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Handball-WM : Kein Blackout mehr zu erwarten

  • Aktualisiert am

Teamsport Handball: Jeder Tag bringt einen neuen Helden Bild: dpa

Trotz Bildausfalls zieht der Handballbund ein positives Fazit von der Internet-Übertragung des ersten deutschen WM-Spiels. Gegen Chile soll der Stream stabiler sein. Das Team ist es sowieso.

          Der Deutsche Handballbund (DHB) hat trotz der gravierenden Probleme ein positives Fazit der Internet-Übertragung des ersten deutschen WM-Spiels gezogen. Über 600.000 Leute hätten sich bewusst dafür entschieden, beim ersten Spiel gegen Ungarn (27:23) einzuschalten, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Samstag im deutschen Teamhotel in Rouen. „Das ist mehr als manche Ballsportart, die bei ARD oder ZDF gezeigt wurde.“ Nach dem mehr als 15 Minuten dauernden Bildausfall während der ersten Halbzeit hofft Hanning, dass der Rechtevergeber „beIN Sports das Problem in den Griff bekommt und dass das nicht noch mal passiert“. Er habe aus der Heimat auch viele positive Worte zu der neuen Übertragungsform durch den DHB-Sponsor DKB gehört. „Zum Beispiel, dass es keine Werbung gibt und dass auch die Kommentierung gut war“, sagte er.

          In den sozialen Netzwerken sorgte der Blackout hingegen für sehr viel Unmut. „Nach unseren bisherigen Informationen waren der Grund des temporären Ausfall keine Serverprobleme oder der hohe Ansturm mit über 500.000 Fans, sondern eine Unterbrechung des Livestreams durch den Rechtevergeber“, hatte ein DKB-Sprecher erklärt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir alle weiteren Spielen störungsfrei übertragen können.“ Im Free-TV wird die WM in Deutschland nicht live übertragen. Die exklusiven Live-Rechte für den deutschen Markt besitzt die DKB, der diese über deutsche Agenturen vom Rechtevergeber beIN Media Group erworben hat.

          Gensheimer auch gegen Chile dabei

          Unterdessen gegen die deutschen Handballer mit großem Selbstvertrauen in ihr zweites Gruppenspiel am Sonntag (14.45 Uhr / Liveticker bei FAZNET) gegen Chile. „Wir sind routinierter, haben mehr Erfahrung, sind körperlich stärker“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Samstag. Auch gegen Chile wird der Isländer wohl auf seinen im Auftaktspiel überragenden Kapitän Uwe Gensheimer setzen können.

          Bleibt erst mal dabei: Uwe Gensheimer
          Bleibt erst mal dabei: Uwe Gensheimer : Bild: dpa

          Wann der Linksaußen zur Beerdigung seines Vaters nach Mannheim reisen wird, ist noch unklar. „Er wird sicher noch ein Spiel in der Gruppenphase fehlen. Aber wir wissen noch nicht, wann“, sagte Hanning. Gensheimer sei weiterhin im Teamhotel der deutschen Mannschaft in Rouen. Trotz der unklaren Situation um den 30-Jährigen und der zuletzt hohen Belastung wird Sigurdsson zunächst auf Nachnominierungen verzichten. „Alle sind ohne Verletzungen durchgekommen. Wir bleiben erst mal so, wie wir sind“, sagte er. Inklusive Gensheimer stehen ihm damit auch im zweiten WM-Spiel 15 anstatt der 16 maximal erlaubten Spieler zur Verfügung. So lässt er sich die Möglichkeit auf die jederzeitige Nachnominierung eines Spielers offen - je nachdem auf welcher Position er gerade Bedarf hat.

          Jeder Tag bringt einen neuen Helden

          Der hart erkämpfte erste Sieg gegen die Ungarn gebe dem Team nun eine „optimale Ausgangslage für das Turnier“, sagte Hanning. Die starken Leistungen von Gensheimer und Torhüter Silvio Heinevetter wollte Sigurdsson nicht überbewerten. „Wir haben bei den vorherigen Turnieren gesehen, dass jeden Tag ein neuer Held kommt. Das Turnier ist lang und wir brauchen jeden.“

          Ob Sigurdsson gegen Chile wieder die kompletten 60 Minuten auf Heinevetter im Tor setzen wird oder ob diesmal auch Andreas Wolff zum Einsatz kommen wird, ließ er offen. „Das ist keine Entscheidung wie im Fußball, dass man einen ersten Mann im Tor haben muss. Wir werden alle brauchen“, sagte er. Wolff selbst lobte Heinevetter am Samstag für seine „überragende Leistung“ gegen Ungarn.

          Nach dem Chile-Spiel werden Heinevetter und Co. auch gegen Saudi-Arabien und Weißrussland klarer Favorit sein. Erst im abschließenden Vorrundenspiel gegen Kroatien wird es dann wohl um den Gruppensieg gehen.

          Quelle: ad./dpa

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