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Fußballregeln Die Torkamera kommt

Fifa-Präsident Joseph Blatter, der Verfechter der Torkamera, dürfte bald am Ziel sein. Die erste Testphase überzeugte die Regelhüter. Der Weltverband liebäugelt schon mit der Einführung im Dezember.

© dpa Für solche Fälle braucht es keine Hilfsmittel - für andere schon

Vorentscheidung für die Torkamera: Die Regelhüter des Weltfußballs haben sich „im Prinzip“ auf die Einführung der Torlinien-Technik geeinigt. Das sagte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke nach der 126. Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (IFAB) am Samstag südwestlich von London.

Die Technik könnte bereits bei der Klub-WM in Japan im Dezember und beim Confederations Cup 2013 in Brasilien zum Einsatz kommen. „Wir wollen das System zur WM 2014 etabliert haben“, sagte der Franzose. Die endgültige Entscheidung fällt am 2. Juli, einen Tag nach dem EM-Finale, auf einer IFAB-Sondersitzung in Kiew.

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Dort ist auch geplant, das Verbot von Hijab-Schals (Schleier) für muslimische Frauen beim Fußball aufzuheben. Dieses besteht aus Sicherheitsgründen seit 2007. „Wir wollen allen Frauen der Welt ermöglichen, Zugang zum Fußball zu haben“, sagte Valcke. Prinz Ali Bin Al Hussein, Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, hatte sich in einem Vortrag für die Aufhebung des Verbots stark gemacht.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte sich am Freitag abermals für die Torlinien-Technologie ausgesprochen. In der ersten Testphase hätten zwei von acht Systemen „sehr positive Ergebnisse“ erzielt, sagte Alex Horne, Generalsekretär des englischen Fußballverbandes FA.

Ein „komplett privater Moment“

Diese zwei Systeme - eines nur mit Kameratechnik (das zu Sony gehörende Hawk-Eye) und eines mit einer Kombination aus Kamera und Chip im Ball (das deutsch-dänische GoalRef) - werden in der abschließenden zweiten Phase zwischen März und Juni abermals getestet.

Die Regelhüter machten deutlich, dass die Rückmeldung durch das System, die etwa per Vibration erfolgt, ein „komplett privater Moment“ (Horne) für den Schiedsrichter sein soll und im Unterschied zum Hawk-Eye beim Tennis nicht für das Publikum bestimmt.

Der Chip im Ball ist eine andere Variante für mehr Genauigkeit in den Entscheidungen zu sorgen © dpa Vergrößern Der Chip im Ball ist eine andere Variante für mehr Genauigkeit in den Entscheidungen zu sorgen

„Es würde zur gefährlichen Situation führen, wenn es im Stadion gezeigt würde“, sagte der Chef des walisischen Fußballverbandes, Jonathan Ford. Die Kosten für die Installierung eines Systems, die die Klubs und nicht etwa TV-Sender zu tragen hätten, konnten die Fußball-Funktionäre noch nicht beziffern.

Verworfen wurde der Vorschlag, in der Verlängerung die Einwechslung eines vierten Spielers zuzulassen. Weiter diskutiert wird am 2. Juli das Problem der „Dreifach-Bestrafung“. Ein Spieler, der eine offensichtliche Torgelegenheit im Strafraum vereitelt, wird bisher mit einem Elfmeter, Platzverweis und Spielsperre bestraft.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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