Hertha BSC hat erstmals in der 2. Fußball-Bundesliga ein Derby gegen den 1. FC Union für sich entschieden. Der Erstliga-Absteiger revanchierte sich am vierten Spieltag der neuen Saison für die Niederlage um die Berliner Stadtmeisterschaft vor zwei Jahren und stürzte mit dem 2:1 (1:0) den 1. FC Union in große Not. Die „Eisernen“ stecken mit einem Zähler im Keller (16.) fest.
„Wir haben den Anschluss nach oben hergestellt“
Hertha klettert mit sieben Punkten auf Tabellenplatz sechs. Vor 16.750 Zuschauern, darunter 1400 Hertha-Fans, erzielten Sandro Wagner (30. Minute) und Ronny (73.) am Montag die Gäste-Treffer. Für Union hatte Christopher Quiring zwischenzeitlich ausgeglichen (69.). „Ich freue mich für unsere Fans, aber vor allem für unsere Mannschaft. Wichtig ist, dass die Mannschaft eine breitere Brust bekommt“, sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay. „Wir sind in der Tabelle von 13 auf sechs gesprungen, das ist auch nicht unwichtig“, betonte er. „Wir haben den Anschluss nach oben hergestellt“, kommentierte Manager Michael Preetz.
Für Hertha war es der erste Pflichtspielsieg in der Alten Försterei seit 78 Jahren. 1934 hatte die „alte Dame“ hier letztmals gegen den FC-Vorgänger SC Union Oberschöneweide gewonnen (6:1). In dem umkämpften Spiel an diesem Montagabend, bei dem es vor allem auch „um die Ehre der Berliner Fans“ ging, wie Hertha-Coach Luhukay betonte, zeigten die Gäste die bessere Spielanlage. Union setzte Kampfkraft entgegen, wirkte aber erst nach der Pause zielstrebiger.
Nach schönem Spielzug über Änis Ben-Hatira und Peer Kluge schloss Neuzugang Wagner aus 13 Metern frei zum 0:1 ab. Union schlug durch einen Kopfball von Quiring zurück. Doch der Brasilianer Ronny versenkte drei Minuten nach seiner Einwechslung einen Freistoß direkt. „Jeder weiß, dass Ronny einen Wahnsinnsschuss hat“, erklärte Union-Trainer Uwe Neuhaus. Zur Niederlage sagte er: „Sie tut richtig weh, denn sie war auch überflüssig. Wir haben heißes Herz gezeigt, aber keinen kühlen Kopf.“