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Zweite Liga Düsseldorf ist wieder Tabellenerster

13.02.2012 ·  1:1 in Düsseldorf: Ein Elfmeter kostet die Frankfurter Eintracht den Sieg und damit zugleich den Sprung an die Tabellenspitze der zweiten Fußball-Bundesliga. Rösler sieht Gelb-Rot.

Von Ralf Weitbrecht, Düsseldorf
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© dpa Gerangel: Düsseldorfs Sascha Rösler (l.) diskutiert mit Maximilian Beister (r.) und Frankfurts Sebastian Rode (Mitte) über die umstrittene Elfmeterentscheidung

Sie fühlten sich spitze und ganz oben angekommen. Doch weil Schiedsrichter Felix Brych in der 90. Minute des Zweitliga-Gipfels zwischen der Düsseldorfer Fortuna und der Frankfurter Eintracht den Rheinländern einen Strafstoß zusprach, hieß es am Montagabend 1:1. Benjamin Köhler hatte die Eintracht in Führung gebracht (69. Minute) und für Hochgefühle gesorgt, die Fortuna-Kapitän Jens Langeneke mit dem verwandelten Elfmeter zunichte machte (90.). Aus dem Sprung auf Platz eins ist es damit nichts geworden. Sehr zum Ärger der Eintracht. Denn der Strafstoß war umstritten und wurde erst gegeben, nachdem der Linienrichter den Referee darauf aufmerksam gemacht hatte.

Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner sagte: „Es ist doppelt ärgerlich, dass der Elfmeter so zustande kam. Das ist Wahnsinn, dass der Linienrichter so eingreift.“ Kurz nach dem Ausgleichstreffer spielte der Düsseldorfer Sascha Rösler wieder einmal sein Lieblingsrolle als Provokateur. Der große Blonde mit den großen Gesten geriet mit Eintracht-Trainer Armin Veh so heftig aneinander, dass Brych dem Fortuna-Angreifer die Gelb-Rote Karte vorhielt. Und Veh, der sich unter der Woche über Röslers Neigung zu provokantem Verhalten beklagt hatte, wurde auf die Tribüne geschickt. Sekunden später war Schluss in einer Partie, die zum Ende zum großen Aufreger wurde.

Fünf Minuten mussten sich die Fans gedulden, denn das Topspiel wurde erst mit Verspätung angepfiffen. Chaoten aus dem Frankfurter Block waren der Ansicht, mit Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern auf sich aufmerksam machen zu müssen. Der Schiedsrichter wartete, bis sich der Rauch gelegt hatte und gab dann die Partie frei. Es war die Eintracht, die zügig das Spiel an sich riss. Die Folge: Schon nach sechs Minuten tauchten die Hessen erstmals vor dem Düsseldorfer Tor auf. Doch anstatt den besser postierten Karim Matmour in Szene zu setzen, entschied sich Interimskapitän Alexander Meier dafür, mit links hinter der Strafraumgrenze Maß zu nehmen. Die falsche Entscheidung, denn dem Schuss fehlte jegliche Schärfe.

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© dpa Die fragliche Szene: der Frankfurter Anderson (l.) zieht den Düsseldorfer Timo Furuholm (r.) am Trikot und verursacht so einen umstrittenen Elfmeter

Meier, in der Vorwoche noch beim 2:1 gegen Braunschweig als Stratege und Doppeltorschütze in Erscheinung getreten, war es auch, der im Kräftemessen mit Aufstiegsanwärter Fortuna das erste Ausrufezeichen hätte setzen können. Doch am Flankenball von Matthias Lehmann flog der längste Frankfurter in der Nähe des Fünfmeterraums vorbei (33.). Die beste Chance der Hessen war zugleich das Signal für die Rheinländer, mehr als bisher in der Offensive zu tun. Und tatsächlich: Zwei Minuten später prüfte Rösler Eintracht-Keeper Oka Nikolov mit einem Schuss aus dreißig Metern. Und weil Nikolov gut reagierte, den Ball aber nicht festhalten konnte, bot sich im Nachgang dem schnellen Maximilian Beister die zweite Gelegenheit für die Fortuna. Doch auch diesmal ließ sich der Eintracht-Routinier nicht überlisten.

Rasse, Klasse und Spannung: Was hatten sich die Fußballfreunde nicht alles von diesem Topspiel versprochen. Geboten bekamen sie lange Zeit ansprechende Fußballkunst, die aber auch deshalb nicht zum Hochgenuss wurde, weil beide Meisterschaftsanwärter auf stabile Abwehrreihen bauen konnten. Immerhin: Mitte der zweiten Halbzeit nahm der Spannungsbogen Fahrt auf, gegen Ende wurde es hektisch. Eintracht-Trainer Veh, der zur Einstimmung auf „dieses absolute Topspiel“ am Sonntag eine letzte Übungseinheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvierte, wartete tags darauf mit keiner Überraschung auf. Wie schon gegen Braunschweig durfte auch gegen Düsseldorf der kleine Österreicher Erwin Hoffer als einziger Angreifer stürmen; Mohamadou Idrissou blieb zunächst auf der Bank. Wie auch Jungtalent Sonny Kittel.

Auf der linken Mittelfeldseite fand sich Benjamin Köhler wieder. Köhler war auch Ausgangspunkt einer weiteren Chance, die eigentlich zum Führungstreffer hätte führen müssen. Doch Matmour scheiterte aus wenigen Metern an Fortuna-Schlussmann Michael Ratajczak (49.). Auf der anderen Seite bekam Nikolov eine weitere Gelegenheit, um sich auszuzeichnen. Den verdeckten Schuss von Adam Matuschyk fing er gekonnt (65.). Glück hatte die Eintracht, dass Beister, den Ball mehrmals auf dem Kopf jonglierend, die letzte Konsequenz vor dem Frankfurter Tor fehlte (68.). Die unmittelbare Reaktion der Eintracht: Ein Konter, ein Pass, ein Tor. Meier spielte in die Tiefe des Raumes, fand Köhler – und der erzielte mit links das 1:0. Von diesem Moment an durfte sich die Eintracht mit 45 Punkten als neuer Tabellenführer fühlen. Und weil die Fortuna durch Thomas Bröker nur den Pfosten traf (77.) und Sebastian Rode bei der nächsten Düsseldorfer Großchance köpfend auf der Linie klärte, wähnte sich die Eintracht schon als Sieger.

Doch Sekunden vor dem Schluss kippte die Partie. Brych entschied auf Strafstoß, weil Bamba Anderson den eingewechselten Timo Furuholm gefoult haben soll. Langeneke ließ sich das unverhofft gekommene Angebot nicht entgegen und traf zum 1:1. Danach geriet Rösler mit Veh aneinander. Das gefiel nicht einmal Fortuna-Trainer Norbert Meier: „Das kann ich nicht unterstützen. Sascha kann sich auf die Knie setzen oder ins Publikum jubeln.“ Eintracht-Torschütze Köhler verurteilte Rösler Gehabe: „Das war ja nicht das erste Mal. So etwas gehört nicht in den Fußball.“ Und Armin Veh sagte: „Er ist ein guter Spieler. Er hat das eigentlich nicht nötig, aber er macht das eben oft.“

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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