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WM-Qualifikation : Fußball bringt die Syrer zusammen

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Stolze Mannschaft: Die Syrer feiern mit Nationalflagge das Erreichen der Relegation Bild: AFP

Der Traum von der WM lebt: Das kriegsgeplagte Syrien hat Grund zur Freude durch den Fußball. Die Nationalmannschaft darf weiter auf die WM-Teilnahme hoffen.

          Für einen kurzen Moment war all das Leid vergessen. Als Syriens Fußballer im fernen Teheran die Hoffnungen auf die erste WM-Teilnahme überhaupt in letzter Sekunde am Leben hielten, brach in Teilen ihrer vom Krieg erschütterten Heimat beinahe grenzenloser Jubel aus. „Wir möchten die Menschen einfach glücklich machen“, hatte Muwaffaq Fathallah, der sportliche Leiter der Nationalmannschaft, schon vor dem entscheidenden 2:2 (1:1) im Iran gesagt - mit dem Traum von der WM.

          Seit über sechs Jahren tobt in dem von Machthaber Baschar al-Assad brutal regierten Land der Krieg, in dem laut der Vereinten Nationen bislang 400.000 Syrer ihr Leben verloren. Millionen sind auf der Flucht. Durch den Kampf gegen die Terror-Miliz IS ist es längst ein Krieg an mehreren Fronten. Dass Syrien überhaupt an der WM-Qualifikation teilnehmen kann, ist ein kleines Wunder.

          Fußball bringt Syrer zusammen

          „Unser Team ist bereit, sich zum ersten Mal für die Endrunde zu qualifizieren“, sagte Fathallah. Dank des Unentschieden im Iran steht Syrien in den asiatischen Play-offs gegen Australien. Danach würden zwei weitere Ausscheidungsspiele gegen den Vierten des Concacaf-Kontinentalverbandes von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik warten.

          „Der Fußball ist ein Instrument der Liebe, es bringt die syrische Bevölkerung zusammen“, sagte Kouteibah Al Refai, der Generalsekretär des syrischen Verbandes, der BBC: „Wir geben unser Bestes, um den Menschen zu helfen - indem wir den Fußball zur Hilfe nehmen.“ Für den Verband ist das eine Mammutaufgabe. Aufgrund der Sicherheitslage darf die Nationalmannschaft ihre Heimspiele nicht in Syrien austragen, sondern muss im Tausende Kilometer entfernten Malaysia spielen. Bezahlt wird das alles von Hilfsgeldern. Normale Länderspiele sind kaum zu organisieren.

          Freude auf dem Platz: Die syrischen Spieler feiern das Unentschieden Bilderstrecke
          Freude auf dem Platz: Die syrischen Spieler feiern das Unentschieden :

          Problematisch ist zudem der Missbrauchs des Fußballs als Propaganda. Die Zeitung Al Baath schrieb von einer „Magie des Balls“, die zu spüren sei. Der „Traum von der WM“ sei ganz nah. Herausgegeben wird das Blatt von der regierenden Baath-Partei.

          Die internationalen Sanktionen gegen das Regime von Assad, dem von Menschenrechtsorganisationen und Beobachtern des Krieges grausame Verbrechen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen werden, erschweren die Zusammenarbeit mit dem Weltverband FIFA und der asiatischen Konföderation AFC enorm. Das Land ist vom Westen politisch isoliert - um zu funktionieren, muss der Fußball irgendwie darüberstehen.

          Momente wie am Dienstagabend helfen. Omar Al Soma erzielte in Teheran in der dritten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. Bilder von kleinen Autokorsos und Fans, die sich im Fußballtrikot in den Armen lagen, gingen anschließend um die Welt.

          Gefeiert wurde in vielen Regionen des Landes, nicht nur in der Hauptstadt Damaskus. Der Kommentator des Spiels bei beIN-Sports brach in Tränen aus, als das Last-Minute-Tor fiel - in dem kurzen Moment, als der Krieg ganz weit weg war.

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