Der Italiener Danilo Di Luca hat die vierte Etappe gewonnen. Der 25-jährige Profi vom Team Cantina Tollo setzte sich auf dem Schlussanstieg des 169 Kilometer langen Teilstücks von Potenza ins 1270 Meter hoch gelegene Montevergine di Mercogliano gegen seine Landsleute Gilberto Simoni und Titelverteidiger Stefano Garzelli durch.
Die Gesamtführung übernahm mit Dario Frigo ebenfalls ein Italiener vom bisherigen Leader Rik Verbrugghe (Belgien), der zweieinhalb Minuten einbüßte. Roberto Sgambelluri (Italien) vom Team Telekom kam ebenso wie Mitfavorit Marco Pantani mit 32 Sekunden Rückstand in der ersten Verfolgergruppe ins Ziel. Über sieben Minuten verlor sogar Telekom-Kapitän Jan Ullrich.
Am Donnerstag kehren die Fahrer ins Flachland zurück, wenn die 229 Kilometer lange fünfte Etappe von Avellino nach Nettuno auf dem Programm steht.
Pantani ist noch nicht so weit
Marco Pantani war offensichtlich noch nicht so weit, auch wenn der Italiener andere Perspektiven als die derzeit Besten hat. Auf dem 17,1 Kilometer langen Schlussanstieg konnte sich der Glatzkopf bei starkem Regen nicht so in Szene setzen wie noch auf der ersten Etappe und verlor 30 Sekunden auf di Luca.
Sechs Kilometer vor dem Ziel hatte sich durch eine Tempoverschärfung die Gruppe der stärksten 20 Fahrer gebildet, die den Sieg unter sich ausmachten. „Meine Topform will ich in der letzten Woche haben, wenn der Giro entschieden wird“, sagte Pantani, der stets von fünf Bodyguards begleitet wird.
„Habe es ganz ruhig angehen lassen“
Jan Ullrich, immer noch durch eine ausklingende Bronchitis behindert, hatte angekündigt, nicht an seine derzeitigen Grenzen gehen zu wollen - ein Vorsatz, den er in die Tat umsetzte. Er wartet nun auf Genesung und steigende Form, um in der übernächsten Woche an einen ersten ernsthaften Tour-Test denken zu können.
„Es war ja klar, dass ich heute nicht vorne mit fahre. Ich habe es ganz ruhig angehen lassen“, lautete einmal mehr Ullrichs Analyse. Der Telekom-Kapitän erreichte das Ziel mit seinen Team-Kollegen Kai Hundertmarck und Giuseppe Guerini (Italien).
Hondo sammelte Sprint-Punkte
Danilo Hondo, der Sprintsieger der vergangenen beiden Tage, stand wegen des Streckenprofils erwartungsgemäß diesmal nicht in Mittelpunkt. Der 27-jährige Cottbuser eifert Erik Zabel beim Giro nicht nur in Bezug auf Etappensiege vom Fließband nach.
Am Mittwoch zum ersten Mal im Trikot des Punktbesten unterwegs, konzentrierte sich der zweifache Tagessieger diesmal ganz auf die Zwischensprints. In Eboli baute Hondo im lilafarbenen Trikot mit einem zweiten Platz seine Führung in der Punktwertung aus, die Zabel bei der Tour de France fünf Mal in Folge gewann.