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Handball Regress und Toaster

10.03.2009 ·  Der Europäische Handball-Verband (EHF) wird im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen gegen den THW Kiel in Champions- League-Spielen vorerst keine eigenen Nachforschungen einleiten. Die Vorwürfe gegen Kiel wurden unterdessen konkretisiert.

Von Rainer Seele
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Der Europäische Handball-Verband (EHF) wird im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen gegen den THW Kiel in Champions- League-Spielen vorerst keine eigenen Nachforschungen einleiten. Man wolle weiterhin die Ermittlungsergebnisse durch die Kieler Staatsanwaltschaft abwarten, sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer.

Die EHF hatte sich am Montag in Wien mit Champions-League-Teilnehmern getroffen (siehe: Handball-Kommentar: Verblüffende Passivität). Da sei aber die Problematik um den THW Kiel von der EHF gar nicht grundsätzlich angesprochen worden, sagte Gerd Butzeck, der die Interessen der führenden Champions-League-Teams vertritt. „Für mich ist das nicht nachvollziehbar.“

„Casino-Belege und Kontoauszüge“

Die Vertreter der Mannschaften forderten indes unabhängige Schiedsrichter im Handball. Um die Kontakte zu den Referees vor den Spielen zu reduzieren, sollten analog zur Basketball-Euro-League die Unparteiischen nicht von den Vereinen betreut werden, sondern eigenständig zu den Spielen anreisen. Zudem wurde die Einführung von Profi-Schiedsrichtern diskutiert.

In der vermeintlichen Manipulationsaffäre um den THW Kiel hat der Däne Jesper Nielsen, Sponsor und Gesellschafter der Rhein-Neckar-Löwen, die Anschuldigungen gegen den Kieler Manager Uwe Schwenker und den früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic konkretisiert. „Ich kann bestätigen, dass mir von Serdarusic Casino-Belege und Kontoauszüge gezeigt wurden, die den THW belasten. Als ich das gesehen habe, war ich schockiert“, sagte Nielsen.

Flensburg denkt über Regressansprüche nach

Er könnte bei den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Kiel eine wichtige Rolle spielen. Die Beamten haben bereits eine Stellungnahme von Andreas Rudolph angefordert, des Präsidenten des HSV Hamburg. Rudolph kam dem auch schon nach. Auf seinem Anwesen auf Mallorca soll Schwenker bei einer Party im Sommer 2007 erstmals Unregelmäßigkeiten zugegeben haben.

Falls sich der Verdacht gegen Schwenker, der von Gesellschaftern und Beirat des THW gestützt wird, sowie Serdarusic bestätigen sollte, wird die SG Flensburg-Handewitt möglicherweise Regress von den Kielern verlangen. Die Flensburger waren im Champions-League-Finale 2007 am THW gescheitert. Ihr Geschäftsführer Fynn Holpert sagte, im Fall einer Schiebung „steht uns der Titel 2007 automatisch zu“. Dann werde man auch Regressansprüche stellen. „Denn uns sind dann Prämien von Sponsoren, Förderern und der EHF entgangen.“

Toaster, Handtücher, Duschgel

Am Dienstag übrigens listete der Sportinformationsdienst auf, welche kleinen Geschenke die Unparteiischen bei internationalen Auftritten von deutschen Klubs üblicherweise erhalten – legal natürlich. Der HSV Hamburg übergibt demnach jedem Schiedsrichter einen Toaster mit Vereinsemblem. Vom TBV Lemgo gibt es Klubhandtücher, die SG Flensburg-Handewitt verwöhne die Referees mit Duschgel (mit Klubwappen) oder einem Vereins-Rekordbuch.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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