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Golf Die „besondere Ehre“ für Woods

18.07.2005 ·  Tiger Woods ist nicht zu schlagen. Der beste Golfprofi der Welt gewann am Sonntag zum zweiten Mal nach seinem Rekordsieg im Jahr 2000 die British Open. Bernhard Langer erreichte überraschend den fünften Platz.

Von Wolfgang Scheffler, St. Andrews
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Tiger Woods ist im Golf wieder unumstritten das Maß aller Dinge. Der 29jährige Weltranglistenerste feierte am Sonntag auf dem Old Course von St. Andrews bei den 134. British Open einen Start-Ziel-Sieg. Es war der zweite Triumph des Amerikaners beim ältesten und wichtigsten Turnier der Welt - und er kam wie vor fünf Jahren wieder in der Kleinstadt an der schottischen Ostküste.

"Es gibt nichts Besseres, als in der Heimat des Golfs zu gewinnen", sagte Tiger Woods freudestrahlend nach seinem zehnten Triumph bei einem der vier Majors. Als zweiter Golfer in der Geschichte des Profigolfs hat der schwarze Kalifornier jetzt jeden der vier Saisonhöhepunkte mindestens zweimal gewonnen - eine Leistung, die zuvor nur Jack Nicklaus vollbracht hatte.

Langer überrascht auf Platz fünf

Woods vollendete dieses Kunststück bei seiner 35. Teilnahme an einem der vier Traditionsturniere, Nicklaus benötigte 37 Anläufe. "Es war ein besondere Ehre am Freitag, den größten Champion der Geschichte auf dem 18. Fairway zu sehen", sagte Woods bei der Siegerehrung. Der 18malige Major-Sieger Nicklaus hatte sich am Freitag vom Turniergolf verabschiedet - und wie bei den US Open und der PGA Championship (beide 2000) und dem Masters im April, als der mittlerweile 65jährige Nicklaus diesen Turnieren ade sagte, triumphiert wieder der legitime Nachfolger des bisher erfolgreichsten Golfers der Geschichte.

Tiger Woods mit Start-Ziel-Sieg bei British Open

Die Schlußrunde verlief nach einem vertrauten Schema. Wieder einmal jagten die Konkurrenten den Tiger vergeblich, auch wenn ihm der Schotte Colin Montgomerie nach zehn Löchern bis auf einen Schlag auf den Pelz gerückt war. Aber gerade als die Jäger Hoffnung schöpften, entschwand Woods. Am Ende hatte Woods mit insgesamt 274 (66+67+71+70) Schlägen fünf Schläge Vorsprung vor Montgomerie (279/71+66+70+72). "Es ist keine Schande, hinter dem besten Golfer der Welt den zweiten Platz zu belegen", sagte der Schotte. Den dritten Platz teilten sich der Spanier Jose Maria Olazabal (288/68+70+68+72) und der Amerikaner Fred Couples (280/68+71+73+68), dessen Plazierung im Vorderfeld genauso überraschte wie der fünfte Platz des deutschen Routiniers Bernhard Langer (281/71+69+70+71).

Für mein Alter ist das eine Riesenleistung"

"Vor dem Turnier wäre ich mit einer Plazierung unter den Top 20 oder 30 zufrieden gewesen", sagte Langer, der sich den fünften Platz mit dem Weltranglistenzweiten Vijay Singh (Fidschi), dem neuseeländischen US-Open-Sieger Michael Campbell, dem südafrikanischen Weltranglistenfünften Retief Goosen, dem Spanier Sergio Garcia und dem Australier Geoff Ogilvy teilte. Das brachte Langer nicht nur rund 180.000 Euro Preisgeld, sondern auch die Gewißheit, daß er im nächsten Jahr im Royal Hoylake Golf Club in Liverpool wieder beim Saisonhöhepunkt mitspielen darf. In diesem Jahr war Langer in der Kontinental-Qualifikation in Amerika gescheitert. Erst durch die verletzungsbedingte Absage des Japaners Shingo Katayama war Langer ins Feld gerückt. Eine solche Zitterpartie bleibt ihm 2006 erspart. Die Top Ten dieses Jahres sind für die nächste Auflage von "The Open Championship" automatisch qualifiziert.

Wegen der kurzen Vorbereitung, aber auch wegen seiner nicht gerade berauschenden Form in den letzten Wochen war Langer ohne große Erwartungen an die Ostküste von Schottland gekommen. In den vergangenen zwölf Jahren hat er nur zweimal besser auf einem der britischen Links Courses abgeschnitten: 1993 und 2001, als er jeweils auf Rang drei einkam. Diese Plazierung wäre auch diesmal möglich gewesen. Denn Langer fing mit einem Eagle am fünften Loch furios an und lag bis zum 15. Loch in der Spitzengruppe. Aber dann traf er beim Versuch, den Ball über einen Bunker zu lupfen, zu viel Boden. Nach diesem "fetten Schlag" mußte Langer um ein Doppelbogey kämpfen - aber es warf ihn nicht aus der Bahn. Er schloß das Turnier mit einem Birdie ab und resümierte zufrieden: "Für mein Alter ist das eine Riesenleistung."

Alle Zweifler eines Besseren belehrt

Das gilt umso mehr für Woods, der sich in jungen Jahren anschickt, alle Altersrekorde zu brechen. "Ich habe an diesem Sonntag jeden Ball perfekt getroffen, nur am 13. Loch habe ich den Ball um drei Meter verzogen", sagte der "Champion Golfer of the Year 2005". Das läßt für die Konkurrenz nichts Gutes erhoffen: In diesem Jahr hat Woods bei den bisherigen drei Majors, dem Masters, der US Open und der British Open die Plätze eins, zwei und eins belegt. "Es ist eine Freude, bei den Majors so gut zu spielen", sagte Woods, "die harte Arbeit bei meiner Schwungumstellung hat sich ausgezahlt." Woods hat am Sonntag endgültig alle Zweifler eines Besseren belehrt. Er ist immer noch mit Abstand der Beste.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2005
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Jahrgang 1948, Sportredakteur.

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