Die Siegesserie von Spitzenreiter TBV Lemgo in der Handball-Bundesliga ist gerissen: Champions-League-Sieger SC Magdeburg nahm den „Überfliegern“ durch den 43:30-Erfolg als erstes Team in der laufenden Saison Punkte ab und machte den Titelkampf damit wieder spannend. Die Ostwestfalen kassierten in der mit 8.000 Zuschauern ausverkauften Bördelandhalle die erste Niederlage seit 20 Ligaspielen.
Dennoch führt die Mannschaft von TBV-Trainer Volker Mudrow mit nunmehr 34:2 Zählern die Tabelle vor den punktgleichen Verfolgern SG Flensburg-Handewitt (29:23 bei HSG D/M Wetzlar) und Magdeburg (beide 30:6) aber weiter an.
Großwallstadt ratlos in Abstiegszone
Altmeister TV Großwallstadt geht unterdessen am Stock: Vor zwei Jahren noch strahlender Europacupsieger, steckt der Klub durch die 22:30-Pleite bei FrischAuf Göppingen zum Jahreswechsel mitten im Abstiegssumpf. Nach nur zwei Siegen in 18 Ligaspielen macht sich beim längst nicht mehr unumstrittenen TVG-Coach Peter Meisinger Ratlosigkeit breit.
„Das ist schon bitter. Es gibt ein paar Spieler in unserer Mannschaft, die den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt haben. Das grenzte teilweise an Arbeitsverweigerung“, polterte Meisinger. Der siebenmalige deutsche Meister, der bereits länger als ein Jahr auf einen Auswärtserfolg wartet, belegt zum Beginn der Rückrunde einen Abstiegsplatz. Denn das bisherige Schlusslicht VfL Pfullingen besiegte den ThSV Eisenach 25:19 (13:10) und kletterte mit 11 Punkten drei Ränge nach oben vor den TVG auf Platz 15.
Erfolgreiches Jahresende für Kiel
Hingegen lässt Flensburg bei der Jagd auf Klassenprimus Lemgo nicht locker. Dank des Erfolgs beim früheren Europacup-Finalisten Wetzlar und der gleichzeitigen TBV-Niederlage bleibt der viermalige Vizemeister Lemgos Ausnahme-Team weiter auf den Fersen. Nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen in Folge sorgte der wurfgewaltige Flensburger Sören Stryger mit zehn Treffern für klare Verhältnisse bei den Nordhessen.
Einen erfolgreichen Jahresabschluss feierte auch Titelverteidiger THW Kiel durch das 30:26 gegen Aufsteiger TuS N-Lübbecke. Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte ist die Mannschaft von Noka Serdarusic nun seit zehn Spielen in Serie ungeschlagen. Vor 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Ostseehalle revanchierte sich der Titelverteidiger zugleich mit Erfolg für seine Pleite im Hinspiel. Allerdings hat der zehnmalige Champion bereits 13 Punkte Rückstand auf Lemgo.
„Winterpause“ in der Bundesliga bis Februar
Unterdessen hat sich die SG Wallau/Massenheim von dem Skandalspiel gegen den Wilhelmshavener GHV offenbar gut erholt. In der Ballsporthalle besiegten die Hessen nach sechs Spielen ohne Erfolg die SG Willstätt/Schutterwald vor 3700 Zuschauern auch ohne den gesperrten Trainer Martin Schwalb 34:28 und festigten somit ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte hinter der HSG Nordhorn, die Wilhelmshaven 31:28 (16:13) besiegten.
Allerdings muss Wallau in den kommenden Wochen wegen der Ausschreitungen gegen den WHV auf sein Heimrecht verzichten. Durch die vom Deutschen Handball-Bund (DHB) verhängte Sperre wird die SG erst am 22. Februar gegen Lemgo wieder in Frankfurt antreten können. Über den Ausweichort haben die Wallauer noch nicht entschieden. „Wir akzeptieren das Urteil, auch wenn es wirtschaftlich eine kleine Katastrophe ist“, meinte Wallaus Manager Bülent Aksen.
Die Sperre für Coach Schwalb indes endet bereits am 23. Januar. Auch dieses Strafmaß war von den Wallauern nach zuvor angekündigtem Einspruch akzeptiert worden. Nach der WM ab 20. Januar in Portugal wird der Spielbetrieb in der Bundesliga am 7./8. Februar mit der 19. Runde fortgesetzt.