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Großbritannien vor Olympia Hochstimmung im Tiefdruckgebiet

 ·  Why does it always rain on us? Zweieinhalb Wochen vor Olympia sorgt sich ganz Britannien um seinen Sportsommer. Wir sagen: Keine Sorge. Wir mögen euch trotzdem. Und kommen gerne.

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© REUTERS Respect to the man in the ice cream van: Am Strand von Whitby

Sie machen sich große Sorgen dort drüben, auf der anderen Seite der Doggerbank. Es ist ihr großer Sommer, der Sommer des britischen Sports, und die schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab.

Die Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Viertelfinale ausgeschieden? Nicht so schlimm. Die Formel-1-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button abgehängt in Silverstone? Kann man verschmerzen. Andy Murray letztlich ohne Chance gegen Roger Federer? War zu erwarten im ersten Herreneinzel-Finale mit britischer Beteiligung in Wimbledon seit 1938.

Nein, Großbritannien hadert zweieinhalb Wochen vor Beginn des Höhepunkts des Sommers, der Olympischen Spiele in London, nicht mit den Leistungen seiner Sportler. Großbritannien flucht über die eigene Geographie und den Jetstream, der die Regen bringenden Tiefdruckgebiete dieses Jahr weiter südlich als üblich über den Atlantik schickt und deshalb statt der norwegischen Küste das Vereinigte Königreich von den Orkneys bis zur Isle of Wight im Süden unter Wasser setzt.

Regnet es auch Ende Juli und Anfang August noch so heftig wie am Wochenende etwa beim Formel-1-Rennen in Silverstone, dann steht zu befürchten, dass in der britischen Hauptstadt nicht nur die Sportler mit widrigen Bedingungen zu kämpfen haben, sondern auch die Olympia-Logistik leiden wird.

Bestimmte U-Bahnhöfe, gerade die in den vergangenen Jahren gebauten im Osten der Stadt und südlich der Themse, könnten volllaufen, und das ohnehin störungsanfällige öffentlichen Verkehrsmittel Nummer eins, die von den Londonern ebenso oft verklärte wie verfluchte „Tube“, abrupt zum Stillstand kommen. Und was würde die Jugend der Welt und ihr Anhang dann nur denken von den Briten?

„When the going gets tough, the English get going“

Liebe Briten, wir können euch beruhigen. Dass es öfter mal regnet bei euch, wissen wir doch längst. Und es gibt noch ein, zwei Klischees, bei denen ihr uns besser nicht fragen solltet, ob wir sie bestätigen würden.

Aber: Wir kommen trotzdem gerne. Weil Ihr wisst, wie man mit Widrigkeiten umgeht, ohne den Humor zu verlieren. „When the going gets tough, the English get going“, sagte Michael Schumacher am Wochenende. Seht ihr mal, sogar er, dem ihr immer noch seinen ewigen Ehrgeiz vorhaltet, mag euch. Wir auch.

Weil ihr lachen könnt, obwohl es manchmal nichts zu lachen gibt. Und weil ihr euch auf Olympia freut und alle diese Freude spüren lasst, und zwar nicht nur in London, sondern entlang der Strecke des Fackellaufs ebenso wie beim kleinen Zeitschriftenmann auf dem Land. Wie singt ihr im Lied „Danny Boy“? „I’ll be there in sunshine and in shadow.“ Wir auch. Und wir freuen uns drauf.

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Jahrgang 1978, Sportredakteur.

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