Bernhard Langer hat die Generalprobe für die US Open glänzend bestanden und kann mit großer Zuversicht in das am Donnerstag in Tulsa (US-Bundesstaat Oklahoma) beginnende zweite diesjährige Major-Turnier gehen.
Nach einer glänzenden Vorstellung auf den Grüns hat der Golfprofi aus Anhausen bei seinem ersten Start in Memphis mit 268 Schlägen (69+65+68+66) und Platz zwei hinter Bob Estes (USA) zwar seinen ersten Turniersieg seit mehr als dreieinhalb Jahren hauchdünn verpasst, feierte aber sein bestes Ergebnis auf der US-Tour seit seinem zweiten Triumph beim US Masters 1993 in Augusta.
Nur ein Schlag hat gefehlt
Maßgebend für seinen Erfolg war die 66-er-Schlussrunde beim mit 3,5 Millionen Dollar dotierten PGA-Turnier, von denen 378.000 Dollar an Langer gingen.
Nur einen Schlag besser war Estes, der die Siegprämie von 630.000 Dollar einstecken durfte. Nach einem 61-er-Auftakt und Platzrekord auf dem Par-71-Kurs in Southwind konnte Estes am Ende seinen Sieg gerade noch ins Klubhaus retten (267/61+66+69+71).
Für den 35- jährigen Amerikaner, der seit dem ersten Tag in Führung gelegen hatte, war es der zweite Tour-Sieg nach den Texas-Open 1994. Seine Landsmänner Tom Lehman und Scott McCarron belegten mit jeweils 269 Schlägen gemeinsam den dritten Rang.
„Eine Woche gutes Golf“
Langer unterstrich einmal mehr, dass sich seine diesjährige Konzentration auf die US-PGA-Tour bezahlt macht. Er spielt so erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr - und das gegen allerstärkste Konkurrenz. In Memphis hat zwar Superstar Tiger Woods wegen seiner Vorbereitung auf die Titelverteidigung bei den US Open gefehlt, doch das schmälert Langers Leistung in keiner Weise.
„Das war eine Woche gutes und konstantes Golf. Ich habe mir viele Chancen erarbeitet. Dann ist es nur die Frage, ob man gut puttet oder nicht“, sagte der 43-jährige Langer, der damit seine drei mäßigen Auftritte beim Europa-Abstecher im Mai wieder vergessen ließ.
Unübersehbarer Aufwärtstrend
Bei seiner Aufholjagd am Finaltag hatte er es sogar in der Hand, erstmals seit seinem zweiten Masters-Triumph 1993 wieder in Amerika zu gewinnen. Doch die Birdie-Putts am 17. und 18. Loch verfehlten denkbar knapp ihr Ziel. „Einmal war mein Putt etwas zu kurz, der zweite ging nur ganz knapp vorbei“, kommentierte Langer die hauchdünne Niederlage.
„Ich bin trotzdem absolut zufrieden. Mit fünf Birdies hatte ich noch einmal einen hervorragenden Tag“, sagte Langer, der im Gegensatz zu seinen wenigen Europa-Auftritten auf eine bislang glänzende Übersee-Bilanz seit Januar zurückblicken kann. Für Bernhard Langer war es sein bereits fünftes Top-10-Resultat in diesem Jahr auf der US-Tour.
Gute Vorzeichen für US Open
„Ich hoffe, dass ich an die Leistungen nun auch bei den Open anknüpfen kann. Ich fühle mich jedenfalls sehr gut in Form“, kommentierte Langer. Auf eine Sternstunde bei den US Open wartet er bislang vergeblich.
Seit 1982 nahm der strenggläubige Schwabe 16. Mal an den Open teil, nur sechs Mal überstand er den Cut. Seine beste Platzierung datiert aus dem Jahr 1987, als er auf Rang vier einkam.
Im Ryder-Cup-Team für Europa?
Seine gute Platzierung in Memphis war auch mit Blick auf seine eventuelle Teilnahme am traditionellen Kontinental-Vergleich um den Ryder Cup extrem wichtig.
Neun Mal hat Langer bereits den Ryder Cup bestritten. Da er in Europa in diesem Jahr aber nur wenige Turniere gespielt hat, liegt er derzeit in der Rangliste lediglich auf dem 24. Platz. Doch nur zwölf Profis werden für das Prestige-Duell mit den USA im September in England nominiert.
Sollte es mit der automatischen Qualifikation über die Punkte nicht klappen, kann Langer auf Grund seiner US-Resultate auf eine der zwei vom Kapitän zu vergebenden Wildcards hoffen.