http://www.faz.net/-gtl-75j34
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 05.01.2013, 17:42 Uhr

Deutsche Handballer Unentschieden nach dem Sieg

Zwei Tage nach dem überraschenden Erfolg in Schweden spielen die deutschen Handballer 28:28 gegen die Skandinavier. Als Besonderheit testet Bundestrainer Heuberger ein Angriffsspiel mit sieben Feldspielern und ohne Torhüter.

© dpa Auf einem guten Weg: Martin Strobel und die Deutschen spielen remis gegen Schweden

Die deutschen Handballer feilen noch an ihrer WM-Form. Sechs Tage vor Beginn des Turniers in Spanien erkämpfte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Samstag in Hamburg ein 28:28 (15:16) gegen den Olympia-Zweiten Schweden. Christoph Theuerkauf sorgte mit seinem Treffer 13 Sekunden vor Schluss für den Teilerfolg. Beste deutsche Torschützen waren vor 11.269 Zuschauern Adrian Pfahl (4), Tobias Reichmann (4) und Kevin Schmidt (4/3).

„Vorbereitung heißt ausprobieren. Das haben wir getan. Die Mannschaft hat sich weitestgehend an Martins taktisches Konzept gehalten. Das ist gut“, sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier in einer Analyse des Teams von Bundestrainer Martin Heuberger. Die WM-Generalprobe absolviert der EM-Siebte am Mittwoch (20.15 Uhr) in Stuttgart gegen Rumänien.

Mehr zum Thema

Am Tag danach reist das Team nach Spanien. Dort sind in der Vorrundengruppe A in Granollers und Barcelona vom 12. Januar an Brasilien, Tunesien, Argentinien, Montenegro sowie Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich die Kontrahenten. Zwei Tage nach dem Sieg in Växjö startete die deutsche WM-Mannschaft mit Elan in die zweite Testpartie.

Bis zum 6:3 (8.) und später dem 8:6 (12.) hatte der Gastgeber das Spiel im Griff. Insbesondere durch die Abwehr, die schon im ersten Vergleich die Grundlage für den Erfolg gelegt hatte, eroberte sich die DHB-Auswahl immer wieder Chancen. In dieser Phase funktionierte auch das Umkehrspiel gut, so dass die Schweden nicht zum Wechseln zwischen ihrer Angriffs- und Abwehrformation kam.

Fehlen von Roggisch macht sich bemerkbar

Wie im ersten Spiel nutzte Bundestrainer Heuberger den Test zu Experimenten. In der Abwehr probierte er sowohl die defensive als auch eine offensivere Aufstellung. Dabei verzichtete er auf Kapitän und Abwehrchef Oliver Roggisch, der einsatzbereit auf der Bank saß. Als Besonderheit testete der Bundestrainer ein Angriffsspiel mit sieben Feldspielern und ohne Torhüter.

Als dies einmal nicht aufging, sorgte Spielmacher Martin Strobel als Torhüter mit einem gehaltenen Wurf für extra Applaus. Das Fehlen von Roggisch machte sich mit zunehmender Spielzeit immer mehr bemerkbar. Die Schweden erkannten ein ums andere Mal die Lücken in der deutschen Defensive, die fehlende Abstimmung offenbarte.

Heinevetter kommt und führt sich gut ein

So holten die Schweden Tor um Tor auf und führten beim 9:8 (15.) erstmals. Zwar eroberte die deutsche Mannschaft sich einen Zwei-Tore-Vorsprung beim 13:11 (23.) zurück. Nach drei Gegentreffern in Serie geriet der Gastgeber bis zur Pause mit 15:16 wieder in Rückstand.

Zur zweiten Halbzeit löste Silvio Heinevetter den glücklosen Carsten Lichtlein im Tor ab und führte sich gleich mit drei Paraden ein. Durch die Ballgewinne verschaffte sich die deutsche Mannschaft in dem umkämpften Spiel beim 20:18 (35.) einmal mehr einen Zwei-Tore-Vorteil. Technische Fehler und Unkonzentriertheiten brachten die DHB-Auswahl jedoch um den Sieg.

Deutschland - Schweden 28:28 (15:16)

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Lichtlein (TBV Lemgo) - Kneer (SC Magdeburg) 3, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Wiencek (THW Kiel) 2, Reichmann (HSG Wetzlar) 4, Schmidt (HSG Wetzlar) 4/3, Fäth (HSG Wetzlar), Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten) 3, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Weinhold (SG Flensburg-Handewitt) 3, Strobel (TBV Lemgo) 1, Haaß (Frisch Auf Göppingen) 2, Pfahl (VfL Gummersbach) 4, Klein (THW Kiel) 2, Christophersen (Füchse Berlin)
Schweden: Palicka, Appelgren - Olsson 2, Tellander 1, Barud, Ekberg 3/2, Stenbäcken, Karlsson, Jakobsson 6, Fahlgren 5, Petersen 2, Lönn 4, Zachrisson, Tingsvall 1, Nilsson 1, Nielsen 3
Schiedsrichter: Olsen/Pedersen (Dänemark)
Zuschauer: 11.269
Strafminuten: 2 / 6
Disqualifikation: - / -

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eishockey-WM DEB-Team verpasst die Sensation

Eine abermals starke Leistung hat dem deutschen Eishockey-Team im WM-Viertelfinale gegen Russland nicht gereicht: Trotz früher Führung muss sich die Auswahl von Trainer Sturm am Ende deutlich geschlagen geben. Mehr

19.05.2016, 21:31 Uhr | Sport
Lelo Spiel ohne Regeln

Einmal im Jahr werden in diesem Dorf in Georgien Nachbarn zu Feinden. Dann ist es Zeit für Lelo - ein Spiel, das keine Regeln kennt. Die Dorfbewohner werden in zwei Mannschaften aufgeteilt. Spielfeld ist das Dorf, das zwischen zwei Bächen liegt. Im Mittelpunkt steht ein 16 Kilogramm schwerer Lederball. Wenn der Startschuss fällt geht es los. Beide Mannschaften versuchen, den Ball an das gegnerische Ende des Dorfes zu befördern. Mehr

02.05.2016, 13:34 Uhr | Gesellschaft
Eishockey-WM Deutschland profitiert von Kanada

Das Viertelfinale ist schon vor dem Spiel am Abend erreicht: Dank Kanadas Sieg gegen Frankreich steht das deutsche Eisockey-Team bei der WM in der Runde der letzten acht. Mehr

16.05.2016, 18:05 Uhr | Sport
Nordrhein-Westfalen Silvia von Schweden besucht Landtag

Silvia von Schweden hat dem Parlament in Düsseldorf am Dienstag einen Besuch abgestattet. Am Abend soll sie den Benediktpreis der Stadt Mönchengladbach entgegennehmen. Mehr

24.05.2016, 14:58 Uhr | Politik
Eishockey-WM Deutschland gewinnt gegen Außenseiter Ungarn

Nur mit einer späten Leistungssteigerung ist den deutschen Eishockey-Herren der Sieg gegen Ungarn geglückt. Im Viertelfinale droht ein ganz schwerer Brocken. Mehr

16.05.2016, 22:08 Uhr | Sport