07.09.2008 · Irische Experten kritisieren den neuen Nationaltrainer Giovanni Trapattoni, weil er sich einem Umzug auf die Insel verweigert. Die Diskussion erinnert stark an die Wohnort-Debatte um Jürgen Klinsmann vor der WM 2006. Bei Trapattoni ist sie aber etwas lustiger.
Von Daniel MeurenDas Spiel war aus. Das Game war over. Und die Diskussionen begannen. Auf dem Podium saß der „Mister“, im Saal die Journalisten. Irland hatte sein erstes Spiel in der WM-Qualifikation mit dem neuen Coach Giovanni Trapattoni gewonnen. Auf neutralem Boden in Mainz siegten die Iren gegen Georgien mit 2:1 (siehe auch: 1:2 gegen Irland: Georgier kraftlos im Exil).
In der Heimat tobt indes trotz der zuvor schon erfolgreichen Testspiele unter Trapattoni ein Kleinkrieg, wie ihn vor der Weltmeisterschaft 2006 auch schon Jürgen Klinsmann wegen seines Beharrens auf dem Wohnort Huntington Beach in Kalifornien auszukämpfen hatte.
Trapattonis Wohnort-Debatte
Brian Kerr, einer von Trapattonis Vorgängern auf dem Stuhl des irischen Cheftrainers, kritisierte die italienische Trainerlegende für seine Weigerung, den Wohnsitz aus der Lombardei nach Irland zu verlegen. Zudem bemängeln die Iren, dass Trapattoni nicht wenigstens zum Vielflieger zwischen Mailand und den Standorten der Premier-League-Klubs avanciert, um die besten irischen Fußballspieler in Augenschein zu nehmen. Stattdessen vertraue er blind auf die Informationen seiner fliegenden Assistenztrainer Marco Tardelli und Liam Brady.
Trapattoni wehrte sich nun während der Pressekonferenz in Mainz auf seine Weise. Tapfer nutzte er selbst in den schwierigsten rhetorischen Kurven seiner Rede die englische Sprache statt auf seine Übersetzerin zu bauen.
Erfolgsgeheimnis „Dibudi, Dibudi, Dibudi“
Die Trainerlegende gab auf diese Weise zu verstehen, dass er, der „Mister“, Dutzende von Spielen im Fernsehen beziehungsweise auf DVD angeschaut und über die Qualitäten jedes einzelnen Spielers bestens informiert sei. Die Kritik empfinde er deshalb als Frechheit.
Niemals in seinem Berufsleben habe er indes auf andere geschaut und niemals seine Kollegen beurteilt, „Trapattoni never“. In Deutschland, England und Irland sei das offensichtlich anders.
Dort versteht es vermutlich auch keiner so recht, wenn Trapattoni das Geheimnis des irischen Spiel mit einem Singsang „Dibudi, Dibudi, Dibudi“ beschreibt, wie nun in Mainz geschehen. Noch gibt der Erfolg dem Trainer Munition im Kampf gegen die bösartige Presse. Sollten Siege ausbleiben, dürften die Iren aber vermutlich schon bald auf die wirklich bösartigen Trapattoni-Schmähungen kommen. Wie lange dauert es wohl bis zur Überschrift „What allowing Trapattoni ?“
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |