf Achtelfinalkurs bei der Weltmeisterschaft in Spanien, an diesem Mittwoch (18.30 Uhr live bei FAZ.NET) bereits können sie sich im Duell mit Montenegro für dieses erste Spiel mit K.o.-Charakter qualifizieren. Letzter Gegner in der Vorrunde ist am Freitag Frankreich. Bundestrainer Martin Heuberger sprach am Dienstag abend in Granollers von einem „tollen Fight“ seiner Mannschaft. Allerdings hatte man ihn auch diesmal wieder sehr angespannt erlebt.

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Kein Wunder: Die Deutschen erwiesen sich selbst gegen den Außenseiter Argentinien als schwankend. Sie waren zwar ein bisschen stabiler als bei dem Fehltritt gegen Tunesien, sie ließen manche Fortschritte erkennen, allerdings mangelte es ihnen auch am Dienstag an Konstanz. So wurde der dritte deutsche Auftritt bei der WM wieder zu einer Nervenprobe. Mit einem glücklichen Ende wenigstens – nicht zuletzt dank Torwart Carsten Lichtlein, der sich gegen Argentinien als Rückhalt entpuppte.

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Die Argentinier lieferten den Beleg, dass sie in der Welt des Handballs keinesfalls drittklassig sind, sondern über beachtliche Qualitäten verfügen. Dabei tat sich vor allem ein Mann namens Diego Esteban Simonet hervor, der sich im Rückraum als sehr wendig und geschickt zeigte – und als wurfgewaltig dazu. Simonet jedenfalls nahm mehrere Male erfolgreich Maß und trug damit wesentlich dazu bei, dass sein Team erst einmal auf einer Höhe mit den Deutschen blieb. Gleichstand immer wieder – bis Deutschland sich nach dem 5:5 durch zwei Gegenstöße des Kielers Dominik Klein ein wenig absetzen konnte.

Kevin Schmidt, Patrick Groetzki Glückliche Handballer: Kevin Schmidt (r. ) und Patrick Groetzki © AP Bilderstrecke 

Heubergers Team schien sich nach der Niederlage gegen Tunesien erst wieder finden und seine Verunsicherung ablegen zu müssen. Immerhin schafften es die Deutschen dann doch, sich gegen die offensive argentinische Verteidigung mehr und mehr zu behaupten. Durch Anspiele an den Kreis etwa, an den kräftigen Kieler Patrick Wiencek, der wie Adrian Pfahl auf insgesamt fünf Tore kam. Durch Treffer von den Außenpositionen – oder durch Tempohandball nach gelungenen Aktionen in der Deckung. Aus dem Rückraum entwickelten die Deutschen hingegen zunächst nicht die gewünschte Torgefahr. Generell allerdings war der deutsche Angriff effektiver als noch gegen Tunesien – was auch der argentinische Torwart Matias Schulz, ein Mann mit deutschen Wurzeln, zu spüren bekam. Er musste noch in der ersten Halbzeit seinen Platz räumen.

Das blieb auch Silvio Heinevetter nicht erspart, der ohne Fortune agierte und durch Lichtlein ersetzt wurde. Heuberger reagierte damit auf Heinevetters allenfalls durchschnittliche Leistung wesentlich früher als zuletzt. Und Lichtlein setzte sich tatsächlich deutlich besser in Szene als der Berliner, den der Bundestrainer vor der WM als seine „Nummer eins“ im Tor bezeichnet hatte. Wenige Minuten vor dem Ende, als die Lage für die Deutschen beim Stand von 28:26 heikel war, als Heubergers Team aus dem Tritt zu geraten drohte, trumpfte Lichtlein mit zwei Paraden kurz nacheinander auf. Er gab seinem Team damit in einer schwierigen Phase Halt, er baute seine wankenden Kollegen wieder auf. „Ich habe“, sagte Lichtlein danach lapidar, „meine Einsatzzeit ganz gut genutzt.“ Ohne den Lemgoer, könnte man auch sagen, hätte für die Deutschen auch das Unterfangen am Dienstag schiefgehen können.

Quelle: FAZ.NET

 
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