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Handball-Kommentar Signale aus Saragossa

Die Handball-Nationalmannschaft schärfte ihr Profil, der Bundestrainer gewann an Statur. Beide haben die Bewährungsprobe in Spanien bestanden. Jetzt gilt es, die Kooperation zwischen Liga und Verband zu stärken und nationalen Talenten bessere Aufstiegschancen zu bieten.

© dpa Hat sich durchgesetzt: Handball Bundestrainer Heuberger, der zu Beginn der WM noch kritisiert wurde

Der deutsche Handball lebt, unbestritten, und Martin Heuberger hat den Dreh raus. So wie die Nationalmannschaft bei der WM ihr Profil schärfte, gewann der Bundestrainer an Statur. Bewährungsprobe bestanden, in beiden Fällen: Das ist das Signal, das von Spanien ausgeht, zuletzt von Saragossa. Das Nationalteam gehört wieder der Weltspitze an, zumindest darf es sich zu ihrem erweiterten Kreis zählen. Das ist mehr, als von den deutschen Handballprofis vor dem spanischen Intermezzo zu erwarten war. Und wer hätte gedacht, dass man selbst die routinierten Spanier, die Gastgeber der WM, an den Rand einer Niederlage bringen würde?

Er wirkte von Tag zu Tag souveräner

Rainer Seele Folgen:

Die Deutschen, von Heuberger neu formiert, machten das Beste aus ihrer Situation. Und der Handball-Demokrat Heuberger kann sich zugutehalten, seinen Spielern Beine gemacht zu haben. Sie praktizierten ein ansehnliches Tempospiel, basierend auf häufigen Ballgewinnen in der Abwehr. Das war, bis zum Viertelfinale der Weltmeisterschaft, der Schlüssel zum Erfolg. Andererseits waren die Deutschen, zum Beispiel auch gegen Spanien, nicht frei von gewissen Leistungsschwankungen. Immer aber präsentierten sie sich als eine wahre Einheit - ein Verdienst nicht zuletzt von Heuberger, der an seiner Aufgabe in Spanien zu wachsen schien und von Tag zu Tag souveräner wirkte.

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Und der Mann aus Ortenau hatte gute Gründe, nach der Abschiedsvorstellung in Saragossa sofort selbstbewusst von einem Zeichen für die Bundesliga zu sprechen. Zum einen konnte das bedeuten: Seht her, das Interesse der breiten Öffentlichkeit am Handball weckt und befeuert vor allem ein schlagkräftiges Nationalteam. Zum anderen war es wieder ein Hinweis darauf, die Kooperation zwischen Liga und Verband zu stärken. Und den nationalen Talenten, zum Wohl des Nationalteams, bessere Aufstiegschancen in der Bundesliga zu bieten. Heuberger weiß wohl, dass die führenden Vereine mit ihrer europäischen Ausrichtung so schnell nicht davon abkommen werden, in Sachen Personal eine internationale Strategie zu verfolgen. Trotzdem wird er nicht müde, Veränderungen zu fordern, um sein Perspektivteam weiter aufzufrischen. Sein Elan in dieser Angelegenheit und das Gewicht seiner Worte scheinen in den vergangenen Tagen sogar gestiegen zu sein. In Tagen, in denen der gelernte Bauzeichner und Diplom-Verwaltungswirt aus Schutterwald bewies, dass er durchaus Ausstrahlung besitzt. Auf seine ganz spezielle Ortenauer Art.

Endklassement: Deutschland belegt Rang fünf

(dpa.) Die deutschen Handballer haben nach dem Aus im Viertelfinale die WM in Spanien als Fünfte beendet. Das teilte der Weltverband IHF an diesem Donnerstag mit. Die Plazierungen nach Abschluss der Viertelfinals wurden nach folgenden Kriterien errechnet: Anzahl der Punkte aus den Vorrundenspielen gegen die Teams auf den Gruppenrängen eins bis vier, bei Punktgleichheit entschied die Tordifferenz. Sollte auch diese gleich gewesen sein, gab die Zahl der geworfenen Tore den Ausschlag. So wurde der ausgeschiedene Titelverteidiger Frankreich durch die Vorrunden-Niederlage gegen Deutschland Sechster. Dahinter folgen Russland, Ungarn, Polen und der EM-Zweite Serbien. Bestes nichteuropäisches Team ist Afrikameister Tunesien als Elfter.

Quelle: F.A.Z.

 
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