27.08.2005 · Der Angstgegner hat den perfekten Saisonstart des Hamburger SV verhindert. Im 35. Nordderby trennten sich beide Teams leistungsgerecht unentschieden.
Angstgegner Hannover 96 hat den perfekten Saisonstart des Hamburger SV verhindert. Im 35. Nordderby trennten sich die Hamburger und die Niedersachsen am Samstag 1:1 (1:1). Die Hanseaten konnten die Gäste auch im fünften Anlauf nicht besiegen und verpaßten dadurch den besten Saisonbeginn seit 31 Jahren, als sie zuletzt mit drei Erfolgen starteten.
Für den ersten Bundesliga-Gegentreffer des HSV in dieser Saison sorgte der Tscheche Jiri Stajner in der 18. Minute, Mehdi Mahdavikia (22.) traf zum Ausgleich. Für 96 war es nach dem 2:2 gegen Hertha BSC und dem 1:1 in Nürnberg das dritte Remis. „Ich kann meinen Jungs nur ein Riesenkompliment machen, sie haben bis zur 90. Minute für das 2:1 gekämpft“, sagte HSV-Coach Thomas Doll. „Wenn der Gegner mit elf Mann hinten drin steht, ist es schwer, vernünftigen Fußball zu spielen.“
Leistungsgerechtes Unentschieden
Einig war er sich mit Gegenüber Ewald Lienen darin, dass das Unentschieden am Ende in Ordnung ging. „Leider haben wir die Führung nicht länger gehalten. Bis auf die letzten 15 Minuten, in denen der HSV drängte, haben wir gut dagegen gehalten“, meinte Lienen. Doll mußte nach dem Ausfall von Stefan Beinlich (Muskelfaserriß) und Stürmer Emile Mpenza (Schienbeinreizung) seine Elf umstellen.
Der eigentlich schon aussortierte Mahdavikia durfte erstmals von Beginn an sogar auf seiner Lieblingsposition auf der rechten Seite auflaufen und dankte es durch viel Engagement. Immer wieder leitete der iranische Nationalspieler die offensiven Aktionen ein, mit denen der HSV die Gäste vor 48.866 Zuschauern in der AOL-Arena unter Druck setzte. Ohne zehn verletzte Spieler trat die mit Amateuren aufgefüllte Mannschaft von Trainer Ewald Lienen an. Zum dritten Mal in Folge stellte er trotzdem die gleiche Elf auf, die sogleich bewies, daß sie für Überraschungen gut ist.
Riesenchancen für van der Vaart
Bei einem Konter in der 18. Minute bediente der iranische Neuzugang Vahid Hashemian den frei stehenden Stajner vorbildlich. Der Tscheche hatte auch bei seinen letzten Auftritten in der Hansestadt das Tor getroffen. Die besonders im UI- Cup so sattelfeste Hamburger Abwehr schlief komplett; Keeper Stefan Wächter war chancenlos beim ersten Bundesliga-Gegentor der Saison. Vier Minuten später war es der eifrige Mahdavikia, der per Kopf 96-Torwart Robert Enke überwand, nachdem Benny Lauth vorher gescheitert war.
Riesenchancen vergab danach der Niederländer Rafael van der Vaart (28./43.). Ohne Bindung zum Spiel blieb Lauth, der schon nach 55 Minuten Naohiro Takahara weichen mußte. Nach den nicht verwerteten Möglichkeiten kamen die Gäste auf und hatten durch Hashemian (55.) gar die Chance zur Führung. Doch der bestens aufgelegte Wächter parierte gegen den Ex-Bayern. Neun Minuten vor Schluß vergab der Japaner Takahara das Siegtor für die Gastgeber, die den Belastungen durch den UI-Cup in der zweiten Halbzeit Rechnung tragen mussten. Schiedsrichter Wolfgang Stark erkannte in der 89. Minute einen Treffer von Piotr Trochowski wegen Abseitsstellung von Daniel van Buyten zu Recht nicht an.